Verbandskonzert mit Jacob de Haan

(Foto: Liane Merkle)
Seckach. (lm)  „Wir sind unglaublich stolz uns fühlen uns geehrt, dass wir einen so hochkarätigen Komponisten für diesen zweitägigen Workshop mit Abschlusskonzert gewinnen konnten“, so Herbert Münkel als Präsident des Blasmusikverbands Tauber-Odenwald-Bauland in der trotz mehrfacher Nachbestuhlung bis auf den letzten Platz besetzten Seckachtalhalle.

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Denn wie Verbandsdirigent Gerhard Schäfer bereits in seiner Begrüßung bemerkt hatte, ist Jacob de Haan einer populärsten und meist gespielten Blasmusikkomponisten der Gegenwart.

Kein Wunder, dass das Konzert des 80köpfigen Verbandsorchesters für die Gäste, darunter Ehrenpräsident Gerd Münch, Bürgermeister Thomas Ludwig und Landrat Dr. Achim Brötel, unter seinem Dirigat ein kurzweiliger und begeisternder Genuss war. Der sympathische Niederländer verstand es hervorragend, die Musikerinnen und Musiker in seiner Begeisterung für die Blasmusik mitzureißen und anzustecken.

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Der rd. eineinhalbstündige Ausschnitt aus dem Repertoire seiner Kompositionen gestaltete sich ebenso abwechslungsreich wie kurzweilig und die Musikerinnen und Musiker bewiesen dem Komponisten und dem Publikum, dass sie Musik mit Gefühl spielen können.

Präsident Münkel dankte dem Komponisten mit einem Präsent und richtete weitere Dankesworte an das Organisationsteam um Verbandsdirigent Gerhard Schäfer, an Bürgermeister Thomas Ludwig als Hausherr und an Hermann Schmitt und dessen Helfer für einen perfekten Rahmen des Workshops.

Und unter der humorvoll kenntnisreichen Moderation von Jürgen Lüning hatte der Nicht-Musiker-Zuhörer praktisch ein musikalisches Navi. Als Auftakt „mit Pauken und Trompeten“ erwies sich Jacob de Haans Komposition „Ross Roy“ mit zahlreichen Metaphern über die Geschichte des St. Peter Lutheran College, das in dieser monumentalen Villa in Brisbane zuhause ist.

In de Haans darauffolgendem „Pisa“ hörte und sah man das Schwanken des wohl berühmtesten Turms der Welt, bei dem im Finale alle Orchester der Umgebung von Pisa zum Feiern in die Stadt kommen und von den Glocken des Turms begleitet werden. Ein weiteres Werk des niederländischen Komponisten stellte mit wunderschönen Melodien und rhythmischen Abschnitten sowie modernen Klängen mit an die Renaissancemusik angelehnten Passagen die musikalische Führung durch die majestätische Burg „Castrum Alemorum“ auf einem Hügel der Rhône-Alpes dar. Und schließlich nahmen Komponist und Orchester das Publikum mit „Ammerland“ auf eine Kurzreise in diesen bezaubernden Landstrich am Zischenahner Meer mit einer wunderschönen Natur, herrlicher Aussicht über das Wasser und leuchtenden Farben einer einzigartigen Landschaft.

Sein großes Werk „Jubilate“ über die Historie von Waldkirch konnte der Komponist als Zuhörer genießen und er zeigte sich begeistert über die gelungene Darbietung unter dem Dirigat von Volker Metzger, bei dem die Bläsergruppe sich zeitweilig gekonnt dem gregorianischen Gesang widmete, bevor er wieder selbst den Dirigentenstab übernahm und mit „Along the Weser“ eine wunderschöne Hommage an diesen Fluss präsentierte, in der als verbindendes Element das bekannte Lied „An der Weser“ in drei verschiedenen Stilrichtungen verarbeitet wurde. In seinem imposanten „Concerto D’Amore“ vereinigte Jacob de Haan gekonnt die Stilrichtungen Barock, Pop und Jazz.

Und dieses Stück sollte eigentlich der glanzvolle Schlusspunkt sein, doch „Standing Ovations“ und laute Zugaberufe ließen den Komponisten fröhlich ausrufen: „Was ist ein Programm ohne Marsch?“ Und der folgte dann unter dem Titel „Vitervo“ nach der gleichnamigen Provinz in der mittelitalienischen Region Latium und unter Einbeziehung des Publikums.

Komponiert wurde der schwungvolle Marsch zu Ehren des 50jährigen Jubiläums des Blasorchesters des Dorfes Monterosi in Viterbo. Der Beifall schien kein Ende zu nehmen und dokumentierte die Begeisterung des Publikums über ein ganz besonderes und sicher unvergessliches Konzerterlebnis.

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