40 Jahre Landkreis Miltenberg

40 Jahre Landkreis Miltenberg

Mike Bauersachs und Thea Nodes enthüllten im Beisein von Landrat Roland Schwing das Jubiläumskunstwerk „40 x 40“. (Foto: pm)

Miltenberg. (pm) Mit einem großen Festakt hat der Landkreis Miltenberg am Freitagabend in der Aula des Schulzentrums Elsenfeld sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Nachdem bereits mehrere Veranstaltungen im Jahreslauf unter diesem Motto gestanden waren, bildete die Feier den Schluss- und Höhepunkt der Feierlichkeiten.

Die Aula des generalsanierten Schulzentrums erwies sich als idealer Ort für die Feier. Rund 200 geladene Gäste – darunter unter anderem alle aktiven und zahlreiche ehemalige Kreisräte, alle regionalen Abgeordneten, Behörden-, Schul- und Sparkassen-Vertreter sowie die aktuellen und einige ehemalige Abteilungs- und Unternehmensbereichsleiter des Landratsamts Miltenberg – genossen nicht nur ein dreigängiges Menü, sondern wurden auch mit hervorragenden musikalischen Darbietungen unterhalten.

Als Glücksgriff erwies sich Moderator Helmut Monert, der nach der Eröffnung durch den Musikverein Concordia Elsenfeld (Leitung: Alexandra Loster) das Wort ergriff. Souverän und mit viel Wortwitz führte er durch den fast vierstündigen Festakt, der von Landrat Roland Schwing offiziell eröffnet wurde. Nach der Begrüßung aller Gäste blickte der Landrat kurz zurück auf die Geburtsstunde des Landkreises Miltenberg, die den  „Wind der Veränderung“ gebracht habe. Für die neue Reform sei damals keine große Leidenschaft und Begeisterung zu spüren gewesen, so der Landrat. Rückblickend müsse man aber konstatieren, dass sich der Landkreis Miltenberg in den letzten Jahrzehnten positiv verändert habe und eine homogene und leistungsfähige Verwaltungseinheit geworden sei. Dank der guten Infrastruktur, der aktiven und innovativen Wirtschaft, aber besonders dank der Menschen werde der Landkreis die kommenden Aufgaben und Herausforderungen bewältigen, zeigte sich Roland Schwing überzeugt. Den Kommunalpolitikern sei es gelungen, das hinterlassene Erbe pfleglich weiter zu entwickeln und wichtige Weichen zu stellen, freute sich der Landrat.




Als der Landkreis Miltenberg am 1. Juli 1972 offiziell entstand, war das auch die Geburtsstunde einer jungen Frau, die an diesem Tag als erste Landkreisbürgerin das Licht der Welt erblickte: Andrea Link aus Miltenberg. Landrat Roland Schwing bat sie auf die Bühne und überreichte ihr das neue Buch von Kreisheimatpfleger Dr. Werner Trost, „Nibelungen, Musketiere und Tagelöhner“.

Unterhaltsam war die Festrede von Professor Dr. Hans-Günther Henneke, dem geschäftsführenden Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistags. Henneke und Landrat Schwing kennen sich seit vielen Jahren durch ihre Arbeit für den Landkreistag bestens und so war es möglich, dass der vielbeschäftigte Professor Zeit fand, nach Elsenfeld zu kommen und über die Geschichte des Deutschen Landkreistags zu sprechen. Bevor Henneke in die Materie eintauchte, gab er den Verantwortlichen im Landkreis unter starkem Beifall den Rat, die Einführung der Altkennzeichen nicht mitzumachen. „Bekennen Sie sich zu 40 Jahren Geschichte“, forderte er sie auf. In der Folge sprach Henneke über die Gründung des Landkreistags, dessen ursprüngliche Aufgabe es einst war, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Mit mehreren Anekdoten angereichert, ließ er die Historie des Landkreistags von seiner Gründung über die Weimarer Republik und die Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg Revue passieren. Nach Hennekes Vortrag wies Landrat Roland Schwing darauf hin, dass die Ausstellung „Der Landkreis im Wandel der Zeit“ noch bis zum 21. Dezember im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen ist.

Ein Glanzlicht des Abends war die Uraufführung des Jubiläumsmarsches, der aus Anlass des 40-jährigen Landkreisjubiläums komponiert worden war. Er stammt aus der Feder von Franz Watz; zuvor hatte Franz Pilzweger die Kontakte zum Komponisten hergestellt. Nach der musikalischen Darbietung durch die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Concordia Elsenfeld übergab Landrat Roland Schwing den Notensatz an Berthold Rüth, den Präsidenten des Musikverbands Untermain. Schwing hoffte darauf, dass die Musikvereine den Marsch noch oft spielen mögen. Berthold Rüth war sich dessen sicher: „Der Marsch hat das Zeug zu einem echten Ohrwurm.“

Um Kreispolitik einst und heute ging es in zwei Gesprächsrunden. Zunächst blickten die ehemaligen Landtagsabgeordneten und heutigen Kreisräte Ludwig Ritter und Dr. Heinz Kaiser sowie der ehemalige Kreisrat und langjährige Bürgermeister von Erlenbach, Alois Kirchgäßner, auf die Geburtswehen des Landkreises Miltenberg zurück und kramten unter Moderation von Dr. Heinz Linduschka tief in ihren Erinnerungen. Unter Leitung von Georg Kümmel, dem Redaktionsleiter des Boten vom Untermain, sprachen anschließend die Kreisräte Dietmar Andre, Dr. Ulrich Schüren, Jens-Marco Scherf und Dr. Hans Jürgen Fahn über den Politikernachwuchs, die Kommunalwahlen 2014, Aufgaben des Landkreises wie Breitbandversorgung und Energiewende, aber auch über Bildungspolitik und die Wünsche der Kommunalpolitiker für die nächsten Jahre.


Auch die Kunst kam am Festabend nicht zu kurz: Christiane Leuner, Mike Bauersachs und Thea Nodes übergaben an Landrat Roland Schwing das Jubiläumskunstwerk „40 x 40“, das nach einer Idee von Mike Bauersachs entstanden war. Christiane Leuner, die das Werk vorstellte, hatte die Projektleitung und die Organisation zur Umsetzung des Werks übernommen, das größtenteils binnen drei Stunden im Vorfeld des Kabarettfestivals „Sommerrausch“ im Amorbacher Seegarten entstanden war. Die 40 beteiligten Künstler hatten 40 Kunstwerke auf Leinwand in den Abmessungen 40 mal 40 Zentimeter erstellt und diese anschließend zu einem mehrere Quadratmeter großen Kunstwerk zusammengefügt. Unter dem Beifall der Gäste wurde das farbenfrohe Kunstwerk enthüllt, für das laut Landrat Roland Schwing ein würdiger Platz gefunden werden soll.

Dass der Landkreis Miltenberg auch hervorragende junge Künstler hat, erwies sich im musikalischen Rahmenprogramm. Nicolas Vollmuth (Klavier), Florian Brettschneider (Gitarre), Amelie Bertlwieser (Klarinette, begleitet von Sylvia Ackermann am Klavier) und die Violinistin Anne Luisa Kramb zeigten, dass die musikalische Ausbildung in den Musikvereinen und Musikschulen im Landkreis Miltenberg sehr gute Früchte hervorbringt.

Bevor das abschließende Dessert gereicht wurde, bedankte sich Landrat Roland Schwing bei allen am Gelingen des Festaktes Beteiligten, besonders aber bei Gerhard Rüth, dem Leiter des Büros von Landrat Roland Schwing, der die Großveranstaltung mit seinem Team perfekt organisiert hatte.

 

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