Nachwuchsbiker fahren erstes Etappenrennen

Waldbrunn/Schwarzwald. Fünf Etappen mit insgesamt 394,5 Kilometern und 10.020 Höhenmetern mussten bei der Trans-Schwarzwald absolviert werden. Der Wettbewerb gehört somit zu den schwersten, gleichzeitig aber auch zu den schönsten Mountainbike-Etappenrennen in ganz Europa.

550 Biker gingen am vergangenen Mittwoch in Donaueschingen an den Start. In dem  stark besetzten Feld mit Lizenz- und Hobby-Fahrern, waren nicht nur MTB-Profi Jochen Käs und der U23-Marathon-Europameister Simon Stiebjahn dabei, sondern auch Ex-Telekom-Profi Udo Bölts, der ebenfalls an fünf Tagen um Etappensiege kämpfte. Natürlich stand auch die Gesamtwertung im Fokus der Sportler. Die Hitze, die selbst in den Höhenlagen des Schwarzwalds nahezu unerträglich war, machte die diesjährige Austragung allerdings zu einem enorm schwierigen Unterfangen.

Unter den 550 Biker war auch Alessandro Sepp aus Waldbrunn, der gemeinsam mit seinem Partner Yves Ketterer vom Team Wheeler-iXs als jüngstes Team der Herren-Klasse der Herausforderung stellte. Für beide Athleten war die Trans Schwarzwald 2012 das erste Etappenrennen ihrer Karriere. Dementsprechend groß war die Anspannung vor der ersten Etappe, konnte man doch auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen. So ging es auf den ersten Abschnitt mit 78 Kilometer Länge und 1.650 Höhenmeter von Donaueschingen nach Grafenhausen.

Die beiden Youngster mussten sich aus der Mitte des Feldes mühsam ihren Weg in Richtung Spitze bahnen. Dabei ließen die Teamkollegen enorm viel Kraft. Insbesondere Alessandro Sepp machte der erste Tag sehr zu schaffen, weshalb Yves Ketterer in die Bresche sprang und einen Großteil der Führungsarbeit übernahm. Dank einer guten Schlussphase platzierte man sich im Etappenziel auf dem 20. Rang der Teamwertung.

Am zweiten Tag ging es von Grafenhausen, vorbei am Schluchsee und über die Höhenlagen des Turners nach Schonach. Die zweite Etappe war mit 80, 5 Kilometer etwas länger und wis auch knapp 300 Höhenmeter mehr auf. Der Odenwälder Alessandro Sepp hatte sich gut erholt, wie er überhaupt von Etappe zu Etappe physisch und mental stärker wurde. So konnte er sich für den ersten Teilabschnitt revanchieren und Verantwortung übernehmen. Eine starke Tagesleistung, die aufgrund eines nächtlichen Starkregens über aufgeweichte Strecken führte, wurde im Ziel mit dem 13. Rang in der Tageswertung belohnt.

Dank dieser Leistung ging es aus dem ersten Startblock auf die 73 Kilometer lange Etappe, die über 2.160 Höhenmeter,  bei brütender Hitze von Schonach nach Bad Rippoldsau führte.




Beide Fahrer konnten sich im Verfolgerfeld hinter der Spitzengruppe festsetzen. Erst auf den letzten Kilometern vor dem Ziel nahmen Sepp und Ketterer Tempo raus, um Kräfte für die beiden letzten Etappen zu sparen. Dennoch erreichte das Wheeler-iXs-Team nach 3:33 Stunden einen sehr guten 12. Platz.

In der Gesamtwertung schob man sich dadurch auf den 13. Rang nach vorne. Diese Platzierung wollten die beiden Nachwuchsbiker auf dem vierten Tagesabschnitt von Bad Rippoldsau nach Sasbachwalden über 68,5 Kilometer mit 1.920 Höhenmetern, unbedingt verteidigen. Mit dieser Motivation zeigten die jungen Fahrer an diesem Tag ihre mit Abstand beste Leistung während der gesamten Trans Schwarzwald. Nach dem Start ging es sofort

hinauf zum Kniebis und weiter über die Höhen und Täler des Schwarzwalds. Beide lieferten in der Verfolgergruppe eine bis dahin für nicht möglich gehaltene Leistung für die im Ziel der siebte Platz und damit eine Top 10-Platzierung der Lohn waren.

Aufgrund der gezeigten Leistung wurde das ursprünglich ausgegebene Ziel, zu den besten 20 Teams zu gehören, korrigiert. Jetzt strebten Sportler und Betreuerteam einen Platz in den Top 15 an.  Dieses Vorhaben erschien jedoch aufgrund der letzten und zugleich schwierigsten Etappe als recht schwierig.

Auf der Königsetappe der diesjährigen Trans Schwarzwald musste das Fahrerfeld 94, 5 Kilometern und 2.440 Höhenmeter bewältigen. Viele Biker litten aufgrund der extremen Hitze, des dadurch bedingten, erhöhten Flüssigkeitsbedarfs und der Anstrengungen der vier vorherigen Etappen bereits an Magen- und Darmproblemen, von denen auch Yves Ketterer und Alessandro Sepp nicht verschont blieben.

Dadurch konnten die jungen Teamkollegen nicht mehr an die Spitzenleistungen des Vortags anknüpfen. So war es vor allem der Waldbrunner Biker, der an diesem Tag dafür, dass das Tempo nicht zu langsam wurde. Das Schlussetappenziel in Pforzheim erreichte man nach einer Fahrzeit von 4:16 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,9 km/h. Diese starke Leistung des Zweierteams wurde mit dem 13. Platz in der Tageswertung belohnt.

In der Gesamtwertung lagen Alessandro Sepp und Yves Ketterer auf einem hervorragenden 12. Platz. Allerdings trübte ein Unfall bei der Zieldurchfahrt das fantastische Ergebnis. Eine Zuschauerin lief Yves Ketterer vors Rad, verursachte dessen Sturz, sodass dieser verletzt liegen blieb. Eine erste Diagnose ging von einer massiven Bänderdehnung im Knie aus. Dennoch war man im Lager des Teams Wheeler-iXs sehr zufrieden mit der Leistung der Nachwuchsfahrer.

Beide Fahrer dankten den Veranstaltern für  die gute Organisation sowie den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung. Auch an die Betreuer ging ein Dank, hatten diese doch für optimale Wartung der Bikes und Versorgung nach dem Zieleinlauf gesorgt.

Sieger in der Teamwertung wurden Simon Stiebjahn und Marcus Nicolai.

468 Trans Schwarzwald

(Foto: privat)

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