Weihnachtsbrief von Landrat Dr. Brötel

(Foto: LRA)

Auch in diesem Jahr wendet sich der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Achim Brötel mit seinem Weihnachtsbrief wieder an die Bürgerinnen und Bürger des Kreises.

Nachfolgend dokumentieren wir den Brief im Wortlaut:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus“. Das sind die Anfangszeilen aus dem Gedicht „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff. Ja, alles sieht so festlich aus. In der Tat. Je näher Heiligabend kommt, desto mehr macht sich in uns eine feierliche Stimmung breit. Wir feiern die Geburt des Herrn.

An der Schwelle zu einem neuen Jahr geht der Blick bei vielen von uns aber auch zurück. Für den Neckar-Odenwald-Kreis ziehe ich dabei erneut eine positive Bilanz. Sicher: die Rahmenbedingungen werden zunehmend schwieriger. Auch wir sind von dem einen oder anderen Rückschlag nicht verschont geblieben. Trotzdem wurde aber Vieles erreicht. Dass das so ist, haben wir Ihnen allen zu verdanken. Unser großer Pluspunkt sind die Menschen, die hier leben und arbeiten. Von A wie Adelsheim bis Z wie Zwingenberg. Sie alle geben unserem Kreis ein lebens- und liebenswertes Gesicht. Viele von Ihnen engagieren sich darüber hinaus auch noch in bewundernswertem Maße ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Das müssen uns andere erst einmal nachmachen.

Wenn ich kreispolitisch zurückblicke, dann ragen 2010 gleich mehrere Themenbereiche hervor. Aus meiner Sicht der größte Erfolg ist dabei der flächendeckende Anschluss an die Datenautobahn. 144 Kilometer neue Glasfasertrassen sichern uns ein ganz zentrales Stück Zukunftsfähigkeit. Es gibt in Baden-Württemberg, aber auch darüber hinaus nicht viele Kreise, die Ähnliches vorweisen können. Die Vorarbeiten sind geschafft. 2011 gehen wir dann ans Netz – ein großer Schritt für unseren Kreis.

Auch bei der Krankenhausversorgung sind wir auf einem guten Weg. Dass die wirtschaftlichen Kennzahlen noch nicht passen, darf uns nicht nervös machen. Tatsache ist nämlich, dass sich die Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach und Buchen ganz hervorragend entwickelt haben. Kontinuierlich steigende Patientenzahlen im stationären wie im ambulanten Bereich, ein anerkannt großes und weiter wachsendes Behandlungsspektrum, hohe medizinische, pflegerische und therapeutische Kompetenz – alles das sind Werte, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Es muss deshalb unser erklärtes Ziel bleiben, unsere Kliniken nicht nur in dieser Form zu erhalten, sondern sie sogar noch mehr zu stärken.

Das Kreiskrankenhaus Mosbach ist 50 Jahre alt geworden. 2011 wollen wir dort mit dem Bau des Ärztehauses weiter in eine gute Zukunft investieren. In diesem Zusammenhang soll dann auch die Duale Hochschule eine neue Mensa und eine Bibliothek erhalten. Und: auch in Buchen soll gebaut werden. Inzwischen sind wir sowohl mit dem neuen Bettentrakt wie auch mit der Zentralen Patientenaufnahme in das Krankenhausbauprogramm des Landes aufgenommen. Für uns ist das eine wichtige Bestätigung, dass unser Kurs der richtige ist.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz sind längst zu einem besonderen Markenzeichen unseres Kreises geworden. Mit der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber haben wir dafür auch eine geradezu ideale Plattform. Neben der Erzeugung von Strom wollen wir künftig die Wärme immer mehr in den Fokus rücken. In einem ersten Schritt verfolgen wir dabei das Ziel, pro Jahr mindestens 25.000 MWh Wärme aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen und vor allem auch zu nutzen. Wenn uns das gelänge, würden dadurch Jahr für Jahr 2,5 Millionen Liter Heizöl eingespart. Langfristig streben wir sogar die Entwicklung zu einem sog. Null-Emissions-Landkreis an.

Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur sind wir ebenfalls ein gutes Stück vorangekommen. Mit dem Einzug des S-Bahn-Zeitalters im Elsenz- und Schwarzbachtal ist für den Kleinen Odenwald ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. In Mosbach wurde ein weiterer Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt freigegeben. Das Land beginnt mit dem dringend erforderlichen Ausbau zwischen Seckach und Großeicholzheim und zwischen Mudau und Schloßau. Trotzdem bleibt hier aber auch noch Vieles zu tun. Die großen Baustellen der Zukunft heißen insbesondere Ortsumfahrung Adelsheim, bessere Autobahnanbindung des Elzmündungsraums in Richtung Sinsheim und Heilbronn, sowie Stadtbahn Nord.

Die Metropolregion hat sich zum 5. Geburtstag vor kurzem selbst gefeiert. „Ein Benchmark der Regionalentwicklung“. So stand es zumindest in der Zeitung zu lesen. Meine Bewertung fällt hingegen wesentlich nüchterner aus. Sicher: die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband funktioniert im Tagesgeschäft aus unserer Sicht durchaus gut. Darüber hinaus muss man aber eines ganz deutlich sagen: Im Neckar-Odenwald-Kreis ist die Metropolregion bislang außer in vollmundigen Ankündigungen nicht angekommen. Daran haben auch unsere intensiven Bemühungen nichts zu ändern vermocht. Und: Anspruch und Wirklichkeit passen oftmals einfach nicht zusammen. Ziemlich viel warme Luft, Hochglanzbroschüren und Events für ausgewählte „Metropolitaner“ allein schaffen nämlich noch keinen regionalen Mehrwert. Die Zukunft wird deshalb zeigen, ob der ländliche Raum dort überhaupt seinen Platz findet. An unserer Bereitschaft zur Mitwirkung wird es jedenfalls sicher nicht fehlen. Und es bleibt dabei: Die Wege in die Zentren der Metropolregion dürfen keine Einbahnstraßen sein.

Kontinuität, aber auch Wandel. Peter Keller in Binau, Bruno Stipp in Limbach, Thomas Ludwig in Seckach und Peter Kirchesch in Zwingenberg wurden als Bürgermeister mit überragenden Ergebnissen wiedergewählt. Zu einem Wechsel aus freien Stücken ist es hingegen in Hüffenhardt und in Neckargerach gekommen: auf Bruno Herberich folgt Walter Neff, auf Ralf Schnörr folgt Norman Link.

Es gab aber auch einen Abschied für immer. Der Kreistag trauert um Erika Baschin aus Schefflenz, die leider viel zu früh verstorben ist. Sie hinterlässt eine schmerzliche Lücke.

Neunkirchen holt eine ganz hervorragende Silbermedaille im Bundesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“, in Schefflenz wird das Freibad und in Waldbrunn die Katzenbuckel-Therme eingeweiht, die Schlossfestspiele Zwingenberg begrüßen die 250.000. Besucherin, die Gewerbeschule Mosbach wird 175 Jahre alt, in Rosenberg sorgt das Pilotprojekt „Restmüllfreie Abfallwirtschaft“ bundesweit für positive Schlagzeilen und und und ….. Vieles ließe sich problemlos noch ergänzen. Ein lebendiger Kreis an der Schwelle zu einem neuen Jahrzehnt.

Im kommenden Jahr sind Landtagswahlen. Peter Hauk und Georg Nelius haben unsere Interessen in Stuttgart hervorragend vertreten. Dafür gilt beiden ein herzliches Dankeschön.

Was das neue Jahr für uns bringen wird, weiß niemand. Ganz oben auf meiner Wunschliste für Sie alle steht aber Gesundheit. Nutzen Sie die Weihnachtsfeiertage deshalb auch zu einer kleinen Auszeit und gehen Sie das neue Jahr dann mit frischer Kraft, vor allem aber mit Optimismus an. Charles Dickens hat einmal gesagt: „Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben“. Das wünsche ich Ihnen auch. Ich bin sicher, es würde dadurch noch ein klein wenig heller auf der Welt.

Wir werden auch in diesem Jahr bewusst auf die Versendung von Weihnachtskarten oder Geschenken verzichten und den so eingesparten Betrag statt dessen lieber für einen guten Zweck spenden. 2010 wollen wir damit den Arbeitskreis Gerontopsychiatrie Neckar-Odenwald-Kreis bedenken.

Ihnen allen und ihren Familien wünsche ich von Herzen ein frohes Weihnachtsfest, Gottes Segen und einen guten Start in ein hoffentlich für uns alle gesundes, glückliches und friedvolles neues Jahr 2011.

Ihr
Dr. Achim Brötel
Landrat

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