Interdisziplinäres Bauchzentrum

Gemeinsame Fallkonferenzen, Visiten und Sprechstunden kennzeichnen die sehr enge Zusammenarbeit des Chirurgen Dr. Harald Kirr (links) und des Gastroenterologen Dr. Rüdiger Mahler, die gemeinsam das Interdisziplinäre Bauchzentrum an den Neckar-Odenwald-Kliniken leiten mit einem Ziel: Patienten mit unklaren Bauchbeschwerden ohne Verlegung, ohne zeitliche Verzögerung und ohne doppelte Untersuchungen effektiv zu helfen. (Foto: LRA)

Mosbach/Buchen. Es kommt vor, dass Dr. Harald Kirr einen Satz beginnt und Dr. Rüdiger Mahler beendet ihn. Oder umgekehrt. Wenn es nämlich um „ihr“ Thema geht, das Interdisziplinäre Bauchzentrum an den Neckar-Odenwald-Kliniken, sind die beiden Chefärzte ein absolut harmonisches und eingespieltes Team. Obwohl beide noch gar nicht so lange in Mosbach und Buchen praktizieren und zwangsläufig auch noch nicht wirklich lange zusammenarbeiten, wird schnell deutlich, dass die beiden Mediziner gemeinsam ein klar definiertes Ziel verfolgen: die Ursachen von Bauchbeschwerden von Patienten an den Neckar-Odenwald-Kliniken rasch und gründlich abzuklären und zügig der richtigen Behandlung zuzuführen. Ohne Verlegung, ohne zeitliche Verzögerung, ohne doppelte Untersuchungen. Tatsächlich bleiben die Patienten vom ersten Tag an auf der gleichen Station und die verantwortlichen Ärzte begleiten sie von der Aufnahme bis zur Entlassung.     „Ein so genanntes Bauchzentrum ist mittlerweile Standard an allen großen Häusern. Bei unserem jeweiligen Dienstantritt war klar umrissen, dass auch wir darauf hinarbeiten, in absehbarer Zeit hier ein Interdisziplinäres Bauchzentrum im eigentlichen Sinn anbieten zu können. Interdisziplinär heißt in diesem Fall, dass sich zwei verwandte, aber doch unterschiedliche Fachrichtungen quasi zusammen tun “, erklärt Dr. Kirr, der Facharzt für Chirurgie und Visceralchirurgie ist und damit der „schneidenden Zunft“ angehört. Alle Bauchorgane, also Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Galle einschließlich der Speiseröhre und zusätzlich der Schilddrüse sind sein Spezialgebiet. Idealerweise wird dies durch Dr. Mahler als Gastroenterologe mit einem besonderen Blick auf der interventionellen Endoskopie ergänzt. „Manchmal kann man so für Patienten auch eine Operation vermeiden oder Patienten, die nicht operationsfähig sind, gut helfen“, berichtet Dr. Mahler.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Interdisziplinäres Bauchzentrum“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9886″] Der Mediziner mit Zusatzausbildungen in Notfall-, Palliativ- und Suchtmedizin ist in aller Regel der erste Ansprechpartner für Patienten, die über Beschwerden im Bauch klagen. Oft steht dann eine Magen- oder Darmspiegelung an, bei der Dr. Mahler als Internist nicht nur „reinschaut“, sondern praktisch in einem Arbeitsgang auch gleich bestimmte Behandlungen wie die Entfernung von Darmpolypen durchführen kann.

Manchmal bringen diese und ähnliche Untersuchungsmöglichkeiten aber kein befriedigendes Resultat. Oder es wird deutlich, dass – wie beispielsweise bei Krebserkrankungen – eine schnelle Operation unumgänglich ist. Spätestens dann greift die enge Zusammenarbeit zwischen dem internistisch-gastroenterologischen  und dem chirurgisch-visceralchirurgischen Spezialisten samt ihren Teams. Gemeinsame Fallkonferenzen, Visiten und Sprechstunden sorgen für abgestimmte und schnelle Abläufe bei Untersuchungen, Therapieentscheidungen und Nachsorge. Manchmal stehen beide Mediziner sogar gemeinsam im OP: Dr. Kirr operiert und Dr. Mahler spiegelt gleichzeitig, um die Diagnose zu verifizieren und den tatsächlichen Operationserfolg zu sichern. „Das ist im recht unübersichtlichen Bauchraum – allein der menschliche Darm ist rund acht Meter lang – von großem Vorteil, wenn zwei Spezialisten sich ein Bild machen“, so Dr. Mahler. Besonders, wenn es sich um große, schwierige Operationen handelt oder um Eingriffe, bei denen erst während der Operation die genaue Diagnose und die Bestimmung der richtigen Behandlung erfolgen können.

„Wir profitieren bei unserer engen Zusammenarbeit ungeheuer von den Erfahrungen des jeweiligen anderen Teams“, erklären beide Mediziner: „Und das kommt den Kranken zugute.“

Wie im Fall des Patienten mittleren Alters, der immer wieder größere Mengen Blut ausschied. Weder die Magen- noch die Dickdarmspiegelung offenbarten aber eine Stelle, aus der das Blut hätte stammen können. Erst ein chirurgischer Eingriff am Dünndarm brachte Klarheit: dieser schwer zugängliche Teil des Darmes wies blutende Einstülpungen auf, wie sie „eigentlich“ nur bei Kindern vorkommen. Dr. Kirr entfernte diesen Teil des Darmes, verband die Enden miteinander – und der Patient konnte als geheilt entlassen werden.„Auch wenn wir hier an den Neckar-Odenwald-Kliniken sind, orientieren wir uns dennoch an weltweiten Standards“, betonen beide Mediziner selbstbewusst. Dementsprechend gibt es Wünsche, was die medizintechnische Ausstattung des Bauchzentrums betrifft. „Allerdings wurde  bereits viel investiert, wir haben hier gute Geräte, mit denen wir arbeiten  können“, schwächt Dr. Mahler ab, der gleichwohl ebenfalls noch eine „Wunschliste“ hat.

Der bisherige Erfolg gibt den beiden Medizinern jedenfalls recht: Die Zahlen der Patienten mit Bauchbeschwerden, die sich in den Neckar-Odenwald-Klinken behandeln lassen, steigt kontinuierlich.

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