Unterstützung für pflegende Angehörige

 Mitglieder des aktuellen Vorstandsteams der Evangelischen Sozialstation Mosbach (von links): Guido Zilling, Jörg Huber (Vorsitzender), Christina Engelfried, Richard Lallathin, Gerhard Nelius, Otmar Bangert (stellv. Vorsitzender). (Foto: pm)

Evangelische Sozialstation Mosbach hilft seit über 40 Jahren bei der häuslichen Pflege – Vorstand im Amt bestätigt

Mosbach.  (pm) Seit über 40 Jahren unterstützt die Evangelische Sozialstation Mosbach Angehörige bei der häuslichen Pflege. Aber noch nie gab es einen so großen Bedarf wie heute. Das Statistische Bundesamt errechnete einen Spitzenwert von 3,41 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland. Von ihnen wird der Großteil zu Hause betreut. Dabei übernehmen in zwei von drei Fällen Angehörige die Pflege. Häufig kommen diese jedoch an ihre Grenzen, denn die Pflege ist emotional und körperlich belastend und gleicht oft einem Vollzeitjob.

„Wir möchten in solchen Situationen mit Beratung und professioneller Pflege helfen,“ sagt Jörg Huber, der bereits seit 2011 als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Evangelischen Sozialstation lenkt. Anfang Dezember wurde er erneut im Amt bestätigt. Dem aktuellen Vorstandsteam gehören zudem Otmar Bangert (stellv. Vorsitzender), Richard Lallathin, Gerhard Nelius, Christina Engelfried und Guido Zilling an. Huber weiß, dass den Betroffenen die verschiedenen Hilfsangebote und gesetzlichen Ansprüche auf Pflegeleistungen oft nicht hinreichend bekannt sind: „Da haben wir noch viel Bedarf an Aufklärung, denn das ist ein sehr komplexes Thema.“

Dies bestätigen auch Petra Lohmüller und Elvira Rodemich, die Pflegedienstleiterinnen der Evangelischen Sozialstation. Die beiden Frauen beraten Angehörige und planen gemeinsam mit den Betroffenen, wie die ambulante Pflege und Versorgung im Einzelfall gestaltet werden soll. Dabei sei Transparenz wichtig, denn viele Betroffene sind im Voraus besorgt, weil die Pflege bundesweit durch Fachkräftemangel, unzureichende Zeit oder zu niedrige Löhne in Negativschlagezeilen geraten ist. „Für viele ist es nicht leicht, die Pflege in fremde Hände abzugeben. Aber wenn wir dann mit im Boot sind, sind die Menschen dankbar,“ berichtet Rodemich.

In Sachen ambulante Pflege kann man die Evangelische Sozialstation fast schon als „alten Hasen“ bezeichnen. Seit 1977 gibt es den Dienst, der von den evangelischen Kirchengemeinden im Mittelbereich Mosbach getragen wird. Unter dem Motto „Weil Menschen Menschen brauchen“ sind täglich knapp 100 Mitarbeitende mit etwa 50 Autos im Schichtdienst unterwegs, um Pflegebedürftige von Mudau bis Neckargerach, von Hüffenhardt bis Schefflenz zu versorgen. „Wir legen großen Wert auf eine gute Aus- und Weiterbildung unserer Pflegekräfte“, betont Lohmüller. Neben Alten- und Krankenpflegefachkräften gehören auch spezialisierte Wundmanager und Palliative Care Fachkräfte zum Team. Im Portfolio finden sich pflegerische Grundleistungen, Begleitung bei Arztbesuchen oder Behördengängen, Hausnotruf oder Tagespflege. So kann die Pflege individuell erweitert werden, wenn irgendwann mehr Unterstützung erforderlich ist. „Das ist nur möglich, weil wir ein recht großer Dienst sind“, erklärt Lohmüller. „Und weil wir über viele Mitarbeitende verfügen, können wir auch flexibel reagieren, wenn Hilfe kurzfristig organisiert werden muss.“

Zwei weitere Besonderheiten gibt es bei der Evangelischen Sozialstation Mosbach: Durch finanzielle Unterstützung seitens der Kirchengemeinden haben die Pflegekräfte zusätzlich Zeit für ein Gespräch oder Seelsorge. Und: Die Mitarbeitenden werden hier schon immer tarifgerecht entlohnt. Die Evangelische Sozialstation hat damit zwar höhere Personalkosten, ist aber auch ein attraktiver Arbeitgeber für gut ausgebildete Pflegekräfte.

Info: Wer Fragen zum Anspruch auf Pflegeleistungen hat oder eine individuelle Beratung zur häuslichen Pflege wünscht, findet weitere Infos im Internet unter www.sozialstation-mosbach.de oder telefonisch unter (0 62 61) 93 33-0.

Artikel teilen:

Zum Weiterlesen: