Denkmallisten des Kreises überarbeitete

Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Die Aktualisierung und praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens soll dazu beitragen, für die hochwertigen Kulturdenkmale des Kreises zu werben und sie für eine denkmalgerechte Weiternutzung zu empfehlen“

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Dr. Melanie Mertens und Dr. Roland Feitenhansl. (Foto: Bernd Hausner/Landesamt für Denkmalpflege)

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Neckar-Odenwald-Kreis ist reich an Denkmalen von hoher Qualität und überregionaler Bedeutung. Nicht nur die Römer haben gewichtige Zeugnisse ihrer Kultur und Baukunst hinterlassen, auch Mittelalter, Renaissance und Barock brachten beeindruckende Siedlungen, Kirchen, Schlösser, Rathäuser und Wohngebäude hervor, die in ungewöhnlicher Dichte überliefert sind. Die starke konfessionelle Prägung äußert sich in einem unvergleichlichen Bestand von Bildstöcken und Heiligendarstellungen, die der Region den Namen „Madonnenländchen“ eingetragen haben. Die staatliche Denkmalpflege hat sich von Anfang an um den anspruchsvollen Bestand bemüht. Nach Erlass des Denkmalschutzgesetzes Baden-Württemberg 1971 wurde der Neckar-Odenwald-Kreis als erster Kreis im Regierungsbezirk Karlsruhe einer systematischen Denkmalerfassung unterzogen.

Fotoserie zum Artikel – (Foto: Landesamt für Denkmalpflege)

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Inzwischen sind die Denkmallisten in die Jahre gekommen. Gleichzeitig ist der Bestand gerade in den ländlich geprägten Gebieten vermehrt von Leerstand und Verfall bedroht. Deswegen hat das Landesamt für Denkmalpflege, das im Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt ist, entschieden, dass die Listen nun qualifiziert überarbeitet werden sollen. Der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl erklärt: „Die Aktualisierung und praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens soll dazu beitragen, für die hochwertigen Kulturdenkmale des Neckar-Odenwald-Kreises zu werben und sie für eine denkmalgerechte Weiternutzung zu empfehlen.“

Das Landesamt für Denkmalpflege hat für diese Aufgabe einen Wissenschaftler eingestellt, der in den kommenden drei Jahren die Denkmalverzeichnisse des Kreises schwerpunktmäßig überarbeitet: Dr. Roland Feitenhansl ist promovierter Kunst- und Architekturhistoriker und seit sechs Jahren in der fachlichen Denkmalpflege tätig. Der Pforzheimer hat das Inventarisationshandwerk im Dienstsitz Karlsruhe gelernt, seine Erfahrungen während einiger Jahre im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ausgebaut und ist nun für die Tätigkeit im Neckar-Odenwald-Kreis ins baden-württembergische Amt zurückgekehrt.

Die Leitung des Projektes liegt bei Dr. Melanie Mertens, zuständige Referentin der Inventarisation für die nördlichen Kreise des Regierungsbezirks im Dienstsitz Karlsruhe, und Landeskonservatorin Dr. Ulrike Plate, Referatsleiterin Denkmalkunde im Landesamt für Denkmalpflege.

Bei der Aktualisierung der Denkmallisten sollen die heute gültigen Methoden und Kriterien der wissenschaftlichen Inventarisation zur Anwendung kommen. Am Anfang steht eine Sichtung des Bestands vor Ort, einschließlich einer knappen Dokumentation mittels Fotografien und heimatkundlichen Recherchen; die Auswertung der Materialien und die Neufassung der Liste erfolgen in der Dienststelle Karlsruhe. Vor Beginn der Bearbeitung werden die Gemeinden durch Gespräche mit dem Bürgermeisteramt und den Ortsvorstehern eingebunden und um Unterstützung gebeten.

 

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