Die Feuerwehrführung und die Ehrengäste bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Buchen gratulieren den neu gewählten stellvertretenden Kommandanten und dem Ausschuss. (Foto: Grimm)
Feuerwehr Buchen zieht Bilanz: 1.600 Einsätze in fünf Jahren
Buchen. Mit einem Einsatzalarm für die Abteilungen Bödigheim, Stadt, Eberstadt und Waldhausen begann die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Buchen. Dadurch verringerte sich die Zahl der Anwesenden in der Stadthalle am Samstagabend für gut eine Stunde. Bei der satzungsgemäß nur alle fünf Jahre stattfindenden Versammlung wurden – nachdem alle wieder zurückgekehrt waren – die stellvertretenden Feuerwehrkommandanten und der Feuerwehrausschuss neu gewählt sowie mehrere Bestellungen vorgenommen.
Kommandant Andreas Hollerbach begrüßte neben dem obersten Feuerwehrmann der Stadt Buchen, Bürgermeister Roland Burger, zahlreiche Mitglieder des Gemeinderats und Ortsvorsteher sowie weitere Ehrengäste aus den Reihen der Feuerwehr. Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit gedachte die Versammlung der Verstorbenen. Dabei erinnerte Hollerbach an die kürzlich verstorbenen Mitglieder Alexander Schüßler und Helmut Ebert.
1.600 Einsätze in fünf Jahren
Andreas Hollerbach berichtete von stabilen Mitgliederzahlen bei der Feuerwehr Buchen. Mit 121 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr, 149 Mitgliedern in den Altersabteilungen und 369 Mitgliedern in den Einsatzabteilungen könne man sehr zufrieden sein. Allein im Jahr 2025 habe die Feuerwehr 301 Einsätze abgearbeitet, insgesamt seien es in den vergangenen fünf Jahren 1.600 gewesen. Bei den Einsätzen der letzten fünf Jahre hätten die Einsatzkräfte 85 Personen retten können.
Hollerbach ging außerdem auf die Aktivitäten rund um die Leistungsabzeichen ein, die mehrere Gruppen in verschiedenen Stufen abgelegt hatten, sowie auf den Sport. Glücklicherweise gebe es vermehrt Angebote, zum Beispiel den sonntäglichen Lauftreff mit Teilnahmen am Odenwälder Herbstlauf und am Halloween-Lauf. Hinzu kämen weitere sportliche Aktivitäten wie Turm- und Schanzenläufe. Hollerbach gratulierte der Rettungshundestaffel zum 20-jährigen und der Ortsgruppe des Schäferhundevereins Bödigheim zum 40-jährigen Jubiläum, das im Vorjahr gefeiert worden war.
„In den letzten fünf Jahren haben wir viel investiert und neu beschafft: die Umstellung auf den Digitalfunk mit Fahrzeug- und Gerätehausfunk sowie 120 Handfunkgeräte, zudem sechs Netzersatzanlagen und 300 Einsatzhelme“, erläuterte Hollerbach.
Feuerwehr Buchen 2035: Mitglieder, Ausbildung und Ausstattung
Im Rahmen der Klausur „Feuerwehr Buchen 2035“ habe man sich anderthalb Tage lang mit verschiedenen Themen beschäftigt. Dazu gehörten die Mitgliedergewinnung, die Ausbildung und Ausstattung sowie die Infrastruktur. Hollerbach wies auf die im Rahmen der Klausur gegründete WhatsApp-Infogruppe hin und lud zum Beitritt ein. Die Fortsetzung der Klausur und die Ausarbeitung der Themen sollen im Frühjahr 2027 erfolgen.
Zum Abschluss seines Berichts bedankte er sich bei allen, die sich am Feuerwehrleben in Buchen beteiligen, und hob besonders die Unterstützung durch Familien und Arbeitgeber hervor.
Jugendfeuerwehr setzt auf Nachwuchs
Jugendwart Matthias Grimm und sein Stellvertreter Jürgen Müller legten gemeinsam den Bericht der Jugendfeuerwehr vor. Abwechselnd berichteten sie von deren Aktivitäten in den vergangenen fünf Jahren. Sie beleuchteten unter anderem die Abnahmen der Jugendflamme und der Leistungsspange und gingen auf Freizeitaktivitäten sowie die Dorfrallye ein.
Dabei präsentierten sie auch eine wichtige Statistik: In den kommenden zehn Jahren – fünf davon sind bereits vergangen – müssen mindestens 100 Jugendliche in die Einsatzabteilungen aufgenommen werden, um die in die Altersabteilung wechselnden Einsatzkräfte zu ersetzen. Von den benötigten 100 Übertritten waren bis Ende 2025 bereits 56 erreicht. „Wir sind auf einem guten Weg und in diesem Fall ist der Weg das Ziel. Bleibt auf dem Weg“, forderte Grimm die anwesenden Jugendgruppenleiter und Betreuer auf.
Positives Ergebnis und einstimmige Entlastung
Der kommissarische Kassier Wolfgang Mackert, der die Aufgabe vor einem Jahr vom verstorbenen Alexander Schüßler übernommen hatte, berichtete von einem positiven Ergebnis und legte den Wirtschaftsplan für die Jahre 2026 bis 2030 vor. Stefan Lehrer, der gemeinsam mit Bernd Morschhäuser die Kasse geprüft hatte, vermeldete keinerlei Beanstandungen. Er gedachte Alexander Schüßlers und empfahl der Versammlung, die Feuerwehrführung zu entlasten.
Bürgermeister Roland Burger erinnerte in seiner Ansprache an die letzte Hauptversammlung, die während der Corona-Pandemie stattgefunden hatte. Corona sei auch für die Feuerwehren eine besondere Herausforderung gewesen. Die Feuerwehr habe diese jedoch gemeistert und sei dadurch noch enger zusammengeschweißt worden. Im Namen der größten Feuerwehr im Landkreis freute sich Burger über die gute und kontinuierliche Jugendarbeit. „Die Jugendlichen werden von allen Seiten umworben und die Geburtenzahlen gehen zurück“, sagte er. Er lobte die 56 Übertritte in den vergangenen Jahren und bedankte sich für die sehr gute und effektive Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und der Feuerwehrführung.
Burger ging auch auf die latent vorhandenen hybriden Bedrohungen ein, zu denen bereits zwei Übungen in der Verwaltung absolviert worden seien. Die Hauptübung stehe allerdings am darauffolgenden Samstag noch aus. „Niemand wünscht sich solche Einsätze, aber das Üben ist wichtig und unerlässlich, um auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können“, sagte er. Die Stadt Buchen sei mit der Beschaffung der Netzersatzanlagen und der Einrichtung der Notfalltreffpunkte auf einem guten Weg.
„Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles ändert“, zitierte Burger den Schriftsteller Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Er betonte, dass die Stadt Buchen zu ihrer Feuerwehr stehe, sich die Feuerwehr aber weiterentwickeln müsse. „Aber da sind wir dran.“ Auf Antrag Burgers entlastete die Versammlung die Feuerwehrführung einstimmig.
Verabschiedungen und Neuwahlen
Kommandant Hollerbach verabschiedete Roland Pföhler, der langjähriger Gerätewart und stellvertretender Abteilungskommandant in Hainstadt gewesen war, und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Außerdem verabschiedete er Kathrin Klohe als Schriftführerin sowie Martin Henn als stellvertretenden Kommandanten. Henn war nicht erneut zur Wahl angetreten. Er bedankte sich für das Vertrauen in den vergangenen Jahren und erklärte seine Entscheidung mit den Worten: „Wenn ich etwas mache, möchte ich es richtig machen.“
Bei den anschließenden geheimen und getrennten Wahlgängen wurden Rainer Mackert, Mathias Wegner, Arno Noe und Joshua Mackert zu stellvertretenden Kommandanten gewählt. Für den ausscheidenden Martin Henn war Joshua Mackert angetreten. Er hatte sich im Vorfeld der Versammlung vorgestellt und seinen B2-Lehrgang, einen Laufbahnlehrgang für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, erläutert.
Die weiteren Wahlen konnten per Akklamation durchgeführt werden. Die Versammlung wählte Wolfgang Mackert einstimmig zum Kassier und Matthias Pflüger zum Schriftführer. Dem Ausschuss der Freiwilligen Feuerwehr Buchen gehören nun Andreas Hollerbach (Buchen), Lukas Kühner (Bödigheim), Manuel Berner (Eberstadt), Fabian Henn (Einbach), Matthias Bell (Götzingen), Manfred Gramlich (Hainstadt), Eric Schilling (Hettigenbeuern/Stürzenhardt), Rainer Mackert (Hettingen), Friedbert Röckel (Hollerbach), Johannes Mackert (Oberneudorf), Isabell Mühleck (Rinschheim), Rico Vogel (Unterneudorf) und Florian Weber (Waldhausen) an. Kassenprüfer sind künftig Bernd Morschhäuser und Stefan Lehrer.
Als Jugendwart und stellvertretender Jugendwart wurden Matthias Grimm und Jürgen Müller bestellt. Matthias Grimm wurde außerdem erneut zum Pressesprecher ernannt. Friedbert Rösch, Reinhard Weigel und Hubert Breunig leiten als Obmänner die Altersabteilung. Karl Hess wurde zum Schriftführer der Altersabteilung bestellt.
Grußworte von Kreisbrandmeister und Kreisfeuerwehrverband
Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr bedankte sich in seinem Grußwort im Namen des Landrats für die geleistete Arbeit. Er stellte klar, dass selbst das beste und teuerste Fahrzeug oder Gerät ohne die Menschen, die es bedienen und nutzen, nichts wert sei. Er freute sich, dass der neue CBRN-Erkunder übergeben worden sei und in Kürze eingeweiht werde.
Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Matthias Brand, sagte: „Was die Feuerwehr im Innersten zusammenhält, bleibt für die Augen unsichtbar – es sind unsere Werte, die wir verkörpern.“ Im Einsatz gebe es kein „Ich“, sondern nur ein „Wir“. Der Kreisfeuerwehrverband sehe es als seine Aufgabe an, die Feuerwehren zu unterstützen und zu vertreten. Als Kreisstabsführer warb Brand für das Kreisfeuerwehrverbandsorchester und freute sich auf neue Mitglieder – gerne auch aus Buchen.
Zugführer vom Dienst und anstehende Übungen
Zum Abschluss berichtete Hollerbach, dass der Einsatzdienst um die Funktion „Zugführer vom Dienst“ erweitert werde. Diese Aufgabe übernehmen künftig Manuel Berner aus Eberstadt und Manuel Ihrig aus Hettingen.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben und Verschiedenes“ wies Hollerbach auf die Vollübung mit mehreren Szenarien am 14. November und den Lehrgangsplan für 2027 hin. Außerdem betonte er die Bedeutung des Leistungsabzeichens in Bronze.



