36 Verstärkerbusse im Einsatz

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(Symbolbild – Pixabay)

Pandemie-Folgen für Schulen und Ehrenamt – Bericht über neue Pflegeausbildung

Hirschlanden.  (pm) Die Corona-Pandemie hat enorme Auswirkungen auf den Alltag an den kreiseigenen Schulen und die Ehrenamtslandschaft im Landkreis. Dies verdeutlichte die Landkreisverwaltung den Mitgliedern des Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschusses, der am vergangenen Montag (30.) unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen im Dorfgemeinschaftshaus in Rosenberg-Hirschlanden tagte. Weitere Informationen galten unter anderem der Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung, dem 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit dem Landkreis Görlitz und der Belüftungssituation an Kreisschulen.

Mit Blick auf die Kreisschulen stellte der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih zunächst fest, dass die Pandemie-Situation allen Beteiligten viel abverlange: „Man darf aber ruhig auch einmal feststellen, dass die Hygienekonzepte in der Praxis wirklich gut funktionieren. Dafür will ich deshalb den Schulleitungen, den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern, aber auch unseren Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt, die das sehr eng begleitet haben, ein dickes Kompliment aussprechen.“ Oberstes Ziel sei es, im Infektionsfall allenfalls einzelne Klassen in Quarantäne zu schicken.

„Alle Kreisschulen haben in enger Abstimmung mit dem Landratsamt ihre Organisation daraufhin abgestimmt. Die Pandemiekonzepte haben gegriffen“, berichtete Kleih. Dennoch hatten die quarantänebedingten Maßnahmen zum Teil weitreichende Konsequenzen. So seien etwa in der Gewerbeschule Mosbach zeitweise so viele Lehrkräfte in Quarantäne gewesen, dass der Schulbetrieb neu organisiert werden musste. In der Ludwig-Erhard-Schule Mosbach und am Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) mussten aufgrund fehlender Lüftungsmöglichkeiten mehrere innenliegende Fachunterrichtsräume geschlossen werden.

„Ein nach wie vor stark diskutiertes Thema ist die Schülerbeförderung“, stellte Kleih im Weiteren fest und erläuterte die auf der Basis eines Förderprogramms des Landes erfolgten Anstrengungen. Demnach seien bereits im September kurzfristig 16 Verstärkerfahrten eingerichtet worden. Mitte Oktober habe das Land sein Programm nochmals nachgebessert.

„So sind derzeit immerhin 36 Verstärkerbusse im Einsatz. Ich finde, das ist wirklich ein Wort, weil sowohl Busse wie auch Fahrer nicht gerade in beliebiger Zahl zur Verfügung stehen“, unterstrich der Erste Landesbeamte. Der konkrete Bedarf werde dabei in Kooperation mit den Verkehrsunternehmen ständig überwacht.

Im nächsten Teil der Sitzung beschäftigte sich der Ausschuss mit der generalistischen Pflegeausbildung und deren Umsetzung im Kreis. „Mit dem Pflegeberufegesetz sind die bisher getrennt geregelten Ausbildungen für Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu einem gemeinsamen Berufsbild zusammengeführt worden“, erinnerte Kleih zur Einführung. Er stellte dabei Susanne Klenk vor, die im Landratsamt als Koordinatorin für die Reform der Pflegeberufe fungiert.

„Mit den Änderungen will der Gesetzgeber den Beruf attraktiver machen und so dem seit Jahren steigenden Fachkräftemangel entgegenwirken“, erklärte diese im Rahmen einer Präsentation. Demnach müssen die angehenden Pflegefachleute künftig neben der Schule fünf Pflichteinsatzbereiche absolvieren. Dadurch ergebe sich für die Ausbildungsträger allerdings ein erheblicher Mehraufwand in der Einsatzplanung, der jedoch teilweise auf die Landkreiskoordinatorin übertragen werden könne.

Weitere Tätigkeitsfelder, so Klenk, lägen in der Gremien- und Netzwerkarbeit, der Organisation von Informationsveranstaltungen, dem Fördermittelmanagement sowie der Erhebung der Ausbildungssituation. Demnach gebe es im Landkreis derzeit 73 Ausbildungsverhältnisse. „Der befürchtete Einbruch ist glücklicherweise ausgeblieben, denn wir brauchen Pflegekräfte mehr denn je“, betonte Klenk. Da der demografische Wandel auch im Kreis seine Spuren hinterlässt, freuten sich die Ausschussmitglieder über die Anstrengungen zur Sicherstellung der personellen Ressourcen im Bereich der Gesundheits- und Pflegeversorgung.

„Der Verlauf der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben natürlich auch Auswirkungen auf die vielfältigen ehrenamtlichen Strukturen im Landkreis“, berichtete anschließend der Leiter des Ehrenamtszentrums Neckar-Odenwald Volker Noe. Die Veranstaltungen seien nach wie vor gut frequentiert, wobei der Teilnehmerkreis erfreulicherweise jünger und weiblicher werde.

Der größte Unterstützungsbedarf bestehe im Bereich der Zusammenarbeit mit dem Vereinsregister. Das Zentrum habe bei über 70 Satzungs- und Vorstandsänderungen mitgewirkt und elf Vereinsgründungen begleitet. „Anfang März wurde das Tagesgeschäft allerdings nebensächlich, denn ab da war das Corona-Virus das vorherrschende Thema“, beschrieb Noe. Plötzlich sahen sich die Verantwortlichen einem Lockdown gegenüber, der nahezu sämtliche Aktivitäten unmöglich machte.

„Besonders die älteren Mitglieder litten dabei unter dem Verlust der sozialen Kontakte. Ein weiteres Problem war das Ausbleiben wichtiger Einnahmen“, so Noe. Mit der Zeit verbesserte sich die Situation, das gesellschaftliche Leben wurde langsam wieder hochgefahren. Nun galt es, Hygienekonzepte zu erstellen, die allerdings stetig angepasst und fortgeschrieben werden mussten. Zu allen Problematiken seien die Dienste des Ehrenamtszentrums gerne in Anspruch genommen.

„Im Moment heißt es, Kontakt zu den Mitgliedern zu halten, die Einschränkungen mitzutragen, um bald wieder durchstarten zu können“, fasste Noe zusammen. Gerade in Krisenzeiten brauchten die Vereine verlässliche Ansprechpartner, waren die Ausschussmitglieder einig und unterstrichen dabei die Bedeutung des Ehrenamtszentrums. Trotz der Unterstützung litten die Vereine aber unter bürokratischen Anforderungen sowie ganz aktuell natürlich unter den finanziellen Einbußen, merkten die Kreisrätinnen und Kreisräte an.

„Nachdem die in diesem Jahr geplanten Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen dem Landkreis Görlitz und dem Neckar-Odenwald-Kreis Opfer der Corona-Pandemie wurden, seien die beiden Landräte Bernd Lange und Dr. Achim Brötel übereingekommen, das Programm einfach in das kommende Jahr zu verschieben“, informierte Kleih anschließend. Höhepunkt soll ein gemeinsames Begegnungswochenende im Kreis im Juni 2021 werden.

In der Planung seien dazu eine Kunstausstellung, ein Delegationsbesuch aus dem Landkreis Görlitz und ein Gegenbesuch des Folkloreensembles aus dem Sorbischen Kulturzentrum in Schleife bei der Landsmannschaft der Donauschwaben in Mosbach. Weiterhin soll nach dem Görlitzer Vorbild auch im Neckar-Odenwald-Kreis ein Kunststipendium ausgelobt werden.

Schließlich erhielt der Ausschuss einen Sachstandsbericht über Raumluftmessungen auf PCB-Belastungen am GTO. Diese zeigten erfreulicherweise, dass ein Schulbetrieb in dem Gebäude unter Einhaltung der anberaumten Maßnahmen bis zur Errichtung des Neubaus weiterhin möglich sei. Die Verwaltung wurde beauftragt, auch künftig regelmäßig über den Fortgang der Kontrollmessungen zu berichten.

Zudem folgten, nach einem Antrag der SPD-Fraktion, Ausführungen der Verwaltung zu Kohlendioxid-Messgeräten in kreiseigenen Schulen. Die Entscheidung über eine etwaige Beschaffung soll den jeweiligen Schulleitungen überlassen werden. Für die Finanzierung stehen die Mittel aus dem entsprechenden Förderprogramm des Landes zur Verfügung.

Zuletzt beschloss der Ausschuss die finanzielle Förderung von Sportgruppen mit überörtlicher und kreisweiter Bedeutung bei der Nutzung kreiseigener Sporthallen. Sehr positiv wurde zudem ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Umsetzung des „DigitalPakts Schule“ an den kreiseigenen Schulen aufgenommen.

Der Erste Landesbeamte dankte abschließend der durch Ortsvorsteher Martin Herrmann vertretenen Gemeinde Rosenberg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Herrmann hatte die Ausschussmitglieder auch im Namen der Gemeinde begrüßt.

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