Negativspirale rechtzeitig aufhalten

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Mudau will Leerstände in der Dorfmitte verhindern. (Foto: pm)
Mudau.  (lm) Nach der Insolvenz des Golfclub Mudau e.V. beabsichtigt die neue Firma „Golfplatz Mudau und Freizeitanlagen GmbH“ mit ihrem ebenfalls neuen Geschäftsführer Joachim Prutzer, die Golfspielflächen so zu ertüchtigen und umzubauen, dass sie den heutigen Ansprüchen wieder genügen.

Weiter sollen im Bereich der Anlage Angebote geschaffen werden, die die Attraktivität der gesamten Golfanlage erhöhen und so auch breitere Bevölkerungsschichten ansprechen. Einige der geplanten Maßnahmen bedürfen aber einer Baugenehmigung, da der Golfplatz Mudau als Sondergebiet für Golfsport ausgewiesen ist und gleichzeitig eine landwirtschaftliche Nutzung zulässt.

Flächen für Freizeitnutzung

Für die Flächen, die für eine Freizeitnutzung wie Wohnmobilstellplatz, Kinderpark, Fußballgolf und Kurzplatz vorgesehen sind und über den Golfsport hinausgehen wurde inzwischen eine Aufstellung der Bebauungsplanänderung als Entwurf beschlossen. Nachdem inzwischen eine frühzeitige Beteiligung der Bürgerschaft, Träger öffentlicher Belange und Behörden erfolgt ist, konnten nach Abschluss der Offenlegung die eingegangenen Anregungen und Bedenken von Behörden und Träger öffentlicher Belange vom Mosbacher Büro IFK in die Bebauungsplanänderung eingearbeitet, und von Dipl.-Ing. Lange vorgestellt werden.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung seien keine Anregungen oder Bedenken eingegangen, betonte Bürgermeister-Stellvertreter Christian Hört im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die nach langer Zeit wieder im Bürgersaal des Rathauses stattfand.

Umfangreiche Maßnahmen sollen den Golfplatz Mudau neu beleben. (Foto: Liane Merkle)
Hierbei billigte das Gemeindegremium den Entwurf der Bebauungsplanänderung und gab diesen zur nochmaligen Offenlegung und zur Beteiligung der Behörden frei, unter der Voraussetzung, dass sich Herr Prutzer an den Bebauungsplan hält und alle – auch schon getätigten Aufschüttungen – genauestens und zeitnahe der Verwaltung und dem Gremium vorstellt.

Sanierungsgebiet „Ortsmitte II“ im Kernort Mudau

Weiter wurde unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger beschlossen, dass im Rahmen der Städtebauförderung für das geplante neue Sanierungsgebiet „Ortsmitte II“ im Kernort Mudau Finanzhilfen in Höhe von 3.370.000 Euro beantragt werden.

Zentrales Ziel der Gemeinde Mudau sei es, den Flächenverbrauch zu reduzieren, die vorhandenen Innenentwicklungspotenziale zu mobilisieren und die Ortsmitte zu stärken, so der Tenor der Verwaltungsvorlage. Hauptamtsleiterin Bianca Groß stellte das Gebiet, das man von 2023 bis 2030 plant, vor.

Ein beträchtliches Innenentwicklungspotenzial liege – mitunter bedingt durch Leerstände – in der Ortsmitte und werde aufgrund der demographischen Rahmenbedingungen (mit der älter werdenden Gesellschaft ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren vor allem in den Ortskernen in erheblichem Maße Immobilien frei werden) in Zukunft voraussichtlich weiter zunehmen.

Auch verändere der landwirtschaftliche Strukturwandel das Bild des Ortes. Gleichzeitig seien der Siedlungsdruck und die Nachfrage nach Baugrundstücken und Immobilien hoch. Die Nachfrage allein durch Ausweisung von Neubaugebieten am Siedlungsrand zu befriedigen, sei aus Sicht der Gemeinde keine Lösung, fügte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger an.

Sanierungsstau und zunehmende Leerstände

Dies führe langfristig zu einer Verödung des Ortskerns, Sanierungsstau, zunehmenden Leerständen, minder genutzten Hofstellen, einer geringeren Auslastung der Infrastrukturen mit gleichzeitig steigenden Kosten für den Unterhalt und zu einem allgemeinen Bedeutungsverlust für den Ortskern. Damit setze sich eine Negativspirale in Gang, die unbedingt rechtzeitig aufgehalten werden müsse.

Um die Innenentwicklung voranzubringen hatte die Gemeinde bereits im Juli 2020 für die Ortsmitte von Mudau einen Antrag für das Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung (FdI)“ gestellt. Der Antrag wurde inzwischen bewilligt und das Konzept erarbeitet. Auf dieses Konzept aufbauend ist die Grundlage für die Vorbereitung und Ausweisung des geplanten neuen Sanierungsgebiets „Ortsmitte II“ geschaffen worden.

Flächen gewinnen durch Innenentwicklung. (Foto: Liane Merkle)
Der Antrag auf die oben erwähnte Städtebauförderung soll bis spätestens 31. Oktober dieses Jahres eingereicht sein. Das geplante Sanierungsgebiet (im Wesentlichen die zentrale Ortsmitte), ergänzt um einen Bereich des ehemaligen Sägewerkareals und die gemeindeeigene Odenwaldhalle mit angrenzenden Frei- und Parkflächen, hat eine Gesamtfläche von ca. 10,5 Hektar und einen Gesamtfinanzrahmen von ca. 5.617.000 Euro.

Eigenmittel in Millionenhöhe

Für die Gemeinde selbst rechnet man mit aufzubringenden Eigenmitteln von ca. 2.246.800 Euro. Im weiteren Verlauf der Sitzung nahm der Gemeinderat den Haushaltszwischenbericht für das laufende Geschäftsjahr zur Kenntnis und stimmte auch den eingegangenen Spenden in Höhe von 2.000 Euro für die Gemeinde zu.

Hierbei ging es um Geldzuwendungen für die Grundschule Mudau, Spielplatz Brückengut, Spielplatz Schloßau und nochmals Kinderspielplatz Brückengut.

Abschließend informierte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, dass am kommenden Wochenende der Laurentiusmarkt unter Corona-Auflagen in abgespeckter Form stattfindet. Die Stände werden abends um 20 Uhr schließen, Essen und Trinken wird um 23 Uhr beendet sein.

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