„Organspende – ein Geschenk des Lebens“

Jugendfilmtag und Gestaltungswettbewerb für 8. -10. Klassen

AWO Organspende

Die Walldürner „Herzlis-Alis-Gruppe“ besuchte die Filmvorführung „Organspende“ mit Initiatorin Gabriele Teichmann (links) und Bernd Umbreit (Mitte). (Foto: pm)

Walldürn. (pm) Etwa 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, und nirgendwo in Deutschland ist die Zahl der Organspender im Verhältnis zur Bevölkerung so niedrig wie in Baden-Württemberg. Um mit jungen Menschen über das Thema Organspende zu sprechen, lud die AWO Neckar-Odenwald gemeinsam mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz und dem Staatlichen Schulamt Mannheim zur Filmvorführung mit Diskussion ein. Etwa 170 Schüler aus Walldürner 9. Klassen waren dazu in die Nibelungenhalle Walldürn gekommen.

„Nach der Neuregelung des Transplantationsgesetzes und mehreren Skandalen rund um Organspenden gibt es großen Aufklärungs- und Diskussionsbedarf“, sagt Gabriele Teichmann, Kreisvorsitzende der AWO Neckar-Odenwald und Initiatorin des Jugendfilmtages. „Junge Menschen ab 16 Jahren können sich als Organspender registrieren lassen. Sie brauchen Argumente und Unterstützung für eine gut durchdachte Entscheidung.“

Aus diesem Grund holte Gabriele Teichmann erneut den Filmemacher Bernd Umbreit in den Neckar-Odenwald-Kreis. Nachdem er im Sommer mit Jugendlichen über seine Filme zu den Themen Essstörungen und Selbstmordtendenzen bei Jugendlichen diskutiert hatte, brachte er diesmal seinen Film „Eine Niere für die beste Freundin“ mit: In dieser Dokumentation zeigt er die Dialyse-Patientin Heike, die von ihrer Freundin Tina eine Niere gespendet bekommt. Der Film, der im Jahr 2000 mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet wurde, zeigt die Verzweiflung der 24-Jährigen Nierenkranken, die Hoffnung auf eine neue Lebensqualität und die gute Zeit, die Heike nach der OP genießt. Er zeigt aber auch die bittere Enttäuschung, als es zu Komplikationen und Abstoßungsreaktionen kommt.




Nach dem Film diskutierte Bernd Umbreit mit den Jugendlichen über Organtransplantationen, über die Feststellung des Hirntods und die Gründe für und gegen die Organspende. Er fand dabei wieder einmal den richtigen Ton, um Jugendliche anzusprechen und ins Thema zu ziehen. Auch Dr. med. Christina Schleicher von der Deutschen Stiftung Organtransplantation gab Informationen zur Organspende und zum Organspendeausweis. Denn laut Gesetz soll sich jeder Deutsche zumindest einmal im Leben für oder gegen eine Organspende entscheiden. Laut einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2010 sind 74 Prozent der 14- bis 75-Jährigen bereit, nach ihrem Tod zu spenden. Doch nur 25 Prozent der Befragten sind in Besitz eines Organspendeausweises.

Landrat Dr. Achim Brötel stellte auf der Veranstaltung den Ausstellungswettbewerb zum Thema Organspende vor. Dieser Wettbewerb wird von der Kommunalen Gesundheitskonferenz Neckar-Odenwald und der AOK Rhein-Neckar-Odenwald durchgeführt. Dabei sind die 8. bis 10. Schulklassen aufgefordert, Zeichnungen, Collagen, eine Fotostrecke, einen Bericht, eine Präsentation oder andere kreative Arbeiten zum Thema Organspende zu erarbeiten. Die Schulklassen mit den besten drei Arbeiten erhalten eine Einladung zu einem Heimspiel von 1899 Hoffenheim in die Wirsol-Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim. Anmeldeschluss für den Wettbewerb ist der 31. Januar 2013; die Arbeiten sollen ab dem 25. Februar 2013 präsentiert werden.

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