Ältester Heizkessel seit 1966 in Betrieb

Gewinner war die Familie Holdermann in Kälbertshausen: (von links) Matthias Müller (SHK-Innungsobermeister), Tobias Hagenmeyer (SW Walldürn), Andreas Stein (SW Buchen),

(pm) „Alter Schwede“ könnte man hier fast sagen: Bei einer Aktion der Energieagentur Neckar-Odenwald (EAN) vom vergangenen Jahr wurde der älteste Heizkessel des NOK in einem Privathaus gesucht. Die Initiatoren Uwe Ristl von der EAN sowie die Stadtwerke aus Mosbach, Buchen und Walldürn sowie die Innung Heizung, Sanitär und Klima konnten sich über mehr als 50 Teilnehmer freuen. Als „Gewinner“ wurde nun ein Kessel aus, wie bereits erwähnt, schwedischer Produktion von 1966 bei Familie Dagmar und Irene Holdermann aus Kälbertshausen gekürt. Diese Aktion war möglich, weil der deutsche Kesselhersteller Brötje einen Brennwertkessel im Wert von über 5000 € zur Verfügung gestellt hatte.

Dabei hatten die Initiatoren vor allem eines im Sinn: Viele alte Heizungsanlagen leisten im Neckar-Odenwald-Kreis immer noch ihren Dienst. Diese stammen aus einer Zeit, wo Klimaschutz und Heizkosten eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Zudem schreibt die Energieeinsparverordnung vor, dass Heizkessel, die vor dem 01.01.1985 eingebaut wurden oder nach 30 Jahren Betriebszeit unter bestimmten Voraussetzungen auszutauschen sind – allerdings sind Ein- und Zweifamilienhäuser, die seit dem 01.02.2002 von den Eigentümern genutzt werden, von dieser Regelung ausgenommen. Rund die Hälfte der emittierten Treibhausgase in unserer Region sind dem Wärmesektor, also der Beheizung von Gebäuden, zuzuordnen.

Die EAN hatte von April bis Juni vergangenen Jahres über die Tageszeitungen und Infoblätter, Flyer und den Homepages auf diese Aktion hingewiesen. Gesucht wurde der älteste noch in Betrieb befindliche Heizkessel einer Zentralheizung, gleich ob Öl oder Gas. Dazu Uwe Ristl von der EAN: „Der Hausbesitzer kann davon ausgehen, dass er dann mit einer modernen Heizung bis zu 20% weniger Energie benötigen wird!“. Bezüglich des Klimaschutzes gebe es, so Ristl weiter, ebenfalls gute Argumente für den Austausch einer überalterten Heizungsanlage. „Moderne Anlagen sparen im Vergleich zu den buchstäblichen ‚alten Eisen‘ nicht nur Energie, sondern auch noch einen großen Anteil von klimaschädlichen Abgasen ein.“ Genauso aber sei es seiner Ansicht nach wichtig, über die verschiedenen Sanierungsmöglichkeiten von Heizungsanlagen und Gebäuden zu informieren und die zahlreich angebotenen Förderungen zu erläutern – dabei stehe die EAN bzw. die zahlreichen professionellen Energieberater mit Rat und Tat zur Seite. Dies sei übrigens ein Rat für alle Hausbesitzer.

Der Heizkessel der Familie Holdermann leistet nun seit über 50 Jahren treue Dienste. Weitere sechs Anlagen waren ebenfalls aus den 60er Jahren. Aus den 70er Jahren wurden 23, aus den 80er 20 und den 90er drei Kessel gemeldet. Somit erhält die Familie Holdermann als Gewinner einen neuen Öl-Brennwertheizkessel des Herstellers Brötje im Wert von über 5000 €. Irene Holdermann konnte sich noch sehr gut an den Kauf des alten Kessels in den 60er Jahren erinnern. „Mein Mann hatte sich für dieses Modell entschieden, da er mit Öl und auch mit Holz befeuert werden konnte. Er war mächtig stolz, wie lange der Kessel treu seine Dienste getan hat“. Dagmar Holdermann ergänzte: „Wir freuen uns sehr über diesen Gewinn und sind froh, dass wir mit einer neuen Anlage umweltfreundlicher heizen werden“. Zur offiziellen Gewinnbenachrichtigung trafen sich Uwe Ristl (EAN), Matthias Müller (SHK-Innungsobermeister), Tobias Hagenmeyer (SW Walldürn), Andreas Stein (SW Buchen) und Jürgen Jaksz (SW Mosbach).

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