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(Foto: pm)

Der Odenwälder Dr. med. Benjamin Helmert leitet seit sechs Monaten die sport-orthopädische und -traumatologische Sprechstunde an den Neckar-Odenwald-Kliniken

Mosbach. Dr. med. Benjamin Helmert, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, hat seit einem halben Jahr die sport-orthopädische und -traumatologische Sprechstunde an den Neckar-Odenwald-Kliniken übernommen. Dort kümmert er sich um Verletzungen des Bewegungsapparats, insbesondere durch Unfälle in Sport, Beruf und Alltag bedingt.

„Im Mittelpunkt stehen Verletzungen des Knies und dort Schäden an Meniskus, Knorpel oder Verletzungen der Kreuzbänder“, beschreibt Dr. Helmert den Kern der Sprechstunde. Patienten mit solchen Problemen wird dienstags von 11 bis 15 Uhr in der sport-orthopädischen und -traumatologischen Sprechstunde am Standort Mosbach der Neckar-Odenwald-Kliniken geholfen.

Häufig sind junge Patienten oder Menschen im mittleren Alter von Sportverletzungen betroffen. Einen großen Anteil machen aber auch Personen um die 50 aus, die in ihrer Jugend sportlich waren und später noch einmal aktiver werden wollen, oft dann, wie Dr. Helmert feststellt, „von null auf 100.

Wer mit 30 Jahren beispielsweise die Fußballschuhe an den Nagel hängt und diese nach 20 Jahren nochmal schnürt oder auch andere Sportarten untrainiert beginnt, ist gefährdet. Man sollte sich realistische Ziele setzen und auf den Körper hören“, rät der Experte.

Das bedeutet, langsam starten und steigern, was immer man auch sportlich plant. Am besten seien gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Kraftsport oder Kardio-Training geeignet.

Er selbst wird dieses Jahr 40 Jahre alt und weiß, dass der sportliche Ehrgeiz oft größer ist als die körperliche Leistungsfähigkeit. Doch die Regeneration des Körpers dauert mit steigendem Alter immer länger.

„Es ist besser, mehrmals wöchentlich 45 Minuten lang zu trainieren, als gleich einen Marathon zu laufen“, betont der Facharzt. Leidenschaftlichen Joggern empfiehlt er Asphalt zu meiden und den Gelenken zuliebe auf weichen Böden mit gutem Schuhwerk zu laufen.

Wichtig für Diagnose und Therapie einer Sportverletzung ist neben einer genauen Anamnese und der ausführlichen Untersuchung des verletzten Gelenks auch eine Röntgenuntersuchung oder ein MRT. Nach Zusammenführen dieser Informationen entsteht dann ein Therapievorschlag.

Manchmal genügt es, das überlastete oder geschädigte Gelenk zu schonen. Oft ist aber ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dafür stehen arthroskopische OP-Techniken, bei denen mit Hilfe einer sogenannten Kniespiegelung operiert wird, zur Therapie von Knorpel-, Meniskus- und Bandverletzungen im Fokus.

Mögliche Therapieansätze sind Knorpelglättungen und die Entfernung von Teilstücken, die Naht des Meniskusrisses oder der Ersatz des vorderen Kreuzbandes. Auch Eingriffe an der Kniescheibe zur Behandlung von Verrenkungen oder Fehlläufen sind möglich.

Sollten fortgeschrittene Schädigungen des Kniegelenks bestehen, wird in enger Zusammenarbeit mit Dr. König und Dr. Gritzbach, geschäftsführender Oberarzt und Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, auch über weiterführende Möglichkeiten wie einen Kniegelenk(teil)ersatz beraten. Dank des medizinischen Fortschritts können Patienten auch in einem solchen Fall nach ihrer Genesung wieder individuell Sport treiben.

2011 begann Dr. Helmert als Assistenzarzt der Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Buchen. Seine Facharztprüfung absolvierte der heutige Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie 2019. Er promovierte mit einer Doktorarbeit zur Knorpelersatztherapie im Kniegelenk.

Dr. Helmert hat sich bereits früh in seiner Weiterbildung auf die Spezialisierung zum Kniechirurgen konzentriert und diese durch Rotationen in andere Spezialkliniken und entsprechende Fachweiterbildung vorangetrieben. Nachdem Dr. Thomas Seeböck-Göbel zum Januar 2021 die Neckar-Odenwald-Kliniken verlassen hat, übernahm Dr. Helmert dessen Sprechstunde mit dem Schwerpunkt Kniegelenkschirurgie, nach zuvor gemeinsamen Jahren in Sprechstunde und OP.

In dieser Zeit wurden bereits erste Neuerungen wie die minimalinvasive MPFL Plastik (mediale patellofemorale Ligament) bei wiederholten Kniescheibenausrenkungen in die Klinik eingebracht und die bisherigen Spezialeingriffe wie Knorpelzelltransplantationen fortgeführt. Bei der MPFL-Plastik wird eine körpereigene Sehne über einen kleinen Schnitt entnommen, als Verstärkung der inneren Aufhängung der Kniescheibe eingesetzt und am Oberschenkelknochen befestigt.

„Ich bin ein Kind der Klinik und der Region“, betont Dr. Helmert. „Ich bin hier groß geworden und kenne die Kliniken schon lange. Deshalb bin ich nach dem Studium in Heidelberg und Mannheim gerne hierher zurückgekehrt, um meine berufliche Karriere in den Neckar-Odenwald-Kliniken zu beginnen.“

Der Facharzt wohnt mit seiner Ehefrau und zwei Kindern im „Kleinen Odenwald“ und ist im Landkreis seit der Kindheit als Mitglied des TSV Badenia Schwarzach sportlich verwurzelt.

Aktuell betreut er die F-Jugend seines Wohnorts. Darüber hinaus ist er wann immer möglich mit seiner Familie mit dem Mountainbike und in den Bergen unterwegs. Mit dem Wunsch Medizin zu studieren, war die Entwicklung zum Sportmediziner bereits vorgeschrieben.

Seinen Jugendtraum als Mannschaftsarzt des Karlsruher Sportclubs zu arbeiten, konnte er sich nicht erfüllen, dafür mit der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (seit 2015) als aktiver Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis einen anderen.

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