Hochradioaktiver Atommüll im KWO

Aktuell ist der AKW-Standort in der Pflicht!

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(Foto: Felix König/Wikipedia/CC BY 3.0)

Obrigheim. (pm) Seit mehreren Jahren weisen Mitglieder der Initiative AtomErbe Obrigheim darauf hin, dass im AKW Obrigheim 342 abgebrannte hochradioaktive Brennelemente in einem Nasslager innerhalb der Anlage liegen und damit die Risiken beim Rückbau des Atomkraftwerks erhöhen. Dieses in den 1980-er Jahren gebaute Nasslager war ursprünglich nur für die Notauslagerung der Brennelemente vorgesehen und wurde Ende der 1990er Jahre zum längerfristigen Zwischenlager umdefiniert. An allen anderen AKW- Standorten Deutschlands werden die abgebrannten Brennelemente in CASTOR-Behältern trocken gelagert.

In den vergangenen Tagen wurde in den Medien wieder einmal über die Idee berichtet, den Atommüll aus dem Atomkraftwerk Obrigheim beim AKW Neckarwestheim zwischenzulagern.

Die Initiative vermutet, dass die Betreiberfirma EnBW das laufende Genehmigungsverfahren für ein CASTOR-Zwischenlager in Obrigheim nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vorangetrieben hat in der Hoffnung, die Brennelemente in einem ihrer anderen Lager unterbringen zu können. Auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz ist nachzulesen, dass der Antrag für ein Standort- Zwischenlager in Obrigheim bereits im April 2005 gestellt und im Dezember 2011 überarbeitet wurde. Damit ist es das am längsten laufende Genehmigungsverfahren dieser Art.




Nach Meinung der Initiative AtomErbe Obrigheim sind die Obrigheimer Brennelemente in dem geplanten Standort-Zwischenlager aufzubewahren. Sie fordert, dass dieses selbstverständlich nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik mit möglichst hohen Sicherheitsvorkehrungen errichtet werden soll.

Das Atomgesetz sieht vor, dass der hochradioaktive Atommüll am jeweiligen Standort zwischengelagert wird, wo er entstanden ist, und so gefährliche Atomtransporte vermieden werden. Dabei sollte es auch bleiben.

Die Initiative AtomErbe Obrigheim wundert sich immer wieder über die Inkonsequenz im Umgang mit der Atomenergie und dem dabei anfallenden hochradioaktiven Atommüll: Niemand will ihn haben, keiner weiß wohin damit, aber trotzdem wird immer mehr davon produziert, statt alle Atomkraftwerke abzuschalten.

Infos im Internet:

www.atomerbe-obrigheim.de

Offener Brief
Öffentlichkeitsbeteiligung zur 3. Abbaugenehmigung für das AKW Obrigheim

Sehr geehrter Herr Minister Untersteller,

bisher liegen die Antworten zu den in Zusammenhang mit der Informationsveranstaltung am 24. Juli 2012 schriftlich eingereichten Einwendungen noch nicht vollständig vor. Daran zeigt sich, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung nach Atomrecht zur 3. Abbaugenehmigung absolut sinnvoll wäre. Die im vergangenen Juli durchgeführte Informationsveranstaltung könnte als Vorbereitung einer formellen Öffentlichkeitsbeteiligung fungieren und wäre damit auch eine Verbesserung des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens.

Sie haben selbst mehrfach betont, dass mit der anstehenden 3. Abbaugenehmigung die am höchsten radioaktiv belasteten Teile des Atomkraftwerks Obrigheim betroffen sind. Und Sie wollten dazu ein neues Verfahren zur Bürgerbeteiligung ausprobieren, das gegenüber der Öffentlichkeitsbeteiligung nach Atomrechtlicher Verfahrensverordnung eine Verbesserung sein sollte. Die entsprechende Umsetzung steht noch aus. Die BürgerInnen hatten bisher keine Möglichkeit, bei einem Erörterungstermin mit den Fachleuten der Genehmigungsbehörde und des Betreibers über die Einwendungen zu diskutieren.

Wir fordern Sie nochmals auf, Ihren Ermessensspielraum zu nutzen und für die 3. Abbaugenehmigung eine formelle Öffentlichkeitsbeteiligung nach Atomrecht durchzuführen. Wir fordern Sie weiter dazu auf, die 3. AG erst zu erteilen, wenn die Brennelemente aus der Anlage entfernt und ins neu zu errichtende Standort-Zwischenlager in Obrigheim verlegt sind.

Es ist zwar begrüßenswert, wenn ohne konkreten Anlass Bürgertische zu verschiedenen Umweltthemen initiiert werden, um Ideen zu sammeln. Aber noch schöner wäre, wenn auch da, wo die BürgerInnen bei konkreten Projekten einbezogen werden wollen, dies ermöglicht würde. Gerade auch, weil dies im Atomrecht bereits verankert ist. Gegen eine Verbesserung des dort vorgesehenen Verfahrens haben wir nichts einzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen

(Gertrud Patan für die Initiative AtomErbe Obrigheim)

 

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