Digeno wurde zum Saftladen

Neue Fans des nachhaltigen Getränks gewonnen

Mosbach. Apfelsaft war bis dato nicht das bevorzugte Getränk der jungen Leute, die bei der Digeno, einer Tochtergesellschaft des Landkreises, in einer besonderen Truppe zusammengefasst sind.

Überwiegend langzeitarbeitslose Jugendliche absolvieren dort ein Arbeits- und Sozialtraining, um irgendwann in die „normale“ Arbeitswelt integriert werden zu können.

Die Praxisanleiter sind immer auf der Suche nach sinnvollen Beschäftigungen und in diesem Rahmen bot es sich angesichts der derzeitigen Erntezeit an, die jungen Leute auf gepachteten Streuobstwiesen in Diedesheim das reichlich vorhandene Obst auflesen zu lassen. Tags darauf wurden die Äpfel von Hand in grobe Stücke geschnitten, in einer Rübenmühle zu Mus zerquetscht und dann gekeltert. Über 400 Liter Süßmost kam so zustande, der nach seiner Pasteurisierung nun auch haltbar ist und nicht vergären kann. Der Eigenbedarf der Digeno ist damit gedeckt – die jungen Leute sind längst selbst auf den Geschmack gekommen – und etliche Liter werden im Haus Kolleginnen und Kollegen ausgeschenkt.


„Das war eine gute Sache, die nur möglich war dank des guten Willens unter anderem der Brennerei Englert aus Gundelsheim, die trotz der geringen Menge bereit waren, zur Pasteurisierung nach Mosbach zu kommen“, so Praxisanleiter Arnd Richter.

Durch die Aktion wurden somit mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Während die Kursteilnehmer eine sinnvollen Arbeit nachgingen, trugen sie mit dem Saftpressen zum Erhalt der Odenwälder Streuobstwiesen bei und schufen quasi nebenbei ein leckeres Getränk, das mit ein wenig Mineralwasser gemischt jedes isotonische Gemisch aus dem Supermarktregal in den Schatten stellt.

Der Trester wird im Übrigen auf dem landkreiseigenen Weinberg zur – vollkommen biologischen – Düngung ausgebracht.

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