„Eine Medaille für jeden sollte es sein“

Die Vorfreude steigt: Das Team der Johannes-Diakonie (von links) mit Martin Weber, Ingrid Neff, Michael Lofink, Frank Eser, Claudia Geiger und Elena Bergen (v.l.) gibt sich im Schwarzacher Kraft-Werk den letzten Schliff vor den Special Olympics World Games in Abu Dhabi. (Foto: Walter)

Sportler der Johannes-Diakonie bei Weltspielen in Abu Dhabi

Schwarzach/Abu Dhabi.  _(mw) _Sie tragen mit Stolz den Bundesadler auf der Brust – die Athletinnen, Athleten und Trainer der Johannes-Diakonie, die in wenigen Wochen Deutschland bei den Weltspielen von Special Olympics in Abu Dhabi vertreten werden. Aktuell trifft sich das Team regelmäßig für den Feinschliff in der Vorbereitung im Kraft-Werk Schwarzach.

Für die Radsportler Elena Bergen, Ingrid Neff und Michael Lofink sowie für den Kraftdreikämpfer Frank Eser steht dort insbesondere Spinning und Krafttraining auf dem Programm. Anfang März hebt dann der Flieger in die Arabischen Emirate ab, der die deutsche Delegation in deutlich wärmere Gefilde bringen wird.

An den Weltspielen von Special Olympics in Abu Dhabi vom 14. bis 22. März 2019 nehmen über 7000 Athletinnen und Athleten mit geistiger und mehrfacher Behinderung aus 170 Ländern teil. Deutschland entsendet ein 229-köpfiges Team zu diesem alle vier Jahre stattfindenden Großereignis.

163 Sportlerinnen, Sportler und Unified Partner werden in 18 Disziplinen antreten und für eine inklusive Gesellschaft werben. Von der Johannes-Diakonie gehören neben den vier Athletinnen und Athleten auch Claudia Geiger als Cheftrainerin der Radfahrer und Martin Weber, ebenfalls Coach der deutschen Radler, mit zur Delegation.

Für Claudia Geiger sind die Spiele in Abu Dhabi bereits ihre vierten Special Olympics World Games. Zuvor hatte sie das Team in Shanghai, Athen und Los Angeles begleitet bzw. war als Offizielle vor Ort. Besonders erfreulich sei, so Geiger, dass sich dieses Mal sogar vier Sportlerinnen und Sportler der Johannes-Diakonie für die Weltspiele qualifizieren konnten und nach Abu Dhabi eingeladen wurden. „Das ist ein Novum“. Nach einer intensiven Vorbereitung auf die Spiele wünschen sich beide Trainer Edelmetall von ihren Schützlingen. „Eine Medaille für jeden sollte es schon sein“, so Martin Weber.

Das bekräftigen auch die Athletinnen und Athleten. „Natürlich ist es schön, einfach dabei zu sein“, sagt Ingrid Neff, mit 64 Jahren die Seniorin im Team und vor vier Jahren in Los Angeles golddekoriert. „Aber eine Medaille möchte ich schon noch einmal gewinnen.“ Frank Eser stellt klar. „Ich fahre hin, um zu gewinnen.“ Dazu hat der Kraftdreikämpfer beim Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben gleich mehrere Möglichkeiten.

Auch die drei Radfahrer der Johannes-Diakonie werden auf unterschiedlichen Streckenlängen beim Einzelzeitfahren und Straßenrennen antreten. Gefahren wird dabei auf der Formel-1-Rennstrecke „Yas Marina Circuit“. „Vielleicht bekommen wir ja die Ferrari-Box“, lacht Michael Lofink.

Los geht das Abenteuer Abu Dhabi für das Team mit dem Abflug am Nachmittag des 8. März. Nach wenigen Tagen der Akklimatisierung starten die eigentlichen Wettbewerbe am 14. März – bei hochsommerlichen Temperaturen. „Gerade für die Radfahrer ist es schwierig, vom mitteleuropäischen Winter und dem Training auf der Rolle zu den Wettbewerben im Freien bei 30 Grad im Schatten anzutreten“, so Claudia Geiger. Eines der wichtigsten Utensilien im Koffer sei daher der Sonnenschutz.

Doch die Sportler schrecken die klimatischen Bedingungen nur wenig. Elena Bergen sorgt sich lediglich um den langen Flug, und Michael Lofink sagt: „Ich freue mich auf ein anderes Land, eine andere Kultur.“ Ingrid Neff ist insbesondere auf neue Begegnungen gespannt: „Ich finde es toll, mit Sportlern aus anderen Ländern antreten zu dürfen.“ Besonders dann, wenn man am Ende neben ihnen auf dem Siegertreppchen stehen darf – möglichst in der Mitte.

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