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CDU- Kreisvorstand tagt bei der IHK
Mosbach. (pm) Über die wirtschaftliche Lage, landespolitische Lösungsansätze sowie Ausbildung und Fachkräftesicherung diskutierte der CDU-Kreisvorstand des Neckar-Odenwald-Kreises bei der IHK Rhein-Neckar in Mosbach mit deren Geschäftsführer Dr. Andreas Hildenbrand und Ralf Rohmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Gustav Eirich. Mit dabei war der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Tobias Vogt, der zuvor gemeinsam mit Landrat Dr. Achim Brötel den Landkreis bereist hatte.
Hildenbrand zeichnete ein nüchternes Bild der regionalen Wirtschaft. Die Lage sei „nicht richtig schlecht, aber auch nicht richtig gut“. Zwar entwickle sich die Wirtschaft seit Jahren besser als von den Unternehmen erwartet, nach einem Rückgang ab 2021 stagniere sie jedoch seit 2024. Rohmann nannte schwache Inlandsnachfrage, überdurchschnittliche Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise als zentrale Belastungen.
Besonders deutlich zeige sich dies bei den Energiekosten: Bewerteten diese zu Jahresbeginn noch 26 Prozent der Unternehmen als geschäftsschädigend, seien es inzwischen 43 Prozent. Der Fachkräftemangel lasse zwar etwas nach, zugleich bewerteten weiterhin mehr als 30 Prozent der Unternehmen die Wirtschaftspolitik als Belastung.
Tobias Vogt bestätigte, dass er solche Einschätzungen derzeit landesweit höre.
Als Mitinhaber eines Automobilbetriebs kenne er die Folgen wirtschaftlichen Drucks aus eigener Erfahrung. „Hinter jedem Unternehmen in Schieflage stehen Mitarbeiter und deren Familien“, betonte er. Besonders die Automobilindustrie stehe in einer „Zangenbewegung“ aus rückläufigen Einnahmen in China, amerikanischen Strafzöllen und der Verlagerung von Arbeitsplätzen in die USA.
„Wir wollen keine Ankündigungsweltmeister sein: Wir wollen erst liefern und dann darüber sprechen!“, machte Vogt deutlich. Baden-Württemberg verfüge über Innovationskraft und kluge Köpfe in Unternehmen, Hochschulen und Schulen. Entscheidend seien nun die richtigen politischen Rahmenbedingungen und deren konsequente Umsetzung.
Dies gelte insbesondere für die Infrastruktur. „Es ist absurd, dass wir das Automobilland sind, aber mehr Radwege als Straßen gebaut wurden“, sagte Vogt. Mit dem CDU-geführten Verkehrsministerium wolle man „jetzt PS auf die Straße“ bringen. Auch die Verwaltung müsse stärker zum Problemlöser werden. Das vorgesehene Effizienzgesetz solle zum Januar 2028 bisherige Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten im Landesrecht pauschal abschaffen, soweit deren Notwendigkeit nicht begründet werde.
Künftig müssten Behörden aktiv darlegen, welche Pflichten unverzichtbar seien.
In der Diskussion rückten Ausbildung und Bildung in den Mittelpunkt. CDU-Kreisvorsitzender Markus Haas forderte pragmatische Lösungen: „Die Ausbildungsfähigkeit unserer Jugend ist nicht mehr überall gegeben. Hier müssen wir anpacken und Lösungen schaffen.“
Sein Stellvertreter Torsten Noe ergänzte, Bürokratieabbau entlaste nicht nur Unternehmen, sondern setze auch in Behörden dringend benötigte Kapazitäten frei.
Rohmann beklagte Defizite bei Belastbarkeit, Disziplin und schulischen Grundlagen. Kritisch sehe er sowohl Entwicklungen in der Erziehung als auch die Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem. „Die Hauptschule wird abgewertet, aber wir brauchen sie für Handwerker und Facharbeiter“, betonte er. Vogt forderte ein gesellschaftliches Umdenken: „Einfach weitermachen ist keine Option.“ Eltern müssten ihre Erziehungsaufgaben wahrnehmen, die Politik Probleme offen benennen, Fehler eingestehen und Lösungen umsetzen.
Als weitere Herausforderung bezeichnete Hildenbrand die Fachkräftesicherung im ländlichen Raum. Neben der Abwanderung junger Menschen leide besonders das Ansehen der beruflichen Ausbildung: „Viele denken, man ist nichts mehr wert, wenn man nicht studiert. Beide Wege sind gleichwertig, gerade in unserer Region.“ Eltern, Lehrer und Arbeitsagentur müssten bei der Berufsorientierung stärker zusammenwirken.
„Fachkräftesicherung im ländlichen Raum ist ein dickes Brett“, ergänzte Rohmann. Auch die Bereitschaft zu Mehrarbeit und zusätzlicher Verantwortung habe spürbar nachgelassen, selbst wenn Betriebe wirtschaftlich darauf angewiesen seien.
Landtagsabgeordneter Peter Hauk unterstrich, dass Politik gesellschaftliche Trends zwar nicht umkehren, aber die Rahmenbedingungen gestalten könne: „Der ländliche Raum ist gerade für junge Familien attraktiv, die zurückkehren oder nicht in Ballungszentren bleiben wollen.“ Diese Chance gelte es zu nutzen.
„Dafür müssen Bauplätze, Kindergärten, Schulen und die gesamte Infrastruktur erhalten und weiterentwickelt werden“, betonte Vorstandsmitglied Fabian Berger. Rohmann stimmte zu: „Der Neckar-Odenwald-Kreis ist hier unverändert sehr attraktiv.“
Kreisvorsitzender Markus Haas dankte für den offenen Austausch. Die CDU wolle wirtschaftliche Herausforderungen konkret angehen – mit weniger Bürokratie, besserer Infrastruktur, starker Bildung und attraktiven Lebensbedingungen im ländlichen Raum. Haas fasste zusammen: „Es braucht pragmatische Lösungen.“



