Dialekt, Humor, Heimatgefühl

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Sie alle standen beim „Mudemer Obend 3.0“ auf der Bühne und sorgten für ein Programm mit ganz viel Lokalkolorit (Bild links). Peter Schlär (re.), Mudemer des Obends 2023, verteidigte seinen Titel auch 2026 – zeitweise sogar singend. (Fotos: Schölch)

Mudemer Obend 3.0 – Rivalität mit Humor

Mudau. (sis) Der „Mudemer des Obends“ aus dem Jahr 2023, Peter Schlär, hat in der dritten Auflage des kleinen, aber feinen Formats von Kolpingfamilie Mudau nun ernsthafte Konkurrenz bekommen. Fast international aufgestellt, öffnete sich das Programm im Pfarrsaal auch für einige Schlossauer Gäste.

Thomas Müller gehörte dazu und lieferte mit seinen original Schlossauer Geschichten reichlich Stoff, um Schlärs bisweilen unglaublichen Erzählungen gefährlich nahe zu kommen. Ob verlorene Sozius-Fahrerinnen, eine mit dem Eiskratzer gerettete Geburtstagstorte für Minister Hauk oder der Besuch Mudauer Blechbläser in einem Michelstädter Etablissement – die Pointen saßen.

Rivalität mit Humor: Mudemer und Schloßemer im freundlichen Wettstreit

Vielleicht waren es Schlärs überraschende Gesangseinlagen, unter anderem ein Liebeslied erst in zarter Mudemer, dann in robuster Schloßemer Art vorgetragen, die ihm den Vorsprung retteten. In jedem Fall zog sich das humorvoll thematisierte Verhältnis zwischen Mudau und Schlossau wie ein roter Faden durch das Programm, das die Gäste höchst amüsiert verfolgten. Ein knappes Drittel des Publikums spielte im Verlauf des Abends ohnehin irgendwann eine persönliche Rolle in den Erzählungen und ergänzte, korrigierte oder interagierte spontan.

Kurzweiliger Abend mit Theater, Gedichten und Dialekt

Manfred Dambach vom Vorstandsteam begrüßte das gut gelaunte Publikum und führte durch den kurzweiligen Abend. Mit der rhetorischen Frage „Was können wir besser als Theater spielen?“ gab er die Bühne frei für Gerald Hemberger, den Grand Seigneur des Kolpingtheaters. Er präsentierte zunächst mit Mario Gaibler und später mit Katja Hemberger zwei Sketche, in denen vor allem die Ehe als „Lebensende mit drei Buchstaben“ reichlich Steilvorlagen bot.

Harald Grimm begeistert mit den Gedichten seiner Mutter Amalie Grimm

„Gesetzt“ beim Mudemer Obend ist Harald Grimm, der erneut wunderbare Gedichte seiner Mutter Amalie Grimm vortrug, so treffend wie nur er das vermag. Charmant, sprachgewandt und mit feinem Gespür für die Menschen hielt sie den Lokalkolorit Mudaus in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts fest.

Thomas Müller überzeugt mit heimatkundigem Humor

Anschließend zeigte Thomas Müller, der sich als Heimatforscher bereits viele Meriten verdient hat, erstmals seine humoristische Seite. Vor allem seine Erzählungen von denkwürdigen Begebenheiten in und um die Gaststube beim „Hersch-Wert“ sowie von „Schmusern“ und „Flutlichtbauern“ begeisterten das Publikum. Seine Premiere auf dieser Bühne gelang eindrucksvoll.

Roland Grimm beleuchtet den Mudauer Dialekt

Roland Grimm legte danach seinen Schwerpunkt auf den Dialekt, der an diesem Abend allgegenwärtig war. Sein Fazit: Dialekte gab es lange vor der Hochsprache und sie sind keinesfalls minderwertig. Mit anschaulichen Beispielen zeigte er den Wandel des Mudauer Dialekts, vom Verlust des nasalen a, e und i bis zum Aufkommen des früher unbekannten „ü“. Auch Begriffe wie „Wiiehler“ für Maulwurf, „Baasch“ für Cousine oder „Urrissel“ für kleinen Rest ließ er lebendig werden.

Hans Slama und Tochter bringen Hochsprache und Dialekt auf die Bühne

Daran knüpfte Hans Slama gemeinsam mit seiner Tochter an. In einem amüsanten und lehrreichen Wortwechsel zwischen einer zugereisten Lehrerin und einem einheimischen Schulbuben prallten Hochsprache und Mudemer Dialekt pointiert aufeinander. Sätze wie „de Babbe hot geschdern en Wischbl mim Tebbichbadscher doud gschlache“ sorgten für viel Gelächter.

Peter Schlär, Clemens und Jutta Hauk sorgen für einen stimmungsvollen Abschluss

Peter Schlär betrat die Bühne mit einem freundlichen „Horrido“ und konnte sich einen Seitenhieb auf die Schlossemer nicht verkneifen. Die ideale Symbiose folgte wenig später mit Clemens und Jutta Hauk, er Mudauer, sie gebürtige Schloßauerin. Mit dem „Leberworschtlied“, dessen Inhalt seriös kaum wiederzugeben ist, und gemeinsam gesungenen Volksliedern endete ein Abend, der ohne große Technik und Ausstattung auskam und gerade deshalb so ehrlich und authentisch wirkte. Das Publikum dankte mit großem Applaus.

Kolpingfamilie Mudau kündigt weitere Termine an

In seinen Schlussworten dankte Manfred Dambach allen Mitwirkenden und nannte die kommenden Termine der Kolpingfamilie: Am 17.05. steht ein Arbeitseinsatz an der Fatima-Kapelle an, Helfer sind willkommen. Am 27.06. ist eine Fußwallfahrt nach Walldürn geplant, und im August beteiligt sich die Kolpingfamilie am Ferienprogramm mit dem Bau von Nistkästen.

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