Trend zu dualer Ausbildung ungebrochen

Arbeitnehmer im Neckar-Odenwald-Kreis werden früher „ausgemustert“

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Zu einem Arbeitsgespräch waren der Erste Stellvertretende Vorsitzende der CDU -Landtagsfraktion, der Neckar-Odenwälder Abgeordnete Peter Hauk und Thekla Schlör, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall zusammen gekommen. Schlör, die seit rund einem Jahr auch für den Neckar-Odenwald-Kreis zuständig ist, beleuchtete anhand der aktuellen April-Zahlen den Arbeitsmarkt im Neckar-Odenwald-Kreis (NZ berichtete). „Die Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab“, stellte Schlör befriedigt fest. Die allgemein gute konjunkturelle Lage schlage sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder.

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Erfreulich sei die mit 2,6 Prozent äußerst niedrige Erwerbslosenquote der unter 25-Jährigen. „Während in weiten Teilen Europas jeder vierter junge Mensch arbeitslos ist, ist es im Neckar-Odenwald-Kreis nur jeder 40.“, freute sich Peter Hauk über die offensichtlich vorhandenen Jobperspektiven für junge Menschen im Landkreis. Thekla Schlör bestätigte, dass die Zahl der Azubis im Neckar-Odenwald-Kreis weiter anwachse. „Die Bereitschaft zur dualen Ausbildung ist bei uns im ländlichen Raum offensichtlich weiter verbreitet als in den Ballungsräumen“, stellte Peter Hauk fest. In Zeiten des demografischen Wandels erweise sich der ländliche Raum als besserer Standort für Handwerk und produzierende Industrie als die Ballungsräume. Fachkräfte seien bei uns etwas einfacher für die Unternehmen zu gewinnen.

Thekla Schlör sagte, dass ihr der signifikant höhere Anteil an älteren Erwerbslosen im Neckar-Odenwald-Kreis etwas Sorgen bereite. Im Neckar-Odenwald-Kreis scheint die Tendenz, Arbeitnehmer früher „auszumustern“ als anderswo noch stärker verbreitet. Hier müsse die Aufklärung und Information der Arbeitgeber noch forciert werden. „Jüngere Arbeitnehmer sind vielleicht etwas produktiver, ältere jedoch erfahrener mit geringerer Fehlerquote“ stellte Hauk hierzu fest. Das Potential, nämlich die Lebens-und Berufserfahrung werde in Zeiten des beginnenden Fachkräftemangels immer bedeutsamer.

Thekla Schlör bemerkte, dass die Mobilität im Neckar-Odenwald-Kreis hin und wieder ein limitierender Faktor für eine erfolgreiche Vermittlung Arbeitsloser sei. Ein kontinuierlicher weiterer Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs könne dem entgegenwirken. Sie wies auch auf erfolgreiche Beispiele von Initiativen privater Mobilität wie Car Sharing, Gemeinschaftsleasing von PKWs etc. hin.

Von Peter Hauk wurde das Thema der Übergänge von der Schule zum Beruf angesprochen. Hier lobte die Arbeitsagentur-Chefin die breite Vielfalt des baden-württembergischen Angebots. „Die Möglichkeiten hier im Südwesten sind so gut, dass sie hin und wieder sogar den Berufseinstieg verzögern, weil man ja noch eine weitere schulische Qualifikation erwerben kann“, sagte Schlör.

„Die Arbeitsplatz-Perspektiven junger Menschen heute sind glänzend“, fasste MdL Peter Hauk das Gespräch zusammen. Der Arbeitsmarkt habe sich gedreht. Während noch vor 20 Jahren Arbeitnehmer zum Teil händeringend freie Stellen gesucht hätten, seien es jetzt die Unternehmer, die zum Teil händeringend qualifizierte Arbeitnehmer suchen. 

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