Inklusion bestmöglich fördern

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MdB Dr. Dorothee Schlegel, Ausbilder Christian Luckey, Leiter des Berufsbildungswerks Albert Stelzle und MdB Willi Brase in der Holzwerkstatt des BBW.
(Foto: pm)

Mosbach. (pm) „Ohne berufliche Ausbildung den eigenen Lebensunterhalt unabhängig von Sozialleistungen zu bestreiten, wird immer schwieriger. Welche Förderungen aber erhalten Jugendliche mit besonderen Lernschwächen, und wie wird ihnen effektiv geholfen?“, fragte die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel anlässlich ihres Besuchs des Berufsbildungswerks (BBW) Mosbach-Heidelberg.
In Begleitung ihres Fraktionskollegen, des Bildungspolitikers Willi Brase aus Siegen-Wittgenstein (NRW), wurde Schlegel durch den Vorstandsvorsitzenden der Johannes-Diakonie, Dr. Hanns-Lothar Förschler, sowie den Leiter des BBW, Albert Stelzle, empfangen. Den beiden Parlamentariern stellte Stelzle zunächst das Mosbacher BBW mit Außenstelle in Heidelberg vor.

Das seit 1978 betriebene Bildungswerk nebst Sonderberufsfachschule betreut ca. 280 Jugendliche mit Schwierigkeiten im Regelschulsystem. Vielfach sind sie von körperlichen oder psychischen Einschränkungen betroffen und stammen vermehrt aus sozialen Verhältnissen, in denen sie keine angemessenen Hilfen erhalten können.

„Umso mehr ist es Aufgabe der Gesellschaft, die Inklusion bestmöglich zu fördern“, bekräftigte Dr. Dorothee Schlegel. Bundestagsabgeordneter Willi Brase, der über zwei Jahrzehnte Mitglied im IHK-Ausschuss für Berufsbildung war, ergänzte: „Man muss auch klar sagen, dass Inklusion Geld kostet.“ Damit gehe es nicht konform, dass die Mittel immer knapper würden – „Wir legen seit Jahren etwa eine halbe Million drauf“, erklärte Dr. Förschler für die Johannes-Diakonie. Stelzle konkretisierte, dass die Ausbildung eines BBW-Absolventen rund 140.000 Euro koste. „Ich sehe sie als Investition“, wertete Stelzle – denn der Prozentsatz derer, die anschließend in Lohn und Brot kämen, läge bei rund 70%. „Eine sehr gute Quote“, lobte Brase.

Einigkeit herrschte in der Frage der Personalkosten: angemessene Lohnsteigerung und kein weiterer Stellenabbau. Von 110 Vollzeit-Stellen hatten aufgrund des Kostendrucks bereits 25 gestrichen werden müssen. „Zumindest die Tariftreue muss refinanziert werden“, betonten Stelzle und Förschler übereinstimmend. Beide Abgeordnete versprachen, sämtliche Informationen und Eindrücke nach Berlin weiterzuleiten. In anschließenden Gesprächen mit den Jugendlichen, die am BBW zu Holzbearbeitern ausgebildet werden, bestaunten sie deren Lehr-Werkstück: Ein „Insekten-Hotel“ mit Überdachung, das im Grünbereich der Johannes-Diakonie stehen soll. Abschließend bezeichneten beide Seiten den Besuch als sehr informativ und vereinbarten, in Kontakt zu bleiben.

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