Mr. Odenwald feiert seinen 70.

HorstSchnur

Horst Schnur feiert in seinem Heimatort Olfen runden Geburtstag – In der Position des Landrats von 1991 bis 2009. (Foto: LRA)

Odenwaldkreis. (pm) Ein bisschen stiller ist es denn doch um ihn geworden, aber präsent ist er noch an vielen Orten in der Region und gelegentlich auch darüber hinaus. Dem Chronisten legte er zwischenzeitlich mal schalkhaft ans Herz, er dürfe eine Glosse schreiben unter dem Titel: „Schnur auf dem Abstellgleis“. Das entsprang jedoch nur einer Momentaufnahme, als der nach dem früheren Odenwälder Landrat benannte Itino-Triebwagen der Odenwaldbahn auf dem Bahnhof in Erbach für einige Tage in Ruhe stand und auf die anstehende Wartung wartete. Im mehr bewegten als müßigen Ruhestand eingerichtet hat sich seit nun bald zweieinhalb Jahren der „Namensgeber“, um den es morgen, 01. März 2012, durchaus unruhig werden könnte, feiert Horst Schnur dann in seinem Heimatort, dem Beerfelder Stadtteil Olfen, seinen 70. Geburtstag.

„Sie glauben doch nicht, dass Mr. Odenwald sich so einfach abmeldet“: Das hatte Johann-Dietrich Wörner, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Köln) und Moderator zahlreicher Odenwald-Dialoge bei Schnurs offizieller Verabschiedung im August 2009 gesagt – und damit natürlich recht behalten. Selbst die Frankfurter Allgemeine Zeitung adelte den rührigen Kommunalpolitiker, indem sie ihn als „das Gesicht des Odenwaldkreises“ bezeichnete.


Der Rat des Mannes, ohne den es die Odenwaldbahn mit Sicherheit nicht und die Bahn im Odenwaldkreis vielleicht überhaupt nicht mehr gäbe, bleibt gefragt, wenn auch nicht mehr so publik wie einst. Viele Anrufe und E-Mail-Anfragen hätten ihn dieser Tage erreicht, die sich nach seiner Ansicht zum Thema Windkraft erkundigten, sagte der frühere Landrat im Gespräch mit dem Pressedienst des Odenwaldkreises, doch er wolle sich in der Öffentlichkeit Zurückhaltung auferlegen. Seinen Eindruck von der Energiewende gibt der Olfener Ortsbürger dennoch wieder: „Die Menschen vermissen wohl ein wenig die koordinierende Hand in Bund und Land“.

Gesundheitlich gehe es ihm gut, er sei zufrieden, bekundet Horst Schnur: „Ich lebe ohne Schmerzen und habe nichts zu klagen“. Er freut sich, wenn am Tag vor seinem „Jubiläum“ der Enkel aus New York eintrifft. Die Familie steht heute mehr im Mittelpunkt als zu den anspruchsvollen Dienst-Zeiten. Den Wunsch, öfter mal zusammen mit Ehefrau Traudel zu verreisen, konnte Schnur sich mittlerweile auch erfüllen. Ein wenig öffentlichkeitswirksam aktiv ist der Landrat im (Un-)Ruhestand für die Odenwald-Akademie sowie als stellvertretender Vorsitzender der Odenwald-Stiftung. Der Verein Kultursommer Südhessen führt ihn als Ehrenmitglied. Dass er unvermindert umtriebig und unermüdlich aktiv sein kann, darauf vertraut die Olfener Dorfgemeinschaft eher mehr als weniger, denn hier bringt der Kenner der Region seinen Erfahrungsschatz in die Gestaltung der regelmäßigen Dorftreff-Nachmittage – und seine vielfältig gewonnenen Kontakte zum Beispiel in das Arrangement von Ausflügen ein.

Horst Schnur war 1968 in den Kreistag gewählt worden und in diesem Gremium von 1975 bis 1986 Vorsitzender der SPD-Fraktion. 23 Jahre stand er in herausgehobener Funktion in Diensten des Odenwaldkreises: Von 1986 bis 1991 als hauptamtlicher Erster Beigeordneter, von 1991 bis 2009 als Landrat – dabei 1997 sowie 2003 mit deutlichen Mehrheiten jeweils direkt gewählt.


Politische Schwerpunkte setzte Schnur vorrangig in den Bereichen Soziales und Gesundheit, Bildung und Kultur, Wirtschaftsförderung, Verkehr und Tourismus sowie Umwelt und Naturschutz. Herausragende Bedeutung maß er stets der bestmöglichen Daseinsvorsorge bei. Am deutlichsten dokumentierte sich dies in der Neuaufstellung des Kreiskrankenhauses in Erbach als Gesundheitszentrum Odenwaldkreis.

Wie eingangs gesagt – von wegen Abstellgleis- Ohne Schnur keine Odenwaldbahn. Einen großen Bahnhof möchte der ehemalige Landrat an seinem 70. Geburtstag aber nicht haben. Doch gewährt der Vater gastronomischer Attraktionen wie der Odenwälder Kartoffelwochen und der Odenwälder Lammwochen gerne jedem seine Gastfreundschaft.

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