Advent auch im Gefängnis spürbar

Unser Bild zeigt (v.li.) Edith Lamersdorf (Stiftungen der Erzdiözese Freiburg), Pfarrer Michael Philippi und Arne Biemann (Badenia-Verlag). (Foto: pm)

Gemeinschaftsstiftung der Erzdiözese und Badenia-Verlag übergeben Adventskalender

Freiburg/Karlsruhe.  (pm) Damit die besondere Zeit des Advents auch für Gefängnisinsassen spürbar wird, hat der Karlsruher Badenia-Verlag zusammen mit der Gemeinschaftsstiftung der Erzdiözese Freiburg eine Aktion zur Übergabe von Adventskalendern gestartet. Edith Lamersdorf von den Stiftungen der Erzdiözese Freiburg und Badenia-Geschäftsführer Arne Biemann haben am Dienstag Pfarrer Michael Philippi, dem evangelischen Seelsorger an der JVA Freiburg, einige der Kalender persönlich übergeben. Weitere, rund 500 Kalender, sollen in den nächsten Tagen über die Gefängnisseelsorgerinnen und -seelsorger auf dem Gebiet der Erzdiözese an die Insassen verteilt werden.

Der Adventskalender des Badenia-Verlags soll dazu beitragen, dass die christlich geprägten Insassen in den Justizvollzugsanstalten die besondere Zeit des Advents erfahren. Die Empfänger sollen spüren, so Arne Biemann, „dass sie auch im Strafvollzug als Menschen mit Hoffnung und Zukunft wahrgenommen werden und dass das Erzbistum sie nicht vergisst“.

Mit der Verteilung über die Gefängnisseelsorge wird zudem die wichtige Arbeit der katholischen wie evangelischen Gefängnisseelsorger unterstützt. „Die Gemeinschaftsstiftung hat gerne die Finanzierung übernommen und freut sich, damit auch die Gefängnisseelsorge zu stärken“, erklärt Edith Lamersdorf.

Die Gefängnisseelsorge: Begegnungen mit Menschen in existentiellen Situationen

Derzeit leben in Baden-Württemberg etwa 8.500 inhaftierte Menschen in 18 Justizvollzugsanstalten mit 34 Außenstellen, drei Jugendarrestanstalten, einem Justizvollzugskrankenhaus und einer Sozialtherapeutischen Anstalt mit Außenstelle. 24 dieser Anstalten befinden sich auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg. Zu diesen Vollzugseinrichtungen gehört auch die JVA Adelsheim, in der Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene ihre Strafen absitzen.

In den Justizvollzugsanstalten auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg arbeiten sechs katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger hauptberuflich und 16 nebenberuflich. Hinzu kommt etwa die gleiche Zahl an evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Die Gefängnisseelsorgerinnen und -seelsorger der Erzdiözese Freiburg kommen aus verschiedenen pastoralen Berufen: Priester, Ständige Diakone, Pastoralreferenten und Ordensschwestern.

Die Seelsorge richtet sich vor allen an die Gefangenen, schließt aber deren Angehörigen und die Bediensteten der Gefängnisse bewusst ein. Die Gefängnisseelsorge will Brücken bauen und Freiräume ermöglichen, damit Leben in Haft ausgehalten und angenommen werden kann. Sie will Menschen in ihrem Bemühen bestärken, umzukehren und ein sinnerfülltes Leben ohne Straffälligkeit zu führen.

Damit stellt sie sich in einem spannungsreichen Arbeitsfeld herausfordernden Begegnungen mit Menschen in existentiellen Situationen. Gefängnisseelsorge versteht sich als ein kirchlicher Dienst für die Menschen im Gefängnis, für die Justizvollzugsanstalten selbst und für die ganze Gesellschaft.

Aktuell steht die Gefängnisseelsorge wegen Einschränkungen in den Haftanstalten aufgrund der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Weil etwa Gruppenangebote kaum möglich sind, wird die Isolation der Gefangenen verstärkt. Auch finden Besuche durch Angehörige und Freunde derzeit nur unter sehr strengen Voraussetzungen statt.

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