Zur Stromversorgung in der Region

Energie in BewegungStudium Generale an der DHBW Mosbach

Mosbach. Wenn Energie in Bewegung ist, dann kann das in jeder Hinsicht so etwas wie „Erleuchtung“ bringen. Experten aus Wirtschaft, Technik und Politik haben auf Einladung von Studiengangsleiter Prof. Dr. Norbert Kallis (Maschinenbau) das Publikum beim Studium Generale an der DHBW Mosbach fast drei Stunden lang mit ihren Erläuterungen zur Stromversorgung in ihren Bann gezogen.

Vom politischen Arbeitsalltag bei der Entstehung des ersten Einspeisegesetzes berichtete Dr. Wolfgang Daniels in trocken humorvoller Art. Der Physiker hat einst als Mitglied des Bundestages das erste Stromeinspeisegesetz mit auf den Weg gebracht, nach dem auch erneuerbare Energien zu fairen Vergütungen  ins Versorgungsnetz mit aufgenommen werden müssen.  


Mittlerweile ist er Geschäftsführer der Sachsenkraft GmbH Dresden und erklärte den Zuhörern nicht nur von der Pionierzeit der Windenergie, sondern auch warum Bau, Lärm, Licht und Schatten keinen negativen Einfluss auf Mensch und Natur haben. Schließlich sei alles geprüft und geregelt. Die Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 108 bis mittlerweile maximal 200 Meter Höhe und einem Durchmesser von 23 Meter am Fuß des Powerspargels dürfen nicht näher als 500 Meter an ein Wohnhaus und nicht mehr als 750 bis 1000 Meter an eine Wohnsiedlung rücken.  Die Lärmobergrenze liege bei maximal 60 Dezibel. Werde dieser Wert einmal überstiegen, dann „optimiere“ sich die Anlage selber, indem sie ihre Leistung reduziere. Folien auf den Rotorblättern werden den Schall zukünftig noch mehr dämpfen. Ab 2013 soll durch Sensoren die Beleuchtung nur noch dann anspringen, wenn sich z.B. ein niedrigfliegender Helikopter nähert. Und der bei flacher Sonneneinstrahlung möglicherweise störend auftretende „Schattenwurf“ werde nach 30 Minuten durch Abschaltung der Anlage beendet.  

Mehr als 100 meist jugendliche Gäste konnten dank intensiver Fragen auch Antworten zur Rendite mitnehmen: Wirtschaftlich, so hieß es, setze sie erst nach acht bis zehn Jahren ein. Die Ökobilanz derartiger Anlagen sei jedoch schon nach sechs Monaten positiv.  

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Die Windenergie boomt, doch der Bau von Windparks macht kleineren Unternehmern und vor allem Energiegenossenschaften große Sorgen. Denn die dafür vorgesehenen Flächen werden an Großprojektierer verkauft, die den Baupreis aufgrund der großen Nachfrage nach oben treiben. 5,7 Millionen Euro soll eine Anlage kosten, viel Geld für die Genossenschaft Energie + Umwelt eG (Volksbanken Mosbach, Buchen und Main Tauber), die Vorstand Jürgen Böhm vorstellte. Im Engagement für die Bürger und die Region will die vor einem Jahr gegründete „Volksbewegung“ durch viele kleine Beiträge in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Biogas einsteigen und Großes für die Region schaffen.

27 Bürgerprojekte sind bereits auf dem Weg, verwirklicht zu werden. Zudem engagiert sich die Genossenschaft auch in der Forschung. So gab es gemeinsam mit der DHBW Mosbach eine Studienarbeit zu Bestand- und Entwicklungspotentialen von Kleinwasserkraftanlagen in der Region  Main Tauber. Ein weiteres Forschungsvorhaben zur Speichertechnik ist beantragt.


Welche Probleme durch eine Überlast in der Energiegewinnung entstehen können, erläuterte Gerald Legler, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Elz-Neckar GmbH & Co KG. Künftig müsse man den Strom verbrauchen, wenn er da ist. Notwendig ist dafür eine Steuerung von Seiten des Verbrauchers, und es gibt tatsächlich schon Forschungsprojekte zum selbständigen Energiemanagement durch Kommunikationstechnik. Dass „Aufbruchstimmung“ herrsche, glaubte man dem Referenten gerne, so begeistert erzählte er davon, wie nah Licht und Dunkelheit beieinander liegen. Damit es nicht zu massiven Ausfällen von Hochspannungsleitungen komme, müsse viel geforscht werden und, so ermutigte Legler das junge Publikum an der DHBW: „Ingenieure sind gefragt!“

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Dr. Wolfgang Daniel von der Sachsenkraft GmbH Dresden. (Foto: pm)

 

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