Wirtschaftsausschuss tagte in Haßmersheim

Breitbandausbau soll weitergehen

Haßmersheim.Die evangelische Kirchengemeinde Haßmersheim war Gastgeber des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr, der auf Einladung von Kreisrat und Kirchengemeinderat Karlheinz Graner (SPD) im Gemeindehaus Rogate tagte. Einer kurzen Vorstellung der Kirchengemeinde durch Graner folgte die Überleitung von Landrat Dr. Achim Brötel zum ersten Tagesordnungspunkt, der Breitbandinfrastruktur im Kreis, die, anknüpfend an das erste große gemeinsame Ausbauprojekt, kreisweit jetzt noch weiter verbessert werden soll. „Wir wollen möglichst flächendeckend Bandbreiten von 25 bis 50 MBit erreichen. Das wäre erneut ein großer Schritt nach vorne“, erklärte der Landrat.

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Das Ingenieurbüro IK-T aus Regensburg hat zu diesem Zweck eine landkreisweite Grobkonzeption erstellt, die von den Gemeinden, mit denen derzeit erste Abstimmungsgespräche stattfinden, weiterentwickelt und umgesetzt werden soll. Ergänzend zur Landesförderung hat auch der Landkreis wieder ein eigenes Förderprogramm aufgelegt, um zusätzliche Investitionsanreize zu schaffen. Johannes Biste von der Wirtschaftsförderung Neckar-Odenwald erklärte in der Folge Einzelheiten der Konzeption, die, falls sie komplett umgesetzt würde, ein Investitionsvolumen von über 8 Millionen Euro umfasst. „Wir wollen eine möglichst optimale Versorgung für möglichst wenig Geld“, so Biste, nach dessen Aussagen 20 Gemeinden mit 41 Ortsteilen vom aktuellen Projekt profitieren würden: „Allerdings kosten mehr Technik und ein höheres Versorgungsniveau auch mehr Geld.“ Alois Gerig (CDU) lobte abschließend die Aktivitäten des Neckar-Odenwald-Kreises auf diesem Gebiet als „deutschlandweit beispielhaft“, Karlheinz Graner (SPD) bezeichnete das Engagement des Landkreises als „Wirtschaftsförderung par excellence“.




Experten sind sich einig, dass die Elektromobilität ein gewaltiges Entwicklungspotential bietet. Wird der benötigte Strom aus Erneuerbaren Energien gewonnen, freut sich auch die Umwelt. Vor diesem Hintergrund soll – auf einen Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hin – in Zusammenarbeit mit der WINO, der kreiseigenen Energieagentur EAN, der TGO und dem regionalen Gewerbe ein erster Aktionstag „Elektromobilität im Neckar-Odenwald-Kreis“ im Rahmen des Blumen- und Lichterfestes in Walldürn stattfinden. Am Sonntag, 12. Mai präsentieren sich mehrere Anbieter aus der Bereich E-Mobilität mit ihren elektrogetriebenen PKW´s, Rollern und E-Bikes, außerdem informiert die Firma MoWiSo über die Verbindung mit Erneuerbaren Energien und Speichertechnologien.

Peter Fieger, der Leiter der Zentralstelle des Landratsamtes, hatte eine Präsentation vorbereitet, die sich mit den Perspektiven der Jugend im Ländlichen Raum beschäftigt und auf einer Studie beruht, die 2009 im Landkreis Tuttlingen durchgeführt und aus LEADER-Mitteln bezuschusst worden war. Wirklich neue Erkenntnisse brachte diese Studie allerdings nicht, weshalb die Verwaltung vorschlug, keine vergleichbare flächendeckende Untersuchung im Neckar-Odenwald-Kreis vorzunehmen, sondern allenfalls exemplarische Studien in Betracht zu ziehen. In Frage kämen Mudau für einen eher ländliche geprägten und Mosbach für einen eher städtisch geprägten Bereich. Zuvor wird die Verwaltung aber weitere Erkundigungen über etwaige Fördermöglichkeiten einholen. Simone Heitz (Bündnis 90/Die Grünen), auf deren Antrag hin die Tuttlinger Studie genauer untersucht wurde, war mit dieser Vorgehensweise einverstanden: „Wir wollen der Jugend zeigen, dass wir ihre Bedürfnisse ernst nehmen.“

Den ausschließlich in kommunaler Trägerschaft befindlichen Radwegen im Neckar-Odenwald galt der nächste Tagesordnungspunkt. Grundsätzlich, so der Landrat, sei der Neckar-Odenwald-Kreis diesbezüglich gut aufgestellt und auch mit überregionalen Wegen gut vernetzt, was gerade in touristischer Hinsicht auch wichtig sei: „Radfahren wird bei uns sehr gut nachgefragt.“ Grundsätzlich sollte man aber künftig mehr Wert auf Klasse denn auf Masse legen: „Der Qualitätsaspekt wird den Nutzern auch hier immer wichtiger. Uns scheint die Konzentration auf wenige „Premiumangebote“ wichtiger, weil der Kunde ansonsten den Überblick verliert und die Unterhaltung eines immer größer werdenden Netzes für die Kommunen zunehmend zum Problem wird.“

Vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der Gemeinde Waldbrunn wird eine neue Ruftaxi-Linie zwischen Eberbach und Waldbrunn eingerichtet, teilte der Landrat mit. Die Einrichtung eines „Ruftaxis Kleiner Odenwald“ zwischen Aglasterhausen, Neunkirchen und Schwarzach befindet sich ebenfalls in der Vorbereitung. Beide Verkehre können im günstigsten Fall bereits zum Fahrplanwechsel im Juni 2013, ansonsten im Dezember den Regelbetrieb aufnehmen.

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