Adelsheim: Machtübernahme geglückt

Gäässwärmer stürmen das Rathaus

Alle Macht den Narren: Unter diesem Motto zog am Donnerstag die große Gäässwärmerschar aus Elferräten, „Hexen“, „Gäässen“ und Trachten, begleitet von der Feuerwehr und Stadtkapelle, vom „Roten Platz“ kommenden durch die Marktstraße zum „Dr. Erich Häußler Platz“. Zuvor hatte die Zunft bereits verdiente Mitglieder geehrt. Im Rathaushof versammelten sich bereits viele Schaulustige um die närrische Machtübernahme aus nächster Nähe mitzuerleben. Sitzungspräsident Torsten „Blumi“ Blum hieß im Namen der Zunft alle Besucher willkommen. In seiner kurzen Ansprachr meinte er das nun die Zeit gekommen sei, wo es zu prüfen gelte ob im Rathaus im Sinne der Gääss regiert wurde.

Ohne große Gegenwehr entmachtet                                                                                                        Und dann ging alles auch ganz schnell. Blum forderte die Hexen und Gäässe auf den „Schultes aus seim Rothaus zuverbanne“. Dieser Aufforderung kamen Sie nach und stürmten, ausgestattet mit Hellebarde, das Rathaus der Stadt. Ohne große Gegenwehr ließ sich Bürgermeister Klaus Gramlich aus dem Gebäude führen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen er sei froh sein Amt für eine kurze Zeitspanne abgeben zu können.

Naherholungsgebiet für Adelsheim                                                                                                            In seiner Entmachtungsrede gab Blumi bekannt das ab sofort jede Ratssitzung zum wahren Kulinarium werde. Etwas für die Freizeit zu erschaffen stünde ebenfalls an oberster Stelle des Plans für die nächsten Tage. Die Zunft hatte sich bereits Gedanken gemacht und kam zum Entschluss dass ein Naherholungsgebiet her müsse. „Aber wo kann ma des verorten Natürlich drause im Allezer Norden Do Staue wir wieder beim Würthwehr en See Wie des ausgsehe hat… des war doch schee“ so Blumi weiter in seiner Rede. Auch an Attraktionen rund um den See habe man bereits gedacht. So müsse ein Ferienhauspark gebaut, ein Bootsverleih etabliert und die Gastronomie belebt werden. Des weiteren sei einmal die Woche ein Warmbadetag sowie ein Nichtschwimmertag geplant. „Gäässesee“ solle das neue Kinde laut Blumi heißen, denn dieser Name eigne sich hervorragend zur internationalen Vermarktung, wie er gleich Unterbewusstsein stellte.

Ein Sponsor muss her                                                                                                                               Danach konterte Bürgermeister Gramlich die Vorschläge Blums gekonnt. Das Thema Naturbadeteich gab es ja vor einigen Jahren schon einmal in Adelsheim, wo die Bürger ja strickt dagegen waren. Er selbst hätte gegen den neuen See nichts einzuwenden, auch den geplante Standort könne er sich vorstellen. Doch solle sich die Gäässwärmerzunft lieber auf die Suche nach einem geeigneten Sponsor machen. Unweit des geplanten Sees müsste man doch fündig werden. Und auch Gramlich hatte noch eine Attraktion beizutragen, so solle die Schraubengääss vom Rathaus auf die Mitte des Sees umziehen. Danach übergab Gramlich, als letzte Amtshandlung, den Stadtschlüssel sowie die leere Stadtkasse. Als Zugabe erhielt die Zunft noch den prall gefüllten Schuldensack der Stadt. Nach einer gemeinsame Schunkelrunde zog die illustre Schar zur Jakobskirche um dort den Narrenbaum abzuholen.

Narrenbaum aufgestellt                                                                                                                                Der Zug führte unter den Klängen der Stadtkapelle durch die Marktstraße in die Seestadt, wo der Narrenbaum von Bauhofmitarbeitern aufgestellt wurde. Torsten Blum verkündete: „Der Narreboom wurd‘ ufgestellt, und närrisch ist die ganze Welt – am närrischste im ganze Land, ist Alleze am Seckachstrand“. Danach wurde zum Allezer Fastnachtsschlager „Hopp-Karline“ um den Baum getanzt. Nachdem man dem Schattenkabinett der Stadt und den Aktiven und Elferräten grobgünstig den Schnaps eingeschenkt hatte, verlas Torsten Blum die Urkunde zum Gäässwärmer, die an den schrecklichen Seestadtbrand im Jahr 1864 erinnert und den Gäässwärmern ihren Namen gab: „In alten Zeiten meldet der Chronist, ein harter Winter gewesen ist. Damit die Gääss nicht leidet große Pein, machte der Balzele ein Feuerlein – dies aber wär auserkommen, und Stall und Gääss sind elend verbronnen“. Symbolisch wurde durch den Balzele (Sebastyan Hoarca) die „Gääss“ entfacht, getreu dem Fastnachtsvers „Die Seestadt brennt, un a die Gääss, jetzt wird es alle Narre heeß, die Stimmung steigt, der Jolly lacht, in Alleze is Fasenacht“. Nach dem die Seestadt nun symbolisch brannte und die Macht in Adelsheim nun bis Aschermittwoch in den Händen der Narren liegt, lud Torsten Blum noch in die Tiefgarage des Rathauses ein. Dort wurde die Allezer Fasenacht noch ausgiebig gefeiert.

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