„Jetzt habt Ihr den Job – macht ihn gut!“

Die Talk-Runde mit Patrick Bach, Ann-Christin Boll, Chiara Weber, Lehrerin Anja Radetzki, Wiebke Stölting, Norbert Franck, Gabriele Teichmann, Moderatorin Friederike Kroitzsch und mit dem AWO Ehrenvorsitzenden Hansjörg Seeh (von links). (Foto: F. Heuß)

Jubiläumsfeier der AWO Metropolregion Rhein-Neckar

 

(pm) Im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Arbeiterwohlfahrt feierten die AWO Kreisverbände der Metropolregion Rhein-Neckar am 23. Juni 2019 gemeinsam in der Alten Mälzerei Mosbach. Das Fazit der Feier: Die Anliegen und Werte der AWO sind heute genauso gültig wie 1919 und die Arbeit des großen deutschen Wohlfahrtsverbandes ist wichtiger denn je.

Den angereisten Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Kreisverbänden Neckar-Odenwald, Mannheim, Bergstraße, Frankenthal, Heidelberg und Rhein-Neckar wurde ein überaus lebendiges Programm geboten: Neben einer hochkarätigen Festrede gab es eine interessante Talk-Runde; zudem zeigten die Veranstalter Kostproben des Theater-Musicals „Eine starke Frau geht ihren Weg – Die frühen Jahre der Marie Juchacz“, das am 23. Oktober 2019 in Mosbach uraufgeführt wird.

Die Festrede hielt Ulrich Graf, bis 2008 Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg und langjähriges AWO-Mitglied. „Die AWO gibt es nach 100 Jahren noch, sie ist nur etwas anders geworden als in den Tagen ihrer Gründung“, sagte er. „Wir müssen Erreichtes bilanzieren, die ideellen Grundlagen überprüfen und mit einem kritisch reflektierten Gestaltungsauftrag in die Zukunft gehen.“ Der Reichspräsident Friedrich Ebert habe mit der Gründung der AWO am 13.12.1919 den politischen Willen zu einer neuen Art der Wohlfahrtspflege gezeigt. Diese Wohlfahrtspflege geht auf die Initiative von Marie Juchacz zurück, die eine Mitwirkung der Arbeiterschaft als unabdingbar ansah. „Das Prinzip der konfessionell organisierten Caritas (Nächstenliebe) wurde ersetzt durch das Prinzip der Solidarität!“, erklärte der Festredner.

Einige Schülerinnen und Schüler vom Auguste-Pattberg-Gymnasium Neckarelz (APG) spielten Szenen und sangen Lieder aus dem szenischen Bühnenspiel mit Musik „Eine starke Frau geht ihren Weg – die frühen Jahre der Marie Juchacz“. Nachtarbeit in der Fabrik, der Kampf für Frauenrechte und die Auseinandersetzung von Marie Juchacz mit ihrem Mann Bernhard, diese Szenen gaben einen ersten Eindruck vom Theaterstück. Außerdem sang der APG-Chor drei sehr berührende Lieder. Schon dieser Auftritt im Probenstadium des Stückes war eine Augenweide und ein Ohrenschmaus; er verdeutlichte die unglaubliche Professionalität der Theaterarbeit.

Ein besonderes Statement gab Hansjörg Seeh ab, ehemaliger Freiburger Bürgermeister und nach langjährigem Vorsitz im Bezirk Baden heutiger Ehrenvorsitzender des AWO Bezirksverbands. Der 82-Jährige sprach über die derzeitigen Herausforderungen für den Wohlfahrtsverband AWO, der soziale Dienstleistungen für jedes Lebensalter anbietet. Zu wenig Personal in der Pflege und soziale Ungleichheit schon im Kindes- und Jugendalter veranlassten ihn zur Forderung: „Die AWO engagiert sich als Verband für die Verbesserung der Lebensumstände. Gleichzeitig gibt es Parteien und Vereinigungen, die einfache Lösungen propagieren und damit ein leichtes Spiel haben. Wir müssen gegen Parteien wie die AfD kämpfen!“

Gabriele Teichmann, 1. Vorsitzende der AWO Neckar-Odenwald, beleuchtete die Rolle der AWO als großer Arbeitgeber in der Region und bundesweit: „Die Werte der AWO, nämlich Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität, sollen auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genießen“, sagte sie. „Wir arbeiten stetig daran, dass die Arbeitsbedingungen gut sind. Gleichzeitig habe ich unsere Mitarbeiter ins Herz geschlossen und freue mich über die Freundlichkeit, die mir von Seiten der Beschäftigten entgegenkommt!“

Zum Schluss der Veranstaltung wurde Ulrich Graf für seine 45-jährige Mitgliedschaft bei der AWO und sein großes Engagement geehrt: Er erhielt von Thomas Krczal, 1. Vorsitzender des AWO Kreisverbands Heidelberg, als Auszeichnung den „AWO Ehrenfelsen“. Zum Abschluss der Veranstaltung fand Ulrich Graf treffende Worte: „Jetzt habt Ihr den Job – macht ihn gut!“

Kartenvorbestellung für das Musical am 23. und 24.10.2019 unter Tel.: 06291 642 542

Artikel teilen:

Zum Weiterlesen:

1 Kommentar

  1. Hey,
    wie alle in dem Bereich der Hilfsorganisationen haben auch die AWO festgestellt das mit Erkrankungen
    und alten hilfsbedürftigen Menschen große mengen von Euros zu generieren sind!
    Bei den Leuten die nicht näher damit befasst sind herrscht noch das alte Bild der der AWO das ist heute nicht mehr so genauer gesagt werden heute Sachen gemacht die hätte man früher nicht gemacht andererseits wird heute manches nicht mehr gemacht, da wird in Große Psychiatrien abgeschoben
    oder an kleinere private Pflegeunternehmen weiter gereicht.
    Oft schon habe ich angesprochen, „das Sortieren“ mir fällt nichts besseres ein, also das Angebote
    oft nur für bestimmte Personen zugänglich sind also sozusagen nicht das zwei Klassen System wie in der medizinischen Versorgung sondern ein viel-Klassen System.
    Die AWO ist nicht offen Die AWO ist ein abgeschlossenes System das keinerlei Kontrolle unterliegt und dementsprechend auch Fehlentwicklungen unterliegt die auf die „kosten“ der Klienten gehen.
    Ich kann mir vorstellen das sich macheiner in der Chefetage der AWO denkt,
    „Wir sind zwar auf den falschen weg im Umgang mit betroffenen aber warum sollen wir was ändern
    wir verdienen doch so einen Haufen Geld momentan wenn wir es anders oder besser machen kommt nicht mehr so viel Geld rein!“
    Na ja so Ungefähr denk ich mir das, ganz schlecht währ natürlich überhaupt nicht zu registrieren
    das manches einfach falsch ist.

    Gruß Peter Ertl

Kommentare sind deaktiviert.