Regierungspräsident Föhr begrüßte rund 90 Rebhuhnfreundinnen und -freunde zur Jubiläumsfeier und lobte die Gemeinschaftsleistung der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal. (Foto: pm)
Fünf Jahre Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal
Schefflenz. (pm) Die Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal feierte am Donnerstag mit einem Festakt in Schefflenz ihr fünfjähriges Bestehen. Am Vormittag fand ein landesweiter Fachaustausch zum Rebhuhnschutz mit über 60 Teilnehmenden statt.
Der Schefflenzer Bürgermeister Raphael Hoffman freute sich über die gut gefüllte Roedderhalle und das große Interesse an dem selten gewordenen Feldvogel, der für eine artenreiche und vielfältige Agrarlandschaft steht. Schefflenz ist zusammen mit Teilen von Billigheim, Elztal, Mosbach und Seckach das Kerngebiet des Rebhuhns im Regierungsbezirk Karlsruhe.
Seit 2021 besteht die Initiative unter Federführung des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe. Regierungspräsident Alexander Föhr und Landrat Dr. Achim Brötel blickten in viele zufriedene Gesichter und lobten die gute Gemeinschaftsleistung der Initiative. René Greiner, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Baden-Württemberg und Vertreter des Bundesprojekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“, gratulierte zu dem erfolgreichen Gemeinschaftsprojekt.
Dr. Elmar Werling, Mitglied des Lenkungskreises der Initiative, und Judith Knebel vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium, fassten den Erfolg zusammen: Der Bestand des vom Aussterben bedrohten Rebhuhns hat sich erfreulicherweise stabilisiert und zeigt eine steigende Tendenz. So wurden anfänglich etwa 50 rufende Rebhähne und in 2026 rund 70 gezählt.
In dem rund 100 Quadratkilometer großen Projektgebiet beteiligen sich mittlerweile 30 landwirtschaftliche Betriebe. Besonders hervorzuheben ist der diesjährige Bruterfolg von zehn Jungtieren pro Rebhuhnpaar. Dieser Wert lag 2025 bereits bei 8,2 gegenüber einem bundesweiten Durchschnitt von 5,8. Damit kann sich das Schefflenztal mit den besten Rebhuhngebieten Deutschlands messen, bestätigte auch René Greiner.
Nach den Grußworten und der Vorstellung der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal stellte Ineke Joormann vom Johann-Heinrich-von Thünen-Institut aus Braunschweig das Verbundprojekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) vor.
Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft“ erprobt das bundesweite Dialog- und Demonstrationsprojekt Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind.
Mit diesem Blick „über den Tellerrand“ wurde deutlich, welche Wirkungen erzielt werden können, wenn Naturschutz und Landwirtschaft zusammenarbeiten: Ackerwildkräuter, Wildbienen, Tagfalter, Laufkäfer, Feldhasen und Feldvögel profitieren nachweislich. Sinnvolle Maßnahmenbündel und gute Beratung verbessern die Effizienz und steigern die Akzeptanz in den landwirtschaftlichen Betrieben.
Regierungspräsident Föhr dankte abschließend allen Beteiligten für ihr herausragendes Engagement: „Wir haben heute Abend einen Meilenstein der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal gefeiert. Der Abend hat verdeutlicht, dass erfolgreicher Rebhuhnschutz viele Hände braucht – ganz im Sinne unseres Slogans „Zamme regle mir des“.“
Im Anschluss an den Festakt fand bei guter Verpflegung durch die NABU-Gruppe Seckach-Schefflenztal ein reger Austausch statt. Dabei diskutierten die Rebhuhn-Interessierten Vergangenes und auch zukünftige Schritte. Der Aufwind, in dem sich das Rebhuhn momentan befindet, gibt auch der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal neuen Antrieb.



