2.116 Notarzt-Einsätze rund um die Uhr

(Foto: pm)

Einsatzzahlen gestiegen – Rettungsdienste stellen notfallmedizinische Versorgung rund um die Uhr sicher

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden die Notärztinnen und Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 2.116-mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert, die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt.

Dies entspricht einem leichten Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 88 Einsätze oder 4,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum 2017 lagen die Alarmierungen mit 2.213 Notarzteinsätzen noch etwas höher.

Bei durchschnittlich 11,7 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärztinnen und Notärzte 658-mal alarmiert wurden (3,6 Einsätze pro Tag, im ersten Halbjahr 2018 763 Einsätze).

Der Rückgang an diesem Standort erklärt sich hauptsächlich durch den Anstieg auf 366 Einsätze am Notarztstandort Asbach (2,0 pro Tag, 2018: 230), der zunächst nur tagsüber alarmiert werden konnte, aber seit März in 24h-Bereitschaft am neuen Standort im Gewerbegebiet TECHNO stationiert ist.

Am Notarztstandort Buchen wurden insgesamt 465 Einsätze absolviert (2,6 pro Tag, 2018: 530). Auch hier führt die 24h-Verfügbarkeit des Notarztes in Osterburken seit März zu einer Verschiebung, denn von den 280 Einsätzen dort im ersten Halbjahr (1,5 pro Tag, 2018: 175) wurden die nächtlichen Einsätze bisher überwiegend aus Buchen bedient. Der Standort Hardheim absolvierte im ersten Halbjahr 347 Notarzteinsätze (1,9 pro Tag, 2018: 330).

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen damit gemeinsam mit den Einsatzkräften der beiden DRK-Kreisverbände und dem Malteser-Hilfsdienst die Notfallversorgung an insgesamt fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher.

Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen. Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle.

Bei etwa jedem 40. Einsatz werden Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen – durch die Medienberichterstattung werden diese Einsätze aber in der Öffentlichkeit naturgemäß viel mehr wahrgenommen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen“, so Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

Die Ausweitung der Vorhaltung an den beiden „Außenwachen“ stelle die Kliniken vor eine noch größere Herausforderung als bisher, und ohne externe Unterstützung sei dies nicht leistbar. Der DRK-Kreisverband Buchen stellt die permanente Einsatzbereitschaft des Notarzteinsatzfahrzeuges in Buchen und Hardheim sicher, Rettungswagen werden in Buchen, Hardheim und Osterburken rund um die Uhr und in Oberneudorf seit April werktags tagsüber besetzt.

Der DRK-Kreisverband Mosbach zeichnet für das Mosbacher und das Osterburkener Notarztfahrzeug, zwei rund um die Uhr besetzte Rettungswagen in Asbach und Mosbach sowie einen von 7 bis 19 Uhr einsatzbereiten Rettungswagen in Mosbach verantwortlich. Zusätzlich erfolgt eine personelle Unterstützung der Buchener Kollegen am Standort Oberneudorf. Das Notarztfahrzeug im Bereich Asbach wird vom Malteser Hilfsdienst gestellt und mit Rettungsassistenten oder Notfallsanitätern besetzt.

Die Rettungswagen des DRK-Kreisverbandes Mosbach wurden im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 3.039-mal alarmiert (2018: 2.857), die des DRK-Kreisverbandes Buchen 2.745-mal (2018: 2.359). Auch hier zeigt sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg bei den Alarmierungen um 182 (6,4 Prozent) in Mosbach und um 386 (16,4 Prozent) im Bereich Buchen.

Landrat Dr. Achim Brötel freut sich, dass durch die getroffenen Maßnahmen die Notfallversorgung in der Fläche verbessert werden konnte. „Die vom Bereichsausschuss beschlossenen Erweiterungen der Vorhaltung von Rettungsmitteln zeigen in ersten Auswertungen bereits deutliche Verbesserungen bezüglich der Hilfsfristeinhaltung gemäß Rettungsdienstgesetz.“

Brötel betont, dass es neben der professionell organisierten Hilfe in medizinischen Notfällen ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis zählen dürfen. „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“

Die sogenannten HvO (Helfer vor Ort) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Integrierten Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird, und können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen und Angehörige und zufällige Ersthelfer entlasten.

Diese Ersthelfer bleiben aber wichtigstes Glied der Rettungskette, das sie als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen.

Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden. Dazu gehört auch die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche mittlerweile im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz an über 200 Standorten im Landkreis verfügbar gemacht wurden, um die Versorgung bei Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern.

Zusätzliche Hilfe bringt die Smartphone-basierte Alarmierung von qualifizierten Helfern mit der App „Mobile Retter“. Kurse für Jedermann werden durch das DRK regelmäßig angeboten, können bei Interesse aber auch für Gruppen und Vereine vor Ort organisiert werden.

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