MdB Alois Gerig bei der CDU Neckargerach

05.06.10

Neckargerach. (pm) Der CDU-Gemeindeverband Neckargerach hatte zu einer politischen Abendveranstaltung den Bundestagsabgeordneten Alois Gerig eingeladen. Dieser Einladung waren über 30 Gäste u.a. auch aus den benachbarten beiden Gemeindeverbänden Zwingenberg und Binau ins Café Haaf gefolgt. Vorsitzender Eugen Mayer begrüßte besonders auch den neu gewählten Bürgermeister Norman Link und die anwesenden Gemeinderäte. Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Erneuerbare Energie – können wir uns den Umstieg leisten?“

Zu Beginn seiner Ausführungen ging Alois Gerig zunächst auf seine ersten Erfahrungen als neu gewählter Abgeordneter und seine aktuelle Arbeit und im Deutschen Bundestag ein. Er führte aus, dass er mit Überzeugung Abgeordneter ist und den Schritt, als Kandidat der CDU im Wahlkreis Neckar-Odenwald / Main-Tauber anzutreten, nicht bereut hat. Sein Einstieg in Berlin wurde ihm insbesondere auch dadurch erleichtert, dass er mit dem höchsten Stimmen­ergebnis alle CDU-Abgeordneten in Baden-Württemberg in den Bundestag einziehen konnte. Gerade auch diese Zustimmung ist ihm eine besondere Verpflichtung für seine Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger seines Wahlkreises, dies ungeachtet der Tatsache, dass die flächen­mäßig extreme Ausdehnung des Wahlkreises einen hohen zeitlichen Aufwand für den Kontakt mit den Wählern erfordert. Alois Gerig ist es sehr wichtig, dass er Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufgreifen und deren Sorgen auch in seiner politischen Arbeit berücksichtigen kann. Wichtig ist nach seiner Auffassung auch, dass die Abgeordneten des Bundestages aus allen Schichten des Volkes gewählt werden und so ein repräsentativer Querschnitt des Volkes im Parlament vertreten ist. Alois Gerig schilderte den politischen Tages- und Wochenablauf eines Abgeordneten. Die hohe zeitliche Inanspruchnahme von früh morgens bis in die späten Abend- bzw. Nachtstunden lässt für außerpolitische Tätigkeiten kaum noch Raum. Gerade in den letzten Wochen war der Terminplan aufgrund zahlreicher Sondersitzungen im Zuge der Beschlussfassung über Maßnahmen zur Eurostabilisierung sehr stark mit Sondersitzungen ausgefüllt.

In seinen Ausführungen zu dem Schwerpunktthema des Abends stellte Alois Gerig voran, dass sich die Frage, ob man sich den Umstieg auf erneuerbare Energien leisten kann, nicht stellt. Es ist vielmehr so, dass man sich diesen Umstieg leisten muss. Diese grundsätzliche Aussage darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Übergang von fossilen auf erneuer­bare Energien sanft und mit Bedacht vorangebracht werden muss. In diesem Zusammenhang ist von besonderer Bedeutung, dass der Produktionsstandort Deutschland mit seiner hohen Exportorientierung sehr stark von der Energieversorgung und den Energiepreisen abhängig ist. Gerig ging auf die aktuelle Diskussion über die Laufzeitverlängerung von bestehenden Atomkraftwerken ein, sprach die Problematik der Endlagerung im einzelnen an und sich auch dafür aus, dass bei einer Laufzeitverlängerung die durch die Betreiber der Atomkraftwerke hierdurch erzielten Gewinne dazu zu verwenden sind, die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien voranzutreiben. Die Problematik der mangelnden Grundlastversorgung sowie die noch fehlende Speicherfähigkeit, die den Umstieg auf erneuerbaren Energien ebenso erschweren, wie auch die Notwendigkeit des weiteren Netzausbaus wurden ebenfalls angesprochen. In seinen Ausführungen ging der Abgeordnete ferner auf die Kürzung der Einspeisevergütung für Strom aus Solaranlagen ein, die er aus guten Gründen für gerecht­fertigt hält. Der Ausbau von Biomassekraftwerken, die damit verbundene Konzeption und das Ausbaupotenzial nahmen einen breiten Raum in seinen Ausführungen ein. Gerig sieht in der Entwicklung erneuerbarer Energien auch die Möglichkeit, dass Deutschland die Technologie­führerschaft auf diesem Gebiet einnehmen kann. Dies muss als wirtschaftliche Chance begriffen werden und ist durch unterstützende staatliche Rahmenbedingungen zu fördern. Angesprochen wurde weiter die drohende Kürzung der Mittel für die energetische Erneuerung von Gebäuden, die nach seiner Meinung nochmals überdacht werden muss. Nicht verschwiegen werden darf in diesem Zusammenhang aber die Begrenztheit der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

In der sich an die Ausführungen des Abgeordneten anschließenden sehr lebhaften Diskussion wurde wiederum die Endlagerungsproblematik für atomare Abfälle, die Kürzung der Einspeisevergütung sowie die Entwicklung von Biomassekraftwerken und Blockheiz­kraftwerken angesprochen und z. T. auch recht kontrovers diskutiert. Alois Gerig hob insbesondere auch die Bedeutung der Bioenergieregion, der der Neckar-Odenwald-Kreis angehört, hervor und wies darauf hin, dass hinlänglich nicht bekannt ist, welch hohe Bedeutung und die aus Wasserkraftwerken gewonnene Energie für unseren Kreis hat.

In der weiteren Diskussion wurden weitere aktuelle Themen zu den Bereichen Bildung und demographischer Wandel angesprochen. Vorsitzender Eugen Mayer dankte dem Abgeordneten für sein Kommen unter seine kenntnisreichen Ausführungen und wünschte ihm weiterhin Erfolg und Bestätigung seiner Arbeit für die Bürger unserer Region.

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