Windkraft-Standorte im Odenwaldkreis

BUND – Wichtiger Schritt zur Energiewende

226windkraftanlage

Unser Bild zeigt Windkraftanlagen bei Großeicholzheim. Im hessischen Odenwaldkreis wurden sieben mögliche Standorte ausgewiesen. (Foto: Merkle/Archiv)

Odenwald. (pm) Der Odenwälder Kreisverband  des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der heute vom Regierungspräsidium Darmstadt und dem Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main veröffentlichten Karte mit den Suchräumen möglicher Windenergievorrangflächen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Energiewende. „Nun ist eine erste Grundlage für eine sachliche und konstruktive Auswahl der späteren Windenergiestandorte gegeben“, stellt BUND-Sprecher Harald Hoppe fest.

Da die nun ermittelten Suchräume für die späteren Vorranggebiete fast 17 Prozent des Regierungsbezirks Darmstadt umfassen, ist der BUND optimistisch, dass Südhessen trotz seiner dichten Besiedlung seinen Beitrag zum Ausbau der Windkraft leisten kann. Auf Forderung des BUND hatte der Hessische Energiegipfel beschlossenen, dass 2 Prozent der Landesfläche für Windenergievorrangflächen bereit gestellt werden sollen. Für den Odenwaldkreis sind sieben Standorte ausgewiesen, bei denen mit Windgeschwindigkeiten von 6,5m/s und neun weitere Standorte bei denen mit Windgeschwindigkeiten von 6 m/s gerechnet werden kann. „Auf diesen Standorten sind Windräder voraussichtlich wirtschaftlich zu betreiben.“ meint Hoppe. Der Regierungspräsident weist in seiner ‚Suchraumkarte‘ auch Flächen aus, die nur Windgeschwindigkeiten bis zu 5m/s erwarten lassen also etwa 30 Prozent weniger Ertrag bei gleicher Investition anbieten. Standorte mit der maximal erwartbaren Windgeschwindigkeit von über 7,75m/s weist der Regierungsbezirk Darmstadt nicht auf. Damit ist in Spitzenlagen des Odenwaldes nur eine um 12 Prozent niedrigere Windgeschwindigkeit zu erwarten, als bei drei Spitzenstandorten im Taunus und zwei Standorten im Spessart.


Wichtig ist nach Auffassung des BUND nun, dass die weiteren Restriktions- und Ausschlusskriterien schnell in die Karten eingearbeitet werden. Hierzu zählen insbesondere auch die besonders hochwertigen Flächen für den Vogel- und Fledermausschutz, die derzeit im Auftrag des Landes ermittelt werden. Leider hat sich das Regierungspräsidium bei der Einarbeitung der Naturschutzdaten eine unverständliche Zurückhaltung auferlegt. Zwar betont Regierungspräsident Baron, dass Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete tabu seien, doch hätte sich der BUND gewünscht, dass diese Gebiete mit gesetzlichem Schutzstatus auch gleich in den Suchraumkarten dargestellt würden. Hoppe: “Mit dieser Taktik werden Begehrlichkeiten auf Standorte genährt, die aus unserer Sicht nicht zur Disposition stehen können.“

Der BUND Odenwaldkreis hält eine Überlagerung mit den Vorschlagsflächen für erforderlich, die durch die Kommunen für ihren gemeinsamen Flächennutzungsplan bereits öffentlich diskutiert werden. Außerdem ist dringend die Einbindung der Naturschutzbehörde geboten, die bisher bei der Suche nach geeigneten Standorten nicht gehört wurde.

„Hier wurde der gesammelte Sachverstand des Naturschutzes leichtsinnig aus einer Diskussion herausgehalten, die dringend der sachlichen Argumente bedarf.“ stellt Hoppe mit Blick auf die emotionalen Diskussionen über die Windkraftnutzung im Kreis fest.

Die Konzentration der Windenergieanlagen in so genannten Vorrangflächen entspricht den Vorstellungen des BUND. Wird der Ausbau der Windenergie auf sie beschränkt, dann bleibt der überwiegende Teil des Landes frei von Windenergieanlagen und es kann der optimale Kompromiss zwischen der Windhöffigkeit und den Schutzbelangen der Menschen und der Natur gefunden werden. Allerdings ist hier aus der Odenwälder Erfahrung mit den Entscheidungen des Regierungspräsidiums dieses Monats Klärungsbedarf vorhanden, wie weit die Ausschlusswirkung der derzeitigen Planungen tatsächlich ist.


Der BUND verweist zudem auf die durch die CDU-Regierungen seit 15 Jahren vorgenommene Schwächung des Naturschutzes z.B. durch die Beseitigung des Landschaftsschutzgebietes Bergstraße-Odenwald und durch den Abbau der Mitwirkungsrechte des ehrenamtlichen Naturschutzes, an der der frühere FDP-Umweltminister Posch im Verein mit seinem SPD-Mithelfer im Odenwald – dem früheren Landrat Horst Schnur – maßgeblich beteiligt war.

Infos im Internet:

www.BUND-Hessen.de

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Werbung

Artikel empfehlen:

16 neue Feuerwehrkameraden im Einsatz

(Foto: privat) (jl) Am Samstag fand in Hardheim der Abschluss der Truppmann Teil 1-Ausbildung statt. Die Teilnehmer aus den Wehren Hardheim, Höpfingen und Walldürn hatten [...]

Kriterien für die Notfallversorgung erfüllt

(Foto: pm) Mosbach/Buchen. (lra) Die Neckar-Odenwald-Kliniken erfüllen die am Donnerstag vom Gemeinsamen Bundesausschuss veröffentlichten neuen Kriterien für die Notfallversorgung. Dies ergab eine erste Prüfung durch [...]

VfR Scheidental ehrt treue Mitglieder

 Unser Foto zeigt die Geehrten zusammen mit dem 1. Vorsitzenden Frank Brenneis und Ehrenvorsitzendem Walter Hofmann. (Foto: Liane Merkle)  (lm)  Treue und langjährige Mitglieder sind [...]

4 Kommentare

  1. Wer schützt die denn Menschen vor den niederfrequenten nichthörbaren aber spürbaren Emissionen dieser Anlagen – diese werden in der TA Lärm und bisherigen Schutzvorschriften NICHT ausreichend berücksichtigt. Zudem regen Frequenzen im Bereich von 1-100 Hz Bauwerke zum Schwingen an, die resultierenden Oberwellen sind dann hörbar aber nicht lokalisierbar. Wie sollen diese Menschen ihre Häuser verkaufen, wenn Sie nicht mehr schlafen können und umziehen müssen? Wer entschädigt die Menschen für den erlittenen finanziellen Schaden? Wer entschädigt die Industrie dafür, wenn eine ganze Region keine Leistung bringen kann, aufgrund dauerhaften Schlafmangels? Wer kommt für den Rückbau der Anlagen auf, wenn die entsprechenden Grenzwerte für niederfrequente Emissionen nachgerüstet werden und die Anlagen nicht mehr betrieben werden dürfen? Wer entschädigt die Tourismusindustrie im Odenwald für die ausbleibenden Gäste?

    Umweltschutz macht nur Sinn, wenn der menschliche Lebensraum dabei auch erhalten bleibt.

    • M.H. erzählt uns wieder was vom Infraschallmärchen. Der Odenwald ist nicht die erste Region der Welt, wo Windräder gebaut werden. Es gibt seit es moderne Windräder gibt über Jahrzehnte keinerlei wissenschaftliche Nachweise, dass Windräder im Mindestabstand zu Schlafstörungen führen. Es gibt zig tausende Windräder und Millonen Anwohner. Wenige Einzelfallberichte über Infraschallprobleme sind angesichts solcher Zahlen völlig normal. Sicher gibt es auch irgendwo auf der Welt Menschen, die aufgrund von Ufofluglärm und Poltergeistern nicht schlafen können.

  2. Hallo Sven,
    da bin in voll bei dir. Leute wie M.H. gibt es überall in Deutschland, es sind einfach wichtigtuer, aber Energie aus der Steckdose möchten sie alle.
    Tipp: einfach ignorieren,es ist vergebene Liebesmühe.
    Deine Einstellung ist richtig, du bist auf dem richtigen Weg….!

  3. Netter Fake, auf den ich gerade aufmerksam gemacht wurde. – Nur um das klar zu stellen: Der Beitrag, der oben unter „M.H.“ veröffentlicht wurde, ist vielleicht von Sven, Acki oder Hinz oder Kunz, jedenfalls nicht von mir. – Viel Spaß noch!

Kommentare sind deaktiviert.