Kinder erleben Bauernhof als Schatzkammer

Woher kommt die Lyoner?

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(Foto: LRA) 

Hornbach. Für Andrea Weismann aus Hornbach ist ihr Bauernhof nicht nur Arbeitsplatz und Verdienstquelle – sie sieht ihn als „Schatzkammer“. An diesem Schatz will sie vor allem Kinder teilhaben lassen. Deshalb hat sich die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin, die selbst Mutter von vier Kindern ist, auch zur „Erlebnisbäuerin“ ausbilden lassen. Das baden-württembergische Pendant zu dieser bayrischen Qualifikation ist der Bauernhof-Pädagoge auf dem „Lernort Bauernhof“. Und auch diesen Titel darf ihr Hof, der als Familienbetrieb im Nebenerwerb bewirtschaftet wird, führen.

Von Andrea Weismanns Erfahrung profitierten dieser Tage sieben Frauen, die selbst Bäuerinnen sind oder die mit Landwirten verheiratet sind und schon mitten drin stecken im eigenen „Lernort Bauernhof“. Oder die sich dafür interessieren. Mit dabei auf dem Rundgang waren auch Marion Schmidt-Kowalke und Ruth Weniger vom Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes des Neckar-Odenwald-Kreises, die das Thema betreuen.

Die junge Hornbacherin nahm die Gäste mit auf einen Rundgang, wie sie ihn so oder so ähnlich auch mit Kindern aus dem Kindergarten oder der Grundschule macht. Am Anfang stand ein kombiniertes Bewegungs- und Ratespiel, das die übliche Vorstellungsrunde ersetzt. Die Hofordnung ist anschaulich und kindgerecht in Ampelform geregelt. Der Heuboden zum Beispiel ist rot – Verbotszone. Was aber nichts macht, weil es so viel anderes zu sehen, zu fühlen, zu riechen, zu hören und zu schmecken gibt. Die Weismanns führen einen Betrieb mit Ackerbau und  Mutterkuhhaltung. Auf dem Hof leben Hasen, Hühner, Ponys, Schweine, Ziegen, Katzen und Hofhund Ben.




Andrea Weismann will aber keinen Streichelzoo präsentieren; sie möchte ihre kleinen Gäste in kindgerechter Form heranführen an die Lebenswirklichkeit auf dem Bauernhof einschließlich der Frage, wo denn nun die heißgeliebte Lyoner herkommt.„Die Verbindung von Theorie und Praxis ist mir sehr wichtig“, erklärt Andrea Weismann, die die Kinder die eigene Butter „schütteln“  und Brötchen backen lässt. Die Menge Milch, die eine Kuh durchschnittlich pro Tag gibt, präsentiert sie anschaulich in Form von 25 Tetra-Packs. Was so ein Tier täglich trinkt, muss geschöpft werden und die Tagesration Futter füllt tatsächlich eine große Badewanne. Wer unruhig wird, kriegt eine Aufgabe – damit hat sie gute Erfahrungen gemacht. Und dem natürlichen Bewegungsdrang kommen diese Aufgaben ohnehin entgegen.

Diese und mehr Tipps nahmen die anderen Frauen dankbar auf. Ebenso die kindgerechte Aufbereitung von Wissen rund um Nutztiere und Getreide. Ein Thema, das der Fachdienst Landwirtschaft auch regelmäßig in seinen Lernzirkeln aufgreift und wo Marion Schmidt-Kowalke und Ruth Weniger mit Lehrmaterial unterstützend tätig sein können. Wer sich für den Erlebnisbauernhof Weismann interessiert und mit einer Kindergruppe oder eine Klasse dort eines der unterschiedlichen Programme buchen möchte, der wird unter www.erlebnisbauernhof-weismann.de fündig.

Wer mehr zum Thema Lernort Bauernhof erfahren möchte, der kann sich ganz pauschal an Ruth Weniger vom Fachdienst Landwirtschaft wenden unter 06281/5212-1617 oder per E-Mail unter ruth.weniger@neckar-odenwald-kreis.de.

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