RNV streikt am Tag der Arbeit

Metropolregion. (pm) Am Dienstag, 30. April, fand ein weiteres Gespräch zwischen ver.di und RNV statt. Hierzu eingeladen hatte die RNV, um nichts unversucht zu lassen, den für Mittwoch, 1. Mai, angekündigten Streik abzuwenden. Nach intensivem Schriftwechsel und zahlreichen Telefonaten trafen sich die großen Tarifkommissionen beider Seiten, um Möglichkeiten der Einigung zu definieren.

Zum ausdrücklichen Bedauern der RNV-Verhandlungsführer wurden die Gespräche erneut ergebnislos vertagt. Auf Wunsch von ver.di haben beide Parteien Stillschweigen über Details der heutigen Gespräche vereinbart.

Die auf dem Verhandlungstisch liegenden Forderungen von ver.di sind für die RNV nicht finanzierbar. Somit kommt die Streikankündigung seitens ver.di für Mittwoch, 1. Mai, zum Tragen.

„Diese Streiks treffen nicht nur die RNV, diese Streiks treffen die gesamte Metropolregion und all ihre Besucher aus der ganzen Bundesrepublik. Wir haben alles versucht, um wenigstens den ersten Mai und die Veranstaltungen an diesem Tag, insbesondere natürlich das 400. Jubiläum des Maimarktes zu retten.“, so Andreas Kerber, Kaufmännischer Geschäftsführer der RNV.

Ver.Di fordert in dem Tarifkonflikt bei der RNV weiterhin eine schrittweise Angleichung der Gehälter auf das in Baden-Württemberg im Nahverkehr übliche Tarifniveau, was laut Gewerkschaft von Arbeitgeberseite verweigert wird. 

Um die Einschränkungen für Schüler und Berufstätige in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen so gering wie möglich zu halten, wird zunächst für den Feiertag am Mittwoch zum Streik aufgerufen.

„Die RNV hat es in der Hand den Tarifkonflikt sofort mit einem anständigen Angebot zu beenden“, so Peter Erni, Geschäftsführer im ver.di Bezirk Rhein-Neckar: „Wenn die RNV allerdings bereits terminierte Verhandlungsrunden platzen lässt, zieht sie den Konflikt auf dem Rücken der eigenen Kunden unnötig in die Länge.“

400 Euro weniger verdient ein Busfahrer in Mannheim als in Karlsruhe oder Stuttgart. Soweit liegen der zurzeit verhandelte Entgelttarifvertrag des RNV und der Tarifvertrag für den Nahverkehr in Baden-Württemberg (TV-N) auseinander. Dass ein Angestellter in einem kommunal beherrschten Verkehrsunternehmen weniger verdient als im privaten Omnibusgewerbe ist einmalig in Deutschland.

„Diese Lücke wollen wir nun endlich ein wenig schließen“, so ver.di Verhandlungsführer Rudolf Hausmann: „Unsere Forderung nach sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 200 Euro, ist angesichts der Bezahlung der RNV ausgesprochen maßvoll.“

In der fünften Verhandlungsrunde am vergangenen Sonntag haben die Arbeitgeber ihr Angebot sogar leicht verschlechtert. Eine gemeinsame Berechnung der Verhandlungskommissionen der Arbeitgeber und von ver.di bewertet das neue Angebot mit 2,75 Prozent. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber 2,8 Prozent für alle angeboten.

„Damit wird die Lücke noch nicht einmal um ein Viertel geschlossen“, so Sabine Schlorke, die ver.di Unternehmensbetreuerin vor Ort: „Das ist zu wenig. Von den jetzigen Gehältern können die Fahrerinnen und Fahrer in Mannheim oder Heidelberg kaum noch ihre Mieten zahlen.“

Ein Fahrer bei der RNV verdient nach 18 Jahren ohne Schichtzulagen 2299 Euro brutto im Monat. Im TV-N wird für eine vergleichbare Tätigkeit 2680 Euro brutto bezahlt. Im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg wird 2587 Euro brutto bezahlt.

Maimarkt-Shuttle

Bitte beachten Sie die Presseinformation der Mannheimer Ausstellungs-GmbH (MAG) bzgl. des Shuttle-Services zum Maimarktgelände am 1. Mai.




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