„Bauplatzbörse ein Satz mit x!“

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Die neue Internetseite der Gemeinde wurde vollständig überarbeitet. (Screenshot: Hofherr)

Bauplatzeigentümer wollen nicht verkaufen – Flächenfraß geht weiter

Limbach.  (tw) Die Gemeinde hat in den letzten Monaten die Umsetzung einer Bauplatzbörse als kostenfreies Dienstleistungsangebot verfolgt und dazu 122 Eigentümer privater Bauplätze in den sieben Ortsteilen der Gemeinde angeschrieben, fuhr Bürgermeister Thorsten Weber mit der Gemeinderatssitzung fort, nachdem das Projekt „Ortsmitte“ besprochen worden war (NZ berichtete).

„Ein Beweggrund für diese Idee war, damit den Flächenverbrauch für die Erschließung neuer Bauplätze zu reduzieren“, hob Bürgermeister Thorsten Weber hervor und ergänzte, „mit der Verfügbarkeit der 122 Bauplätzen wäre die Entwicklung der Gemeinde in den kommenden 10-15 Jahren gesichert.“

Die sich in der Theorie ergebende Win-/Win-/Win-Situation für Verkaufswillige, die frei über ihren Bauplatz entscheiden könnten, für Bauwillige, die auf ein erweitertes Angebot zurückgreifen könnten und für die Gemeinde, die nicht immer weiter neue Flächen erschließen müsste, zeigte sich allerdings als nicht praxistauglich.

Thorsten Weber stellte die Umfrageergebnisse und die freien Bauplätze in den einzelnen Ortsteilen vor. Dabei lösten sich auch die Mutmaßungen aus der Bevölkerung im Vorfeld des Bebauungsplanverfahrens „Kaigewann“ im Ortsteil Laudenberg auf, wonach es dort 25-30 Bauplätze und eine Verkaufsbereitschaft von privaten Besitzern gäbe. Die Baulückenzahl beläuft sich in Laudenberg auf fünfzehn, von denen kein einziger für die Bauplatzbörse zur Verfügung gestellt wurde. „Ein Satz mit „X“, dass wahr wohl nix“, war das ernüchternde Gesamtfazit des Rathauschefs.

Nur eine Rückmeldung eingegangen

Von den eingegangen 57 Rückmeldungen signalisierte lediglich ein (!) Bauplatzbesitzer eine Verkaufsbereitschaft. „Wir werden also auch weiter nicht um die maßvolle Erschließung neuer Bauplätze herumkommen, sind dort allerdings ebenso auf die Bereitschaft der Grundstückseigentümer angewiesen“, so Thorsten Weber.

Weber befürchtet Einwohnerschwund

Der Verwaltungschef befürchtet, dass sich die Gemeinde aufgrund der demographischen Entwicklung mittelfristig mit Blick auf die Gesamteinwohnerzahl rückwärts entwickeln wird, mit der Folge, dass eher steigende Lasten auf dann weniger Schultern zu verteilen sein werden. „Aber man soll Ihnen im Gemeinderat und mir in einigen Jahren nicht vorwerfen, wir hätten die Entwicklung nicht erkannt oder verschlafen und nicht alles versucht, gegenzusteuern“, hob Weber abschließend hervor.

Auch Gemeinderäte sind enttäuscht

Auch die Beiträge aus dem Gemeinderat zeigten die Enttäuschung über das dürftige Ergebnis und waren sich insoweit einig, dass die Gemeinde auch künftig für ein gewisses Bauplatzangebot sorgen muss, was angesichts der laufenden Regionalplanänderung zusätzlich erschwert wird.

Elektroarbeiten vergeben

Im folgenden Tagesordnungspunkt wurden die Elektroarbeiten beim laufenden Um- und Erweiterungsbau des neuen Bauhofstandortes vergeben. Es ging lediglich ein Angebot der Firma Haun aus Limbach-Laudenberg ein. Dieses erhielt mit einer Angebotssumme von 110.671,45 Euro einstimmig den Zuschlag.

Weitere Digitalisierung

„Neben dem Umzug des Rathauses in die Behelfsräumlichkeiten des alten Schulhauses im Vorfeld des Um- und Erweiterungsbau des Rathauses arbeiten wir auch sukzessive an der weiteren Digitalisierung unserer Verwaltungsarbeiten“, führte Bürgermeister Thorsten Weber in den folgenden Tagesordnungspunkt ein.

Rund 1.200 alte Bauakten lagern aktuell noch im Rathaus und müssten in die Behelfsräumlichkeiten mit umgezogen werden, wo allerdings dafür gar kein Platz wäre. „Deshalb schlagen wir Ihnen vor, die künftig eh anstehende Digitalisierung dieser Akten schon in diesem Jahr vorzuziehen“, so Weber, der den geschätzten Aufwand auf rd. 42.500 Euro bezifferte.

Der Gemeinderat schloss sich der Empfehlung an und vergab den Auftrag an die Firma Gataca aus Villingen-Schwenningen. Im Herbst sollen die Akten in digitaler Form vorliegen, die Papierakten kommen dann ins Archiv.

Während der Digitalisierung kann es bei Bauanträgen, die einen Rückgriff auf die Bauakten benötigen, immer wieder zu Verzögerungen kommen.

Feuerwehrkommandanten bestätigt

In der Abteilungswehr der Freiwilligen Feuerwehr in Krumbach wurde auf der Jahreshauptversammlung im März mit Bernd Schnetz als Abteilungskommandant und Rouven Christ sowie Marvin Link als Stellvertreter die Feuerwehrführung neu aufgestellt. Diese Wahlen bedürfen der Zustimmung des Gemeinderates die dieser einstimmig aussprach.

44. Limbacher Straßenfest

Gleiches galt für die Satzung zur Festlegung des diesjährigen Straßenfestsonntags, 19. Juni 2022, als verkaufsoffener Sonntag. Das 44. Limbacher Straßenfest wird erstmals rund um Dorfgemeinschaftshaus, Schule am Schlossplatz, neues Feuerwehrhaus und Schlossplatz stattfinden.

Am Samstag findet, neben dem traditionellen Bieranstich, ein Konzert auf dem Schlossplatz mit Patrick Noe statt, an dessen Ende noch ein Feuerwerk anschließen wird. Am Sonntag ist nach dem Gottesdienst dann Festbetrieb auf dem Festgelände mit einem bunten und abwechslungsreichen Festprogramm.

Zehn Bauvorhaben vorgestellt

Bauamtsleiter Georg Farrenkopf konnte anschließend erneut einen bunten Strauß von zehn Bauvorhaben und Bauvoranfragen vorstellen, die vom Gemeinderat, zusammen mit den bei verschiedenen Vorhaben notwendigen Befreiungen von Bebauungsplanfestsetzungen, alle einstimmig das Einvernehmen der Gemeinde erhielten.

Verschiedenes

Unter dem Punkt Informationen gab der Bürgermeister online einen kurzen Überblick über die neue Homepage, die vollständig überarbeitet, barrierefrei und im frischen Design aufwartet. Außerdem informierte er über die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine. Insgesamt 30 Personen sind aktuell in Privatunterkünften in der gesamten Gemeinde untergebracht und gemeldet.

Thorsten Weber dankte dem Ortschaftsrat Balsbach für die Bewirtung anlässlich der Eröffnung des Venuspfades als einer von sechs Römerpfaden im Landkreis, die die Wanderung nach 8,5 Kilometer perfekt abgerundet hatte.

Abschließend informierte er den diesjährigen Tag der Städtebauförderung am 14. Mai, an dem die Gemeinde erneut mit einem Angebot teilnehmen wird. In diesem Jahr gibt es für interessierte Bürgerinnen und Bürger Führungen durch das Rathaus samt Plänen und Erläuterungen zum geplanten Um- und Erweiterungsbau. Diese Führung erfolgt im stündlichen Wechsel mit einer Führung durch die Bauhofstandorte aktuell und künftig, ebenfalls mit Plänen und Erläuterungen zum bereits laufenden Um- und Erweiterungsbau.

Es sind, beginnend um 13.00 Uhr, je zwei Führungen für Rathaus und Bauhof eingeplant. Eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung möglich – telefonisch auf der Gemeinde oder digital über die Terminbuchungsmöglichkeit auf der Homepage.

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