Grüne wollen Energie und Geld sparen

09.06.10

Umbau des Postgebäudes und Transversale auf dem Prüfstand

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) „Wir im Neckar-Odenwald-Kreis realisieren mit der massiven Ausweitung der Energieberatungsstellen einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Energieautonomie“, stellte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion Christine Denz zufrieden fest. Die jüngste Fraktionssitzung in Mosbach drehte sich um den konkreten regionalen Klimaschutz und um die prekäre finanzielle kommunale Lage. Hier plädierten die vier Kreisrätinnen für ein Überdenken einiger Projekte.

Zunächst aber freuten sie sich darüber, dass jetzt in fast allen Gemeinden, genau gesagt in 20, monatlich eine Energieberatung durch die Kreis-Energieagentur EAN angeboten wird. Zertifizierte Fachleute beraten Privatpersonen z. B. über Dämmung, neue Fenster, Solar, Heizung und Zisternen. Das ist unabdingbare Voraussetzung für einen Förderkredit. Die Internet-Seite der Kreditanstalt für Wiederaufbau hält dazu Informationen unter www.kfw.de bereit. „Solches Geld ist gut angelegt“, erläuterte Kreisrätin Simone Heitz. Alleine die Heizung verschlinge bei herkömmlichen Gebäuden bis zu 80% der Energie. Die Energiepreise werden wieder ansteigen – mindestens im gleichen Maß wächst der Wert eines ökologisch sanierten, sparsamen Hauses. „Es hat ein bisschen zu lange gedauert, bis unser Antrag vom März 2008 in die Tat umgesetzt wurde“, kritisierte Kreisrätin Gabi Metzger. Nun sollte die EAN  auch rasch eine Energieberatung für Gewerbebetriebe organisieren – entsprechend dem Antrag der Grünen vom März 2007. Auch hier sei das Einsparpotential stärker als allgemein vermutet.

Als weniger erfreulich stellen sich die Kreisfinanzen dar, nicht nur, aber auch als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Den Letzten beißen immer die Hunde, trotz der gegenteiligen Beteuerungen der Landes- und Bundesregierung“, stellte Kreisrätin Dorothee Roos fest. Der Spielraum für neue Projekte werde noch kleiner als er schon vorher war. Erst müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben, wie z. B. im Sozialbereich, erfüllt werden. Hier  gehe es direkt um Menschen. Die leitenden Fragen sollten unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sein: „Brauchen wir das in 20 Jahren wirklich noch? Welche Alternativen haben wir?“ Auf den Prüfstand gehörten u. a. der Umbau des Mosbacher Postgebäudes zum repräsentativen Verwaltungssitz und die „ohnehin überflüssige“ Transversale von Adelsheim nach Eberstadt, so die einhellige Meinung des Damen-Quartetts.

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