Neuer Leiter in der GRN Klinik

(Foto: pm)

„Kontinuität trotz Wandel“ – Tim Egger ist mit 30 Jahren jüngster Klinikleitern

Eberbach.  (pm) Das blaue Sakko hängt über der Stuhllehne, die weißen Hemdsärmel sind hochgekrempelt: Tim Egger sitzt im großen Konferenzraum der GRN-Klinik Schwetzingen. Vor ihm ein Laptop, auf dem er schnell die Mails checkt.
Tim Egger ist 30 Jahre alt und seit 01. April Klinikleiter der GRN-Klinik Eberbach mit 130 Betten, 350 Mitarbeitern und mehr als 6000 stationären Patienten im Jahr. Wie er es geschafft hat, in so jungen Jahren eine so steile Karriere hinzulegen? Für die Verhältnisse seines früheren Arbeitgebers Helios sei er bereits alt. „Da werden viele mit 27 Jahren schon Geschäftsführer“.

äGRN-Kliniken stehen für Stabilität, Kontinuität und familiäre Atmosphäre

Egger absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Bürokaufmann, wo er sich Kenntnisse in Finanzbuchhaltung, Marketing, Personalwesen und Lohnbuchhaltung aneignete. Anschließend studierte er Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Kempten mit Schwerpunkt im Bereich Betriebliches Gesundheits-management und Gestaltung von Behandlungspfaden. Zwischendurch schnupperte der frühere Footballspieler der 1. Bundesliga unter anderem mit einem Praktikum in die Abläufe des Deutschen Bundestages und begann schließlich ein Management-Trainee zunächst bei den Celenus-Kliniken, dann bei Helios. Ein Nachwuchsführungskräfte Förderprogramm brachte ihn in die Position des Assistenten der Geschäftsführung – erst bei Maximalversorger Helios in Krefeld, später in Duisburg.

„An meinem letzten Standort in Duisburg habe ich in eineinhalb Jahren drei Geschäftsführer miterlebt. Jeder hatte eine andere Agenda“, beschreibt der Hobbysportler, der inzwischen auf Crossfit schwört, unruhige Fahrwasser. Das gab den Ausschlag, die Klinik zu verlassen – hin zu einem Klinik-Verbund, der mit Geschäftsführer Rüdiger Burger seit 14 Jahren den gleichen Mann an der Spitze hat und nicht nur deshalb für hohe Stabilität steht.

An der GRN-Klinik in Eberbach schätzt Egger zum einen die familiäre, freundliche Atmosphäre und zum anderen die großen Gestaltungsmöglichkeiten. „Die Klinik in Eberbach ist ein kleines Haus, sehr attraktiv und für mich wie ein Baukasten“, sagt der Leiter, der ganz neue Strukturen einziehen, dabei aber auch Kontinuität wahren möchte. „Wir brauchen eine Vision, eine langfristige, die wir mit Unterstützung der anderen GRN-Kliniken umsetzen.

Die GRN-Klinik Eberbach soll eine feste Säule im Neckartal werden, mit exzellenter medizinischer Versorgung für die Menschen aus dem Umkreis“, so Egger weiter. Die hätten bis zur nächstgelegenen Klinik, zum Beispiel in Sinsheim oder Heidelberg, nämlich einen recht weiten Anfahrtsweg.

Lehren aus Corona: Gemeinschaft statt Egoismus

Inzwischen füllt sich der Konferenzraum – der Krisenstab Corona tagt in wenigen Minuten, natürlich mit Mundschutz und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln. Tim Egger bietet seinen Kollegen Nervennahrung aus dem neben ihm stehenden Spendenkarton an – zur Weiterverteilung an die jeweiligen Klinikmitarbeiter. Er habe für die Klinik in Eberbach so viel bekommen, dass er es fairer findet, sie mit Mitarbeitern der anderen Einrichtungen zu teilen.

Gemeinschaft statt Egoismus: das ist etwas, das ihm grundsätzlich sehr wichtig ist und eine der Lehren, die er aus der Corona-Krise mitnehmen möchte. „Wir in der Klinik nehmen Corona sehr ernst, unterschätzen das Virus nicht“, sagt er nachdrücklich. Es gibt deutlich härtere Vorsichtsmaßnahmen als vom Gesetzgeber und dem Robert-Koch-Institut auferlegt und von den Kliniken erwartet werden. Zum Schutz von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern.

Trotz aller Einschränkungen sieht Tim Egger in der Krise auch etwas Positives. „Ich habe das Gefühl, in der Gesellschaft gibt es ein Umdenken vom Ich zum Wir. Die Menschen geben mehr aufeinander Acht, das finde ich sehr positiv“. In der Hoffnung, dass diese Einstellung bestehen bleibt, findet er: „Wir sollten wegkommen vom Egoismus hin zu Solidarität und die Älteren nicht am Rand lassen, sondern in den Mittelpunkt holen.“

OP-Reinigung oder Küchenhilfe: Klinikleiter Tim Egger ist sich für keine Arbeit zu schade

Für ein Funktionieren in dieser schweren Zeit sei jedes einzelne Zahnrad enorm wichtig, von der Reinigungskraft über Versorgungskräfte, Pflegefachpersonal, Patientenaufnahme. Ohne sie funktioniert das System nicht, daher wünscht er sich eine entsprechende Wertschätzung und meint das keineswegs als Floskel. Tim Egger, der sich selbst für die Arbeit an der Basis nicht zu schade ist, weiß wovon er spricht: „Als Hospitant habe ich alles gemacht: von Aufgaben in der Küche, über Tabletts reichen bis zur OP-Reinigung. So habe ich zum Beispiel fünf Stunden bei einer Beinamputation im OP gestanden und den Ärzten assistiert.“

Die gesammelten, nicht immer leichten Erfahrungen helfen ihm heute, nah an den Menschen die Klinik zu leiten und bei stetiger Kontinuität in der Sache dennoch Neues auf den Weg zu bringen. Schon jetzt, nach wenigen Wochen im Amt, habe er einige Stellschrauben justiert. „Tim Egger bringt ganz neuen, frischen Wind in die GRN-Klinik Eberbach“, bestätigt anerkennend sein Stellvertreter Ralf Geiger. Dabei schaffe er es, jeden einzelnen mit zu motivieren.

„Wir sprechen viel miteinander, gehen aufeinander zu“, beschreibt Tim Egger ein aus seiner Sicht sehr angenehmes Betriebsklima – sowohl mitarbeiterintern als auch im Kontakt mit den Patienten. Dieses Miteinander ist neben Stabilität und Nachhaltigkeit der größte Bonuspunkt, den er ganz allgemein den GRN-Kliniken zuschreibt.

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