(Fotos: Magnus Balles)
Förderfähigkeit verschiedener Projekte bestätigt
Neckar-Odenwald-Kreis. (bd) Der scheidende Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg hat die Fortschreibung des Landesprogramms zur Förderung der kommunalen Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur (LGVFG) für die Jahre 2026 bis 2030 bekannt gegeben. Insgesamt wurden im Regierungsbezirk Karlsruhe 123 Vorhaben bestätigt, neun davon entfallen auf den Neckar-Odenwald-Kreis.
Es handelt sich dabei um Projekte, die bereits zwischen 2012 und 2025 in die Förderkulisse aufgenommen wurden und deren Realisierung nun weiter vorangetrieben werden kann.
Besonders für Neckarelz und Haßmersheim bedeutet die Entscheidung, eine der letzten Amtshandlungen Hermanns, Planungssicherheit für lange angestrebte Infrastrukturverbesserungen.
In Neckarelz ist in der Mosbacher Straße der kombinierte Ausbau von Geh- und Radwegen vorgesehen. Die Maßnahme soll die Verkehrssicherheit in diesem stark frequentierten Bereich erhöhen.
Lückenschluss in Haßmersheim kommt
Für Haßmersheim geht es um den wichtigen Radweg-Lückenschluss nach Neckarmühlbach inklusive einer Brücke über den Mühlbach.
Letzteres Projekt sorgt in Haßmersheim für besondere Erleichterung. Die grüne Gemeinderätin Anna Leischner betont für die rot-grüne Gemeinderatsfraktion die fast historische Dimension: „Die Pläne dazu sind fast schon vergilbt. Nach rund 20 Jahren Planung hoffen wir nun, dass dieser Lückenschluss zwischen Haßmersheim und Neckarmühlbach endlich Wirklichkeit wird.“
Auch aus der Mosbacher Kommunalpolitik kommt Zustimmung. Martin Reiland, Stadtrat der Grünen in Mosbach, sieht in der Bestätigung der Mittel eine notwendige Grundlage: „Mobilität muss im Zuge der Verkehrswende neu gedacht werden. Wir freuen uns über die Förderung von Investitionen in klimaneutrale Fortbewegung in unserem Landkreis.“
Sechs Maßnahmen in Buchen
Die übrigen sieben Maßnahmen des Förderpakets betreffen vor allem den Raum Buchen sowie Osterburken. Hierzu zählen neben dem Radwegausbau zwischen Hollerbach und Oberneudorf (bis L 523) ein Radweg Hettingen – Rinschheim – Götzingen sowie der innerstädtischer Ausbau der Vorstadtstraße/nördliche Amtsstraße, Verbindungen im Bereich Daimlerstraße/Hettinger Straße, der Weg im Bereich Hainsterbach und die Dekan-Blatz-Straße. Ein reines Gehwegprojekt ist für Osterburken-Bofsheim mit dem Kirchweg gelistet.
Die das Kreisgebiet betreuenden Landtagsabgeordneten Fadime Tuncer und Gerd Bayer (Grüne), die ihre Kommunalpolitiker von der Entscheidung unterrichteten, unterstreichen, dass ein lückenloses Netz die Voraussetzung dafür sei, dass mehr Menschen den Weg zum Arbeitsplatz mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen.
„Mit dem Neu- und Ausbau dieser Radwege und der Radinfrastruktur verbessert sich die Infrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis deutlich und wird sicherer“, betonen die beiden MdL’s. „Radfahren und zu Fuß gehen ist praktizierter Klimaschutz. Klar ist: Wenn wir wollen, dass die Menschen mehr selbst aktiv mobil sind, brauchen wir ein möglichst lückenloses Netz gut ausgebauter Wege. Unser Ziel ist es, dass auch der Weg zum Arbeitsplatz immer mehr mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt wird. Denn aktiv mobiles Pendeln ist gesund.“
Minister Peter Hauk (CDU) begrüßte, dass das Land die Kommunen gezielt dabei unterstütze, ein sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen. Besonders freut er sich, dass man weiterhin die Absicht verfolge, zwischen Hollerbach und Unterneudorf einen Radweg herstellen zu wollen: „Der Ländliche Raum hat eine herrliche Landschaft, die sich mit dem Fahrrad prima erkunden lässt.”
Perspektive schwächerer Verkehrsteilnehmer beachten
Trotz der positiven Nachrichten mahnen Fachleute zur Sachlichkeit: Infrastrukturprojekte für Rad- und Fussverkehr im ländlichen Raum sind zweifellos notwendig, ein Garant für einen zügigen Mobilitätswandel seien sie jedoch nicht.
Magnus Balles von der Initiative „Kidical Mass“ in Buchen gibt zu bedenken, dass die Maßnahmen erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie konsequent aus der Perspektive der schwächsten Verkehrsteilnehmer – insbesondere der Kinder – zu einem lückenlosen Netz verknüpft werden.
Der grüne Fraktionsvorsitzende Horst Berger bescheinigt der Landesregierung ein starkes Zeichen für eine sichere Radinfrastruktur. Die damalige Fraktion „SPD/Grün-Links“ habe im Buchener Gemeinderat 2021 den ersten Impuls gesetzt, doch trotz der sechs förderungsfähigen Projekte sei es für Buchen “noch ein weiter Weg hin zu einem schlüssigen Gesamtkonzept.”
Die Kommunen können nun auf Basis der bestätigten Förderkulisse die konkreten Mittel beim Regierungspräsidium Karlsruhe anfordern. In der Regel übernimmt das Land 50 Prozent der Kosten, bei besonders klimafreundlichen Projekten bis zu 75 Prozent.



