„Jeden einzelnen Patienten geliebt“

Jubiläums- und Abschiedsfeier in der GRN-Klinik Eberbach

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Tauschten in fröhlicher Runde Erinnerungen aus (v.l.n.r.): Elvira Rudischer-Weckesser, Melanie Reißfelder, Michael Spiegelberg, Anja Fahr, Wolfgang Bachert, Dr. med. Helmut Reinhard (Ärztlicher Direktor), Andrea Lederer, Ralf Geiger (Stellvertretender Betriebsleiter), Martin Hildenbrand, Elke Walter, Annette Grimm (kommissarische Leiterin der Röntgenabteilung), Ulrike Petra Göhrig, Marion Münch, Erwin Hügelschäfer. (Foto: GRN)

Eberbach. (pm) Dass in einem Krankenhaus nicht nur Ärzte und Krankenschwestern arbeiten, wird in der GRN-Klinik Eberbach spätestens an dem Tag deutlich, an dem die jährliche interne Jubiläums- und Abschiedsfeier stattfindet – so auch in diesem Jahr, als Betriebsleiter Martin Hildenbrand Ende November zwei Jubilarinnen zu 40 sowie zwei Mitarbeiterinnen und einen Mitarbeiter zu 25 Jahren im öffentlichen Dienst beglückwünschte. Eine weitere Kollegin wurde in den Ruhe­stand verabschiedet. Drei dieser sechs Personen gehören der größten Berufsgruppe einer jeden Klinik, dem Pflegepersonal, an. Die anderen drei verteilen sich auf den Funktionsdienst, die Verwaltung und den Reinigungsdienst. Hildenbrand dankte allen für ihre langjährige verantwortungsvolle Arbeit und wies ebenso wie die Betriebsratsvorsitzende der GRN-Einrichtungen in Sinsheim und Eberbach, Elvira Rudischer-Weckesser, auf den Berufsgruppen-übergrei­fenden Zusammenhalt und Teamgeist hin, der insbesondere am Standort Eberbach herrsche. Auch Melanie Reißfelder, Leiterin des GRN-Geschäfts­bereichs Personal und Recht, drückte ihre hohe Wertschätzung für die kleineren Einrichtungen aus, an denen die positive Identifikation mit der Arbeit eine besonders wichtige Rolle spiele.




40 Jahre Gesundheits- und Krankenpflege, seit 1989 als pflegerische Leiterin der Anästhesie-Abteilung: Das sei kein einfacher Arbeitsplatz, bescheinigte Pflegedienstleiter Michael Spiegelberg seiner Mitarbeiterin Elke Walter. Die Unterstützung der Ärzte durch Ein- und Ausleiten der Narkose und das Begleiten der Patienten beim Aufwachen nach einer Operation erfordere viel Flexibilität und „beherztes Engagement“. Ausgleich zum anstrengenden Beruf findet Elke Walter unter anderem als aktive Fastnachterin und in der ehrenamtlichen Jugendarbeit im Eberbacher Vorort Igelsbach. Ebenfalls 40 Jahre im Beruf – und das, wie Elke Walter, von Anfang an im Eberbacher Krankenhaus – ist die Reinigungskraft Sema Sucu, die an der Feier nicht teilnehmen konnte. Ihre Vorgesetzte, Hauswirtschaftsleiterin Marion Münch, lobte sie als zuverlässige Mitarbeiterin, und Betriebsleiter Hildenbrand reichte Jubiläumsurkunde und Blumen wenige Tage später nach.

Als unmittelbarer Vorgesetzter richtete Hildenbrand das Wort an die erste Jubilarin mit 25 Dienstjahren, Andrea Lederer. Die gebürtige Eberbacherin hatte ursprünglich eine Massageschule besucht und als Masseurin und Lagerarbeiterin gearbeitet, bevor sie 1987 an der „Pforte“ des damaligen Kreiskrankenhauses anheuerte und 1994 deren Leitung übernahm. „Ich hätte durchaus die Chance gehabt, wieder als Masseurin zu arbeiten“, sagt sie heute, „doch die Arbeit am Empfang der Klinik macht mir mehr Spaß.“ Martin Hildenbrand hob Lederers Flexibilität und Sozialkompetenz hervor, durch die sie so manche Veränderung in der heutigen GRN-Klinik aktiv mitgestaltet habe. Wer ihren Erzählungen lauscht, begreift bald, dass die Arbeit an der Information und in der Telefonzentrale viel mehr ist als nur Auskunft geben – „manchmal ist es fast schon seelsorgerische Arbeit, die wir hier leisten; in jedem Fall heißt es zuhören, beruhigend auf besorgte Angehörige einwirken, helfen, wo es eben geht“.

Einen realen seelsorgerischen Hintergrund hat Lederers Kollege Erwin Hügelschäfer, der ebenfalls seit 25 Jahren im öffentlichen Dienst tätig ist; denn er kam über eine theologisch-diakonische Ausbildung zur Krankenpflege. Heute ist der gebürtige Franke Anästhesie- und Intensivpfleger und arbeitet auf der Eberbacher Intensivstation. Pflegedienstleiter Spiegelberg schätzt ihn als fachlich kompetenten und gelassenen Mitarbeiter, der auch im größten Stress die Nerven nicht verliert – wohl nicht ganz zufällig ist Hügelschäfer auch Notarzt-Fahrer. Er selbst liebt an seinem Beruf die Hand in Hand gehende Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Berufsgruppen, unverzichtbar insbesondere in einem Umfeld, in dem es oft um Leben oder Tod geht. „Die Technik, mit der wir auf der Intensivstation zu tun haben, ist faszinierend“, gibt er zu, „doch worauf es ankommt, ist die Erfahrung – in unserem Beruf ist es wichtig, sich nicht nur auf die Monitore und Warnsignale zu verlassen, sondern unsere Patienten ganz genau zu beobachten!“

Eine andere Facette des Klinikalltags repräsentiert die dritte Silber-Jubilarin, Ulrike Petra Göhrig: Sie arbeitet als Medizinisch-Technische Radiologieassistentin (MTRA) – das bedeutet, sie hat sowohl die Berechtigung als auch die Kompetenz, Patienten zu röntgen; eine äußerst verantwortungsvolle Tätigkeit, hat sie es doch täglich mit Strahleneinwirkung zu tun. Wenn „Not an der Frau“ ist, hilft sie gelegentlich auf der Intensivstation und im Archiv aus. Nebenbei ist sie, wie ihr Vorgesetzter Wolfgang Bachert, Leiter der radiologischen Abteilung, augenzwinkernd betont, „erfolgreiche Managerin eines kleinen Familienunternehmens“. Darüber hinaus hat sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur Heilpraktikerin absolviert und dadurch, wie sie selbst sagt, einen neuen, ganzheitlichen Zugang zu den Patienten bekommen, die sie in der Klinik betreut. Kurzum, so Bachert: eine Powerfrau.


Mit Anja Fahr, die in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat ganz unverkennbar eine weitere Powerfrau die GRN-Klinik Eberbach verlassen. Die gelernte Kinderkrankenschwester hatte zunächst in der Geburtshilfeabteilung, dann nach einer Familienpause als Krankenschwester und seit 2003 im Hol- und Bringedienst gearbeitet. In dieser Funktion hat sie Patienten innerhalb der Klinik von der Station beispielsweise zu Untersuchungen oder zum OP und wieder zurück ins Zimmer begleitet. Nach 50 Berufsjahren kann die aus dem Ruhrgebiet stammende „Schwester Anja“ zahlreiche Anekdoten erzählen. Michael Spiegelberg kann sich nicht erinnern, sie je schlecht gelaunt erlebt zu haben. Doch auch ernsthafte Themen kommen in der fröhlichen Jubilars- und Abschiedsrunde zur Sprache: Unter anderem erinnert sich Anja Fahr daran, dass es zu ihrer Ausbildungszeit ein Ehrentitel war, als „Schwester“ angeredet zu werden. Wie jede Krankenpflegeschülerin sehnte sie den Tag der bestandenen Prüfung herbei, an dem aus „Fräulein Fahr“ „Schwester Anja“ wurde. Eine schwierige Vorstellung für Angehörige der jungen Generation von „Gesundheits- und Krankenpflegerinnen“, die heute darauf bestehen können, mit „Frau“ und Familiennamen angesprochen zu werden. Und noch etwas will Anja Fahr zum Abschied loswerden: „Ich habe jeden einzelnen Patienten geliebt!“ Wer sie und ihre Kolleginnen und Kollegen erlebt, merkt, dass dies vollkommen ernst gemeint ist.

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