Grünen zum novellierten Landesjagdgesetz

„Ein Kompromiss ist gelungen, wenn alle Seiten nicht ganz zufrieden sind“

(Foto: pm)

Aglasterhausen. (pm)  Die Proteste des Kreisjäger- und des Kreisbauernverbandes zur Novellierung des Landesjagdgesetzes schwellen an. Die Kreistagsfraktion und der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Neckar-Odenwald-Kreis beziehen dazu Stellung. Auch im Bürgergespräch vom 20. Mai in Aglasterhausen mit dem grünen Landesvorsitzenden Oliver Hildenbrand und der Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs fand dieses Thema seinen Platz. Dort konnte Manches in sachlicher und konstruktiver Weise gerade gerückt werden. Fakt ist, dass dieses Gesetz wie viele andere auch an die Veränderungen im Natur- und Tierschutzrecht angepasst werden muss, die von der EU- und der Bundesebene zum Teil schon lange vorgegeben sind. So ist z. B. der Tierschutz seit 2002 durch die damalige rot-grüne Bundesregierung in der Verfassung verankert worden.

Die Zusammenhänge sind komplex, meist sind mehrere Akteure beteiligt. So entstehen neue Probleme durch milde Winter und durch Änderungen in der Landwirtschaft. Der  intensivierte und Monokultur-Anbau wie z. B. Mais vergrößert das Nahrungsdargebot für die Tiere, ein reich gedeckter Tisch erhöht die Fortpflanzungsrate. Die Felder rücken immer näher an den Wald heran, so dass die Tiere geschützt zwischen Wald und Feld wechseln können.  Da viele Interessen zu berücksichtigen sind, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter Leitung von Minister Alexander Bonde seit Ende 2012 ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren durchgeführt, an dem in 27 Sitzungen auch der Landesjagd- und der Bauernverband teilgenommen haben. In wichtigen Bereichen wurden Kompromisse gefunden. Oliver Hildenbrand: „Ein Kompromiss ist gelungen, wenn alle Seiten nicht ganz zufrieden sind.“ Alle, auch der Naturschutz, hätten Federn lassen müssen. Aber aus dem ursprünglich allseits getragenen Kompromiss seien die Kreisjägervereinigungen wieder ausgeschert. Dennoch sei Bonde weiterhin gesprächsoffen.

Die Bevölkerung hinterfragt die Jagdausübung heutzutage kritisch. Der Landtag als gewählte Volksvertretung vertritt die Interessen der Bevölkerung, nicht die bestimmter Gruppen. Das neue Gesetz soll mit der behutsamen Weiterentwicklung dazu beitragen, dass die Jagd zukunftsfähig und in ihrer Bedeutsamkeit für die Natur und für die Gesellschaft in Baden-Württemberg anerkannt bleibt. Die großen Themen sind das Wildtiermanagement – dafür gibt es einen Wildwegeplan – und die Ausrichtung der Jagdausübung an wissenschaftlichen, wildökologischen Erkenntnissen. Dazu zählt das kritisierte (An)Fütterungsverbot für Schalenwild, die Anpassung der Jagd- und Schonzeiten und das Verwendungsverbot von Munition, die gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe wie z. B. Blei enthält, bei der Jagd auf Schalenwild. Weiterhin wird das Tierschutzrecht auch in Bezug auf den Haustierabschuss fortentwickelt. Das Faktenblatt zum Landesjagdgesetz ist nachzulesen unter www.gruene-nok.de.

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1 Kommentar

  1. Sehr richtig! Die Jäger können nur polemisieren, die Grünen haben die wissenschaftlichen Argumente und Tierschutzvorgaben auf ihrer Seite! Jüngere Jäger, die im 21. Jahrhundert leben, sind nicht so verbohrt!

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