Große Hilfe für Dialyse-Patienten

Ein Jahr Süddeutsches Shuntzentrum Mosbach

Die Nierenfachärztin Dr. med. Pia Hamm und der Shunt-Chirurg Klaus Neckerauer haben das Süddeutsche Shuntzentrum Mosbach zu einer festen Größe gemacht. (Foto: Neckar-Odenwald-Kliniken)

Mosbach. (pm) Am 01. Februar 2011 fand im Krankenhaus Mosbach erstmals eine sogenannte „Shunt-Operation“ statt. Nierenkranke Patienten erhalten bei solchen chirurgischen Eingriffen am Unterarm eine „Kurzschlussverbindung“ (Shunt) zwischen Arterie und Vene, damit ein hoher Blutdurchfluss möglich wird. Diese für das Funktionieren der Dialyse (deutschlandweit etwa 500.000 Patienten) wichtige Maßnahme wird im Süddeutschen Shuntzentrum Mosbach seit seiner Gründung vor einem Jahr regelmäßig durchgeführt. Mehr als 1.000 Operationen hat Klaus Neckerauer als Chirurg, Mitbegründer und Ärztlicher Leiter des Zentrums in dieser Zeit bewerkstelligt. Seinen Worten zufolge ist es der jungen Einheit in den Neckar-Odenwald-Kliniken „aus dem Stand heraus gelungen, nicht nur für die ganze Region, sondern auch für Patienten der angrenzenden Bundesländer Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz ein wichtiger Hinwendungspunkt zu werden, vor allem dann, wenn es um schwierige Operationen bei komplizierten Gefäßsituationen geht.“


Als Nobodys gingen Klaus Neckerauer und seine Kollegin Dr. med. Pia Hamm in Mosbach allerdings nicht an den Start. Beide hatten als Oberärzte wichtige fachliche Erfahrungen im deutschlandweit hoch geschätzten Shuntzentrum Neckargemünd gesammelt. Was dort allerdings fehlte, war die Einbindung des Zentrums in ein funktionierendes Krankenhaus sowie eine zeitgemäße allgemeine Ausstattung. Dazu notwendige Investitionen konnten nicht geleistet werden, weshalb sich das Ende des Neckargemünder Zentrums schon im Jahr 2010 abzeichnete. Damit wollten sich der Chirurg Klaus Neckerauer und die Nierenfachärztin Dr. Pia Hamm nicht abfinden. Sie machten sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Standort und wurden fündig. Bei den Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Mosbach hatten Geschäftsführer Andreas H. Duda  und Dr. Harald Kirr, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Gefäßchirurgie, bezüglich der Eingliederung eines Shuntzentrums  nicht nur ein offenes Ohr und lebhaftes Interesse, sondern auch sehr gute Voraussetzungen dafür vorzuweisen: einen für Shunt-OPs immer verfügbaren OP-Saal, eine ständig einsatzbereite Anästhesieabteilung und acht unabhängige Dialyseplätze im Haus. Man war sich schnell einig, und so konnte die in Neckargemünd aufgebaute Kompetenz im Kern nach Mosbach weitergetragen werden. Ein wichtiges Hilfsangebot für die Menschen der Region hat sich damit erhalten.

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(Foto: Neckar-Odenwald-Kliniken)

Das Leistungsspektrum des jungen Shuntzentrums umschließt die komplette chirurgische und nephrologische Versorgung rund um den Dialysezugang. Bisweilen tritt dabei die Notwendigkeit eines Eingriffs auch ganz akut auf. Eine 24-Stunden-Hotline und die jederzeitige Annahme von Shuntverschlüssen gehören deshalb zu den Leistungsmerkmalen des Süddeutschen Shuntzentrums.

Der anerkannte Expertenstatus der beiden Gründer Dr. Pia Hamm (als Nierenspezialistin) und Klaus Neckerauer (als Shunt-Chirurg) sowie die Eingliederung des Zentrums in einen umfassenden Klinikbetrieb haben dazu geführt, dass vor allem Patienten mit komplexen Gefäßzugängen und/oder schweren Begleiterkrankungen kommen. Wobei die hohen Patientenzahlen schon bald nach Gründung des Zentrums eine personelle Ausweitung erforderlich machten.


Eine erfreuliche Entwicklung kennzeichnet nach den Worten aller Beteiligten die von Beginn an vertrauensvolle Zusammenarbeit des Süddeutschen Shuntzentrums Mosbach mit dem Nierenzentrum Heidelberg. Im Rahmen dieser Kooperation schickt Prof. Dr. Martin Zeier, Ärztlicher Leiter des Nierenzentrums Heidelberg, viele seiner Patienten zur Shunt-Operation nach Mosbach. Außerdem steht er mit seinem Zentrum als Backup für absolute Notfälle und andere schwerwiegende Situationen zur Verfügung. Umgekehrt halten der Ärztliche Leiter des Süddeutschen Shuntzentrums Neckerauer und seine Kollegin Dr. Hamm an der Universität Heidelberg regelmäßig Fachvorträge und lassen dabei Kollegen und Studenten an ihren Erfahrungen partizipieren.

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