Auf dem Weg zum Ausbildungsplatz

Ausbildungsakquisiteure machen sich stark für Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen

 (aat) „Wer wirklich einen Ausbildungsplatz möchte, der wird von uns so gut unterstützt, dass er auch einen bekommen wird“, erklärt Anita Leuchtweis, Ausbildungsakquisiteurin (AAQ) der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Laut Statistik kommen im Agenturbezirk auf einen gemeldeten Bewerber um einen Ausbildungsplatz 1,5 Stellen. Dennoch gelingt es einem Teil der jungen Menschen nicht, direkt nach der Schule auch eine Ausbildungsstelle zu bekommen.

Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlicher Natur, doch eines ist gemeinsam: Diese jungen Menschen brauchen individuelle und intensivere Unterstützung und genau hier setzt die Arbeit der Ausbildungsakquisiteure an.

„Ohne Frau Leuchtweis hätte ich meine Ausbildung sicherlich nicht fortsetzen können“, ist die 19-jährige Kristina K. aus Tauberbischofsheim überzeugt. Im September 2015 hatte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen und als sie erfuhr, dass ihr Ausbildungsbetrieb Insolvenz anmelden wird, war guter Rat teuer. Denn es musste mitten im Ausbildungsjahr schnell ein Übernahmebetrieb gefunden werden. Kristina meldete sich umgehend bei der Berufsberatung und Anita Leuchtweis übernahm die Betreuung. Die Chancen auf eine reibungslose Übernahme standen nicht gut. An die 40 Betriebe hat die Ausbildungsakquisiteurin kontaktiert. Doch entweder waren die Auswahlverfahren seitens der Unternehmen bereits abgeschlossen oder die Betriebe konnten im bereits laufenden Ausbildungsjahr keine zusätzlichen Auszubildenden mehr nehmen. An einige wenige konnte Kristina ihre Bewerbungsunterlagen schicken. „Da die Zeit drängte, habe ich zusätzlich bei jedem dieser Betriebe nachgehakt und auf die Möglichkeit eines Praktikums hingewiesen“, so A. Leuchtweis. Darüber hinaus setzte sie sich mit der Berufsschule und der zuständigen Kammer in Verbindung, damit mögliche Probleme bereits im Vorfeld angesprochen und geklärt werden konnten. Der Einsatz und die Hartnäckigkeit haben sich ausgezahlt. Kristina wurde zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen. Und hatte nach einem Probearbeitstag bei der Firma Brandel-Bau GmbH in Tauberbischofsheim überzeugen können. „Kristina hat bereits mit ihrem Bewerbungsverhalten gepunktet. Sie hat sich sehr motiviert gezeigt, hat bei organisatorischen Fragen immer sofort reagiert und sich gekümmert“, so Christian Baumann, Prokurist und kaufmännischer Leiter bei der Firma Brandel-Bau.

Dadurch, dass der Betrieb flexibel reagierte, wurde mit Kristina der Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich mit Beginn September 2016 bereits jetzt besetzt. „Wir hoffen, dass wir  auch Jugendliche für unsere Ausbildung zum Maurer oder Baugeräteführer begeistern können“, so Baumann.

Zusammen mit ihren Kollegen Klaus-Peter Rother, Michael Kolbe und Wolfgang Fischer arbeitet Anita Leuchtweis eng mit den Berufsberatern zusammen und kümmern sich intensiv um Bewerber, die sich bei der Ausbildungsstellensuche schwer tun.

Dies können zum Beispiel Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher sein, Jugendliche mit schlechten Schulnoten, mit Sprachproblemen, Migrationshintergrund, mit Teilleistungsschwächen oder auch allein erziehende junge Frauen und Männer.

Gemeinsam mit den Bewerbern werden die Gründe definiert, warum es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappt. „Und daran arbeiten wir dann“. Bewerbungsunterlagen werden optimiert, für das Vorstellungsgespräch geübt, erfolgversprechende berufliche Alternativen zum Wunschberuf aufgezeigt, Ängste genommen und motiviert. Das gelingt aber nur, wenn die jungen Menschen auch wollen und mitziehen.

Ein weiterer wichtiger Teil der erfolgreichen Besetzung von Ausbildungsplätzen sind die guten Kontakte der AAQs zu den Betrieben. Statt einer unpersönlichen Bewerbung werden Bewerbungsunterlagen oft persönlich mit dem Personalverantwortlichen besprochen. „Noten müssen nicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Wenn ich mit den Arbeitgebern spreche, stelle ich die Stärken meiner Bewerber in den Vordergrund“, erklärt Leuchtweis. So erhalten Bewerber die Chance, zu überzeugen und Betriebe die Chance, ihren Azubi zu bekommen.

 Zusatzinformation:

Die AAQs der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim betreuen im Rahmen der Kampagne „Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt“  ausbildungssuchende Jugendliche. Sie arbeiten eng mit den Berufsberatern zusammen, die die Jugendlichen für dieses Projekt identifizieren und an die AAQs übergeben. Dabei kooperieren sie eng mit den zuständigen Stellen und den Ausbildungsberatern der Kammern.

Interessierte Arbeitgeber aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis können sich direkt an die  Ausbildungsakquisiteure wenden:

Michael Kolbe, Tel. 06261/892-10 (zuständig für den Neckar-Odenwald-Kreis)

Anita Leuchtweis, Tel. 09341/87-103 (zuständig im Main-Tauber-Kreis für Wertheim und Tauberbischofsheim)

Klaus-Peter Rother, Tel. 09341/87-404 (zuständig im Main-Tauber-Kreis für Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim)

E-Mail: Tauberbischofsheim.142-Ausbildungsstellen@arbeitsagentur.de

Anl 1 29 AAQ MTK NOKSie machen sich stark für junge Menschen und Betriebe – die Ausbildungsakquisiteure (von links) Klaus-Peter Rother, Anita Leuchtweis und Michael Kolbe (Foto: Verena Kraus)

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