„Beste Entscheidung meines Lebens“

Chefarzt Dr. Martin Stark behandelt Patienten mit Hüft-, Knie- und Schulterschmerzen. (Foto: pm)

Eberbach.  (pm) Zum ersten Mal wurden in der GRN-Klinik Eberbach einer Patientin erfolgreich zwei Schlittenprothesen in einer Operation in ihre beiden Kniegelenke eingebaut

„Ich habe endlich keine Schmerzen mehr und kann meinem Beruf wieder nachgehen.“ Carola Büchle, von der gleichnamigen Gärtnerei in Bad Wimpfen, hat einen langen Leidensweg hinter sich: Ein Knorpelschaden in beiden Kniegelenken sorgte dafür, dass die 56-Jährige über viele Monate nur mit starken Schmerzmitteln gehen konnte.

Das ist jetzt vorbei: In einer insgesamt vierstündigen Operation wurden ihr als erster Patientin von Dr. Martin Stark, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie der GRN-Klinik Eberbach, gleichzeitig in beide Kniegelenke Schlittenprothesen eingebaut. Die Premiere ist geglückt. Längst sind die Schmerzen Vergangenheit und Carola Büchle arbeitet wieder voll in ihrem Betrieb mit.

„Bei einer Schlittenprothese wird nur der Teil des Kniegelenks, der von der Arthrose betroffen ist, ersetzt. Diese Art des künstlichen Gelenkersatzes ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn sich die Verschleißerscheinungen mit Zerstörung des Gelenkes ausschließlich auf den inneren oder äußeren Gelenkbereich beschränken“, so Dr. Stark. Und genau das war auch der Grund, warum Dr. Stark – zugleich Leiter des zertifizierten Endoprothetikzentrums – die Operation für sinnvoll hielt.

„Diese Art der Verschleißerkrankung kommt bei etwa 30 Prozent aller Patienten vor. Bei 70 Prozent beziehen sich die Veränderungen auf das komplette Gelenk, somit ist ein Teilersatz hier nicht sinnvoll“, erklärt der Spezialist. Und weiter: „Beim Einsetzen einer Schlittenprothese werden praktisch die Bandstrukturen wie Kreuzbänder und Seitenbänder nicht beschädigt. In diesen Strukturen sind wichtige Rezeptoren. Das bedeutet: Patienten, die eine Schlittenprothese eingesetzt bekommen, spüren kein Fremdkörpergefühl.“  Anders ist das bei einer Vollprothese. Hier muss das vordere Kreuzband komplett entfernt und die Seitenbänder der Prothese angepasst werden.

Außerdem wird die Achse des Beines verändert. Die Folge: Der Patient hat zunächst postoperativ das Gefühl eines Fremdkörpers im Gelenk. „Im Laufe der Zeit wird dies jedoch durch entsprechende Anpassungen des Gehirns wieder verändert und das Kunstgelenk als eigenes Gelenk akzeptiert“, so Dr. Stark.

Weiterer Vorteil der Schlittenprothese ist, dass die Mechanik mit der Roll-Gleit- und Rotationsbewegung des Kniegelenkes erhalten bleibt. „Dies kann durch eine Vollprothese nicht nachgeahmt werden. Beim Einsatz einer Schlittenprothese können wir die natürliche Mechanik des Kniegelenkes komplett erhalten. Dies ist auch der Grund, warum Patienten nach der Implantation einer medialen oder lateralen Schlittenprothese eine sehr gute Beweglichkeit besitzen.“

Und auch Patientin Carola Büchle erinnert sich noch gut: „Ich wurde freitags operiert, sonntags stand ich das erste Mal wieder auf den Beinen. Nach gut acht Wochen und regelmäßiger Physiotherapie war meine alte Beweglichkeit wiederhergestellt. “

Hinzu kommt: Die Schlittenprothese wird über einen kleinen Schnitt eingesetzt. Das bedeutet in der Regel weniger Blutverlust und eine kleinere Wunde. „Insbesondere bei älteren Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen ist bei gegebener Indikation die Implantation einer Schlittenprothese aus diesen Gründen äußerst vorteilhaft.“

Ganz wichtig: Die Prothesen sind voll belastbar, werden mit einem entsprechenden Knochenzement oder Knochenkleber eingesetzt und sind nach neuesten Studien auch nach 20 Jahren noch intakt. Für Carola Büchle jedenfalls war es nach eigener Aussage „die beste Entscheidung meines Lebens“.

Patienten mit entsprechenden Beschwerden können einen Termin in der Spezialsprechstunde für Gelenkersatz-Operationen vereinbaren. Telefonisch ist das Sekretariat der Orthopädie und Unfallchirurgie unter 06271 83 213 erreichbar.

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