Gute Erträge, aber enttäuschende Qualität


(Foto: pm)

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Bis auf wenige Ausnahmen sind nun die Mähdruschfrüchte eingefahren. Beim Fachdienst Landwirtschaft im Landratsamt wurden die Ergebnisse des zentralen Versuchsfeldes in Boxberg nun ausgewertet und die Eindrücke und Berichte kreisweit zusammengefasst.

Pflanzenproduktionsberater Bernhard Spies und Nina Waldorf, die für den Pflanzenschutz zuständig ist, ziehen im Ergebnis eine gemischte Bilanz: „Mit den Erntemengen kann man weitgehend zufrieden sein, wohingegen die Backqualität einzelner Getreidesorten durch das Regenwetter stark gelitten hat. Deshalb ist bei den Landwirten trotz einer mengenmäßig zufriedenstellenden Ernte 2017 bestenfalls ein knapp durchschnittliches Betriebsergebnis zu erwarten.“

Die Ernte der Wintergerste begann in diesem Sommer bereits Anfang Juli. Mit dem Ertrag zeigten sich die Landwirte im Neckar-Odenwald-Kreis zufrieden. Dies gilt insbesondere auch für die Qualität der Wintergerste, da wie auch beim Grünkern trockenes Erntewetter vorherrschte. Mit 70 bis 90 Dezitonne je Hektar (dt/ha) lagen die Erntemengen 2017 bei der Wintergerste über dem langjährigen Durchschnitt.

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Die Sommergerste, die bei guter Qualität überwiegend zur Bierherstellung Verwendung findet, war überwiegend sehr zufriedenstellend im Ertrag. Auch die Qualitäten lassen ein gutes Bier erwarten. Während die Wintergerste bereits im Herbst ausgesät wird, kommt die Sommergerste erst im Frühjahr in den Boden. Dies ermöglicht den Anbau einer Zwischenfrucht und eine bessere Bekämpfung von unerwünschten Unkräutern und Gräsern. Mitunter ist hier der Krankheits- und Schädlingsdruck geringer. Die kürzere Wachstumszeit bringt aber auch geringere Erträge, die in diesem Jahr bei 50 bis 70 dt/ha lagen.

Der Winterraps machte vielen Landwirten nach dem kalten und trockenen Winter Sorgen. Einige Bestände waren so schlecht, dass sie sogar umgepflügt werden mussten. Mit Einsetzen der Regenfälle im Mai erholten sich die Rapsbestände aber sehr rasch und nach einer sehr langen Blütezeit zeichnete sich vielfach doch noch eine zufriedenstellende Ertragsentwicklung mit 20 bis 50 dt/ha ab. „Mit diesem doch noch positiven und zumindest durchschnittlichen Ertrag hätte im Frühjahr kaum jemand gerechnet“, kommentiert Bernhard Spies die Rapsernte. Bei Erbsen, Roggen, Hafer oder Triticale konnten ebenfalls durchschnittliche Erträge bilanziert werden.


„Große Enttäuschungen gab es allerdings beim Backweizen und auch beim Dinkel“, berichtet der Berater. Nach guter Entwicklung machte der nasse Juli die Qualität zunichte. Wind und Niederschläge drückten auf so manchen Flächen die Halme um und führten zu stark lagernden (geneigten) Getreidebeständen. Diese trockneten nur schlecht ab. Die Körner begannen durch die Feuchtigkeit bereits auf dem Halm zu keimen.

Nach dem Regen wurden bei Weizen wie auch Dinkel vielfach nur noch Fallzahlwerte von 150 oder darunter erreicht. Diese Fallzahlen werden als Indikator für die Backqualität herangezogen. Werte im Bereich 250 bis 300 zeugen von einer sehr guten Backqualität. Fallzahlschwaches Getreide kann dagegen nur noch zu Futterzwecken verwendet werden.

Freuen können sich dagegen die Futterbaubetriebe, da sowohl das Gras als auch der Mais in 2017 bisher gut gewachsen sind. Auch bei den Sojabohnen kann noch ein guter Ertrag erhofft werden.

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