500 Jahre im Öffentlichen Dienst gewürdigt

500 Jahre im Oeffentlichen Dienst

(Foto: LRA)

Mosbach. (lra) Im weihnachtlich geschmückten Kreismedienzentrum fanden die letzten Ehrungen von Dienstjubilaren oder künftigen Ruheständlern des Landratsamtes für dieses Jahr statt. Die Feierstunde wird im regelmäßigen Turnus abgehalten; Landrat Dr. Achim Brötel nimmt diese Ehrungen grundsätzlich persönlich vor. Dem angeblich drohenden Weltuntergang begegnete er dabei mit betonter Lässigkeit: „Wer so lange wie Sie im Landratsamt ist, den kann auch kein angeblicher Weltuntergang mehr schocken“. Mit herzlichen Dankesworten eröffnete er den Reigen der künftigen Pensionäre, deren Liste diesmal außergewöhnlich lang war.

Günther Bergen aus Mosbach machte den Auftakt. Als Vermessungstechniker im Fachdienst Flurneuordnung war er als Mitglied des Pool-Teams bei Land angestellt. Nach 47 Jahren Vermessungstechnik und nach vielen Flurneuordnungsverfahren, die seine Handschrift tragen, hat er sich zum 1. Dezember in die Ruhephase der Altersteilzeit verabschiedet. Der Landrat lobte nicht nur sein berufliches Wirken, sondern auch sein 23-jähriges Engagement für den Personalrat in teils leitender Funktion: „Das ist eine sehr wichtige und sinnvolle Aufgabe, die aber beileibe nicht vergnügungssteuerpflichtig ist. Dafür danke ich ganz besonders.“




Nicht 47, aber immerhin 45 Dienstjahre liegen hinter Gudrun Feuchter aus Elztal, die sich schon seit dem 1. Oktober in der Ruhephase befindet.  Die zuletzt im Gesundheitswesen beschäftigte Sachbearbeiterin startete 1967 als technische Angestellte im Liegenschaftskataster beim damals Staatlichen Vermessungsamt in Mosbach. 2005 nutzte sie die Chancen, die die Verwaltungsreform bot und wechselte von der Vermessung zum Geschäftsbereich Gesundheitswesen. Als Raumpflegerin an der Ganztagesschule Osterburken wird Charlotte Grohe künftig fehlen. Seit 1978 hat sich die Osterburkenerin mit ihren Kolleginnen um die „Visitenkarte“ des Hauses gekümmert und auch Sonderaufgaben wie nach dem Brand oder dem großen Wasserschaden nicht gescheut. Sie trat wie Adelheid Knoll aus Billigheim-Sulzbach auch zum 1. Dezember in die bereits mehrfach erwähnte Ruhephase. Die Beauftragte für Chancengleichheit und Leiterin der Freiwilligenbörse hat ein „Netz geschaffen, das trägt“, so der Landrat. Tatsächlich war die gelernte Einzelhandelskauffrau nach eigenen Aussagen die dienstälteste Frauenbeauftragte im Land, die sich darüber hinaus mit ihrem ehrenamtlichen Engagement vor allem für den Förderverein des Frauen- und Kinderschutzhauses große und bleibende Verdienste erworben hat. Gleichzeitig mit der „Chefin“ wurde auch Gerda Lindenmaier aus Elztal in den Ruhestand verabschiedet. Die Mitarbeiterin Adelheid Knolls hat als „Industriekaufmann“ – damals gab es noch keine weiblichen Formen – in der freien Wirtschaft gearbeitet, bevor sie 1969 im Sozialamt des Landratsamtes ihren Dienst antrat. Als Schulsekretärin an der Gewerbeschule und später an der Augusta-Bender Schule Mosbach war sie jahrelang tätig, bevor sie 2002 zum Freiwilligenzentrum wechselte.

Dem sozialen Bereich fühlte sich Gertraud Münch aus Buchen fast ihr ganzes berufliches Leben verpflichtet. Nach einem knappen Jahr im Sekretariat der Bauabteilung wechselte sie 1974 in das Sekretariat des Sozialamtes im Landratsamt. 2005 wurde sie der Neckar-Odenwald-Arbeitsgemeinschaft zugewiesen und zum 30. November beendete sie ihre Berufstätigkeit als Sachbearbeiterin in der Anlaufstelle für Soziale Hilfen (ASOH) in Buchen. „Kein leichtes Umfeld“, wie der Landrat betonte. Der Arbeitsplatz von Klaus Riedinger aus Mosbach war die Straßenmeisterei. Hier war der gelernte Landmaschinenmechaniker, der dort viele Jahre als Kraftfahrer beschäftigt war, seit 1994 als Platzwart die „gute Seele“, die für Ordnung gesorgt hat. Nach 36 Jahren im Öffentlichen Dienst trat er nun seinen Ruhestand zeitgleich mit Anita Schmitt aus Mosbach an. Die hatte als gelernte Erzieherin freilich einen ganz anderen Wirkungsbereich: Das Frauen- und Kinderschutzhaus. Seit 1995 hat sie sich dort vor allem um die Kinder gekümmert, die zum Teil traumatisiert mit ihren Müttern Schutz gesucht haben in der Einrichtung des Landkreises. „Die Belegungszahlen gehen zwar zurück, aber die Schwere der Fälle nimmt leider zu“, bemerkte der Landrat dazu. Auch Hermann Schwing aus Buchen hat „eigentlich“ einen anderen Beruf erlernt: Zimmermann. Nach Stationen in einer Gießerei, bei der Bundeswehr und als Kraftfahrer trat er 1989 seinen Dienst als Straßenwärter in Buchen an. 2005 wechselte er im Rahmen der Verwaltungsreform vom Straßenbauamt Heidelberg, Außenstelle Buchen zum Landkreis. „Sie leisten gute Arbeit, insbesondere, wenn es um den Räum- und Streudienst im Winter geht“, lobte der Landrat und gratulierte neben der Verabschiedung in den Ruhestand auch gleich noch zum 25-jährigen Dienstjubiläum. Mit Waltraud Weber aus Buchen wurde die letzte künftige Pensionärin verabschiedet. „Ihr Leben war das Baurecht“, erklärte Dr. Brötel und tatsächlich hat Waltraud Weber fast ausschließlich in diesem Bereich gearbeitet, gerade auch in den Zeiten, in denen ein regelrechter „Bauboom“ herrschte und entsprechend viel Arbeit anfiel.


Freddy Hasselbach aus Fahrenbach-Trienz und Stefan Michel aus Waldstetten dagegen „dürfen noch ein bisschen bleiben“: Beide feierten ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Während Hasselbach als Bautechniker seit seiner Ausbildung dem Wasser treu geblieben ist  – er arbeitet als Sachbearbeiter für Gewässerschutz beim Fachdienst Umwelt –  ist Michels Welt der Wald. Der Leiter des Forstreviers Walldürn ist zwar ebenfalls gelernter Bautechniker, hat aber bald seine wahre Berufung erkannt und arbeitet nach verschiedenen Stationen seit 1998 in Walldürn.

Wilfried Weisbrod vom Personalrat hatte im Vorfeld gerechnet und kam auf über 500 Dienstjahre der Anwesenden, für die er sich dem Dank des Landrates anschloss. Auch er ehrte nochmals besonders die Verdienste der Kollegen, die sich im Personalrat engagiert hatten. 

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: