Freie Wähler für Wiederwahl von Landrat Brötel

Achim Broetel

Dr. Achim Brötel strebt eine zweite Amtszeit als Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises an. Dabei unterstützen ihn die Freien Wähler im Kreistag. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. (mah) Für Landrat Dr. Achim Brötel waren es seit seinem Amtsantritt als Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises im Jahr 2005 acht ereignisreiche Jahre. „Unterm Strich hat ganz klar das Positive überwogen“ teilte er der Kreistagsfraktion der Freien Wähler im Rahmen einer Fraktionssitzung in Buchen mit. Und das sei auch der Grund dafür, warum er sich im Sommer dieses Jahres gerne zur Wiederwahl stellen werde.

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Nach der Begrüßung durch Fraktionsvorsitzenden Uwe Stadler (Aglasterhausen) ließ Dr. Brötel wichtige Ereignisse Revue passieren: Besonders wichtig für das Zusammenleben in den 27 Städten und Gemeinden waren für ihn die Renovierung bzw. der Neubau von 35 Dorfgemeinschaftshäusern, was mit viel Eigeninitiative passiert sei. Im Übrigen, so der Landrat, sei der Kreis stolz auf das ehrenamtliche Engagement seiner Einwohnerschaft. Weitere wichtige Weichenstellungen seien die Zukunftssicherung der Kreiskliniken in Mosbach und Buchen sowie der Ausbau der Breitbandversorgung gewesen.




Der Neckar-Odenwald-Kreis ist durch den Rückbau des Kernkraftwerkes Obrigheim im Speziellen und die Energiewende im Allgemeinen ganz direkt betroffen – allerdings lägen hierin für den Kreis auch riesige Chancen. Die Tatsache, dass der Landkreis in Bezug auf den Einsatz Erneuerbarer Energien durch nachwachsende Rohstoffe einen Spitzenplatz in Baden-Württemberg einnehme, spreche für sich. Erfreulich sei auch der Ausbau von Nahwärmenetzen, u.a. initiiert von der kreiseigenen Abfallwirtschaftsgesellschaft AWN. Gerade durch die energetische Verwertung von Holz aus einheimischen Wäldern bleibe auch die Wertschöpfung in der Region. Besonders wichtig war für Dr. Brötel die Feststellung, dass diese erfreuliche Bilanz ein großes Gemeinschaftswerk aller Beteiligten, also vor allem auch des Kreistages und der Kommunen gewesen sei.

Doch wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten – diverse Brandereignisse waren genauso negativ wie die absolut unbefriedigende Entwicklung des Biomasseheizkraftwerkes Obrigheim, welches phasenweise in eher unruhigem Fahrwasser und somit weniger rentabel als gedacht geschippert sei. Genauso sorgten die Geruchsbelästigungen und die komplette Stilllegung der MBA auf dem Deponiestandort „Sansenhecken“ in Buchen für Ärger. Doch wie bereits zu Anfang betont, habe das Positive überwogen, was ihn dann auch zu einem Wiederantritt ermutigt habe, wenngleich dies in den letzten Monaten nicht immer 100%-ig klar gewesen sei.

In den vergangenen acht Jahren seiner Amtszeit wurden im Kreishaushalt über 1,2 Mrd. Euro bewegt und bis Ende 2013 sollen, so der Plan, 10 Mio. Euro weniger Schulden als noch vor 10 Jahren auf dem „Soll“ stehen. In diesem Zusammenhang bescheinigte der Landrat dem Kreiskämmerer Michael Schork und „seinem“ gesamten Team eine sehr gute Arbeit.

Dr. Achim Brötel wolle, so seine eindeutige Aussage an die Kreisräte der Freien Wähler, mit ganzer Kraft weitermachen. Ein vorrangiges Zukunftsthema sei hierbei die Abwehr der von oben diktierten, aber für den Landkreis sehr negativen Zentralisierungsbemühungen. Man spüre diese in allen wichtigen Bereichen, angefangen von der Polizei bis hin zu den Justizeinrichtungen und natürlich auch bei der gesundheitlichen Versorgung. Gerade hier gelte es, wachsam zu sein, denn der Erhalt und die Stärkung der Gesundheitsversorgung auf dem flachen Land sei eine wahre Herkulesaufgabe. Mit den beiden Kliniken habe man zwar feste Säulen, allerdings würden beispielsweise die Nachfolgeregelungen von Arztpraxen und die Zukunft des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes doch eine Menge Kopfzerbrechen bereiten. Weitere Punkte seien die Mobilität auf dem Land und das Thema Bildung. Als echte Lichtblicke empfände er die Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs im Kreis und man sei besonders stolz auf die Duale Hochschule und eine Vielzahl sehr erfolgreicher mittelständischer Industrie- und Handwerksbetriebe. Fazit: „Wir brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen“, so die eindeutige Aussage von Dr. Brötel.

In einer interessanten Diskussionsrunde wurde von Seiten der Freien Wähler noch eine Vielzahl an Themen angesprochen und erörtert, wobei auch hier deutlich wurde, dass es für den Ländlichen Raum in Zukunft noch schwerer werden wird, sich gegen die Zentralisierungsbestrebungen von Regierungen und Standesorganisationen zu behaupten. Die in den Planungen des Landes immer mehr sinkende Zahl der im Zuge der Polizeireform noch im Neckar-Odenwald-Kreis verbleibenden Dienstposten war hier ebenso ein Diskussionspunkt wie die inzwischen auch vielfach in den eigenen Reihen als desaströs, egoistisch und unverantwortlich erkannte Verbandspolitik der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.

Abschließend bedankte sich der Landrat für die stets konstruktiv-kritische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fraktion der Freien Wähler. Dass dies „auf der anderen Seite“ ähnlich empfunden wurde, zeigte sich in der anschließenden internen Diskussion: die Freien Wähler werden den amtierenden Landrat bei seiner Wiederwahl einmütig unterstützen!

Infos im Internet:

www.freie-waehler-nok.de/

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