Biotop für das NKG – „Natur nah dran“

(Foto: pm)

Mosbach. (pm) Seit dem Frühjahr ist Mosbach Teilnehmer am „Natur nah dran“-Projekt des NABU. Einige Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden, u.a. auch in der Waldstadt und nun aktuell am Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG). Nicht nur die städtischen Zuständigen sowie der frühere Baumkontrolleur der Stadt, Christian Thumfart, sondern auch die Schulleitung und die Schülerinnengruppe „Grünlinge“ zeigten sich bei einer kleinen „Übergabe“ auf dem Sportgelände der Schule sehr erfreut über das Erreichte.

In den sandigen Gruben der Weitsprunganlage des NKG haben im Frühjahr Hunderte Solitär-Sandbienen „Andrena spec.“ ihre Brutröhren gebaut. Durch den stattfindenden Schulsportbetrieb wurden diese in den Sommermonaten bislang immer wieder gestört. Aus diesem Grund wurde ein neues Sandbienen-Bruthabitat an einem nahe gelegenen, sonnenexponierten Hang geschaffen. Büsche und blühende Stauden-Säume, verdichteter Sand, Altholz, Steinen bieten zusätzlichen  Lebensraum. Auch wechselwarme Tiere wie Eidechsen, Schlangen und Insekten profitieren von der Anlage; sie können die Wärme der durch die Sonne erwärmten Steine aufnehmen. Durch die 80 cm tiefe und lückige Sand- und Schotterschicht ist hier eine frostsichere Überwinterung möglich. Ein Angebot von geeigneten Futterpflanzen für Insekten und deren Larven rundet das Biotop ab. Die acht gepflanzten Strauch-Arten beherbergen allein über 30 Arten von Schmetterlingsraupen, wie Christian Thumfart erläutert. Ein Beispiel ist der Zitronenfalter, der ohne Kreuzdorn und Faulbaum nicht überleben könnte. Im Frühjahr werden darüber hinaus die Blühflächen mit einheimischen Pflanzen eingesät.

Zusammen mit Schulleiter Jochen Herkert, der stellvertretenden Schulleiterin Marion Stoffel und der Schülerinnengruppe „Grünlinge“ wurde das neuangelegte Biotop inspiziert. Schulleiter Herkert sieht ganz klar eine „Win-Win“ Situation bei diesem Projekt, da es wichtig für den Umweltschutz ist und darüber hinaus ein gutes Anschauungsobjekt für den (Bio-)Unterricht. Ein großes Dankeschön von Schulleiter Herkert galt deshalb dem Anlegen der Fläche auf dem Schulgelände, wodurch auch gleichzeitig der Artenschutz gefördert wird.

Mit dem Projekt „Grünlinge“ will das NKG seine Schülerinnen und Schüler für Nachhaltigkeit und Natur sensibilisieren. Deshalb kümmern diese sich um die Pflanzen auf dem Gelände des NKG, gießen sie, jäten Unkraut, pflanzen Bäume und entfernen Moos aus den Fugen. Derzeit sind es sechs Schülerinnen, die sich regelmäßig aktiv betätigen, um das Erscheinungsbild des NKG-Geländes zu pflegen. Sie sollen für das Projekt auch Multiplikatoren für die anderen Schüler sein und im Biologieunterricht über das Biotop informieren.

Artenschutz macht auch in privaten Gärten Sinn. Häufig werden Insektenhotels angeboten, aber zwei Drittel aller Wildbienen brüten im Boden. Wenn im Frühling die Natur in voller Blüte steht, können Gartenbesitzer häufig Wildbienen beobachten. Von einem Tag auf den anderen summen zahlreiche Bienen hektisch knapp über dem Boden hin und her. Viele Menschen beunruhigt das, denkt man doch direkt an schmerzhafte Bienenstiche! Aber auch wenn das Gewusel den ein oder anderen vielleicht erschreckt, ist es doch harmlos, denn es handelt sich um Sandbienen-Männchen, die nicht stechen können. Sie warten vielmehr auf eine Chance zur Paarung und schwirren unermüdlich dicht über der Brut-Kolonie und machen dabei auch den Menschen auf den Niststandort aufmerksam. Und auch wenn Weibchen zur Verteidigung über einen Stachel verfügen, ist dieser in der Regel zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen.

Nach der Paarung gräbt jedes Weibchen eine Niströhre mit unterschiedlich vielen Nistkammern, trägt Pollen ein, legt ein Ei dazu und verschließt die Nistkammer und schließlich den Nistgang an der Erdoberfläche. Für den Schutz solcher Wildbienen ist es hilfreich, wenn Gartenbesitzer schütter bewachsene Stellen, wegen der geringeren Bodenfeuchte gerne auch Böschungen belassen oder neu anlegen. Und umso besser, wenn der Bienenfreund darauf achtet, die Tiere neben den Bodenlöchern nicht totzutreten. Und wie gesagt, die Tiere sind friedlich, verteidigen ihr Nest nicht und stören auch nicht bei der Kaffeetafel.

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