Rittersbach: Gemeinsame der Unfallopfer gedacht

Gottesdienst erinnert mit Kerzen an Verstorbene  

Rittersbach. (lm) Unter dem Motto „Aus dem Dunkel zum Licht“ war des den Verantwortlichen gelungen, mit dem ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken der Unfallopfer im Neckar-Odenwald-Kreis gleichermaßen Trost und Hoffnung für die vielen verschiedenen Rettungskräfte als auch für die Hinterbliebenen zu spenden und sich zu erinnern. Die Geistlichen Pfarrer Ulrich Stoffers, Pfarrer Ingolf Stromberger und Pfarrer i.R. und Leiter der Polizeiseelsorge Rolf Tönges waren der Bitte von Polizeioberkommissar Rüdiger Bäuerlein gerne nachgekommen, die segensreiche Tradition dieser Gedenkgottesdienste fortzusetzen.

Neben zahlreichen Angehörigen von Unfallopfern waren der Einladung in die evangelische Kirche in Rittersbach zahlreiche Vertreter von Polizei, Feuerwehr, DRK, Notfallseelsorge, Verkehrswacht u.v.m. gefolgt.

„Im Neckar-Odenwald-Kreis verloren von 2010 bis heute 51 Menschen ihre Leben, 916 wurden schwer oder schwerst verletzt und leiden bis heute körperlich und seelisch unter den Folgen“, bei diesen Zahlen könne man schon nachdenklich werden, meinte Fridolin Schulz, Revierleiter von Mosbach in seinen Ausführungen. Dankbar erwähnte er den starken Schulterschluss aller Rettungskräfte und –institutionen. Dank galt auch den Polizei- und Notfallseelsorgern für ihr segensreiches Wirken für Rettungskräfte und Angehörige.

Denn wie in der Predigt von Rolf Tönges deutlich wurde, sind die vielen unbeantworteten Fragen für die Angehörigen von so unerwartet aus dem Leben gerissenen Unfallopfern mit das Schlimmste: „Warum gerade dieser Mensch? Hatte er noch Schmerzen? Was waren die letzten Gedanken? Habe ich etwas falsch gemacht?“

Die letzten Nachrichten des Verstorbenen auf dem Smartphone oder ähnlichen können trösten, sie können aber auch belasten. Hinzu käme noch, dass man sich nicht verabschieden konnte. Grundsätzlich teile eine solche Tragödie das Leben in zwei Hälften, in das Schöne davor und das Schwere danach. „Die Bewältigung solcher Ereignisse ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst“, wusste Seelsorger Tönges. Er empfahl allen Betroffenen – auch den Rettungskräften, die bei schweren Unfällen ebenfalls oft an ihre psychischen Grenzen kommen: „Gebt die Hoffnung nicht auf, dass der Herr Linderung schenkt. Glaubt und hofft, dass er euch eine Antwort gibt über den Sinn dieser Tragödie.“

In Worten und in der Musik der Kirchenband „Klabbstuhl“ wurde deutlich, dass es helfen kann dem Wort Gottes gemeinsam aus dem Dunkel zum Licht zu folgen. „Meine Zeit steht in Deinen Händen“, „Versöhnung ist wie ein Fest nach langer Trauer“ oder „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ hallten tröstlich nach. Ebenso wie der Liedruf zu den Fürbitten von Polizei und Pfarrer Stromberger: Gottes Wort isst wie Licht in der Nacht“. Dass man auch die dreizehn verstorbenen Unfallopfer seit dem letzten Gedenkgottesdienst als strahlende Lichter in Erinnerung behält wurde deutlich als Fridolin Schulz von der Deutschen Verkehrswacht für jeden von Werner Broßmann (Leiter der Präventionsaußenstelle Mosbach) vorgelesenen Namen eine Kerze am „Licht des Lebens“ anzündete.

Diese Kerzen begleiteten die Hinterbliebenen als ihr Licht im Dunkel nach Hause nach dem Segen durch die drei Geistlichen.

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(Foto: Liane Merkle)

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