Bundestagswahl im grünen Kreisvorstand

Schlachthof Mannheim für Direktvermarktung wichtig – Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen fordern Erhalt des Fleischversorgungszentrums

(pm) Die baden-­württembergischen Grünen haben am Wochenende die Heidelberger Finanz-­ und Wirtschaftsexpertin Sandra Detzer zur neuen Landesvorsitzenden an der Seite von Oliver Hildenbrand gewählt und über ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl entschieden.

Für die Kreis-Grünen steht schon seit Anfang Oktober fest, dass die frühere Landtagsabgeordnete Charlotte Scheidewind-­Hartnagel (Eberbach) für den Wahlkreis Odenwald-Tauber in den Bundestagswahlkampf ziehen wird. Bei der Landesdelegierten-Konferenz wurde Schneidewind-Hartnagel auf den 15. Platz der Landesliste gewählt. Erste Planungen hat der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen in seiner jüngsten Sitzung in Angriff genommen. Die Vorsitzenden Gabi Metzger und Hans-­Detlef Ott freuen sich, dass mit Schneidewind-­Hartnagel nach vielen Jahren wieder eine Kandidatin für den Bundestagswahlkreis Odenwald-Tauber antritt (NZ berichtete)

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„Mit dieser einstimmigen Mitglieder-­Entscheidung haben wir gute Voraussetzungen für einen aktiven Wahlkampf 2017.“ Inhaltlich widmeten sich die Kreisvorstände den urgrünen Themen Naturschutz und Landwirtschaft. Eng verbunden damit ist für sie die aktuell brisante Frage, ob der Mannheimer Schlachthof geschlossen werden soll.

Ein Unding, findet Vorstandsmitglied Amelie Pfeiffer, denn „wenn wir auf Direktvermarktung und hohe Qualität der Lebensmittel Wert legen -­und dafür stehen wir Grünen -­ dann muss es dafür auch eine Infrastruktur geben.“ Bei der drohenden Schließung des so genannten Fleischversorgungszentrums (FVZ) Mannheim gehe es nicht nur um 170 Arbeitsplätze, sondern auch darum, Landwirten die Möglichkeit zu erhalten, regional zu schlachten. Auch Schweinemäster aus dem Neckar-­‐ Odenwald-­‐Kreis wären direkt betroffen“, mahnte Pfeiffer.

Landesweit würden Schlachthöfe geschlossen und so eine wichtige Infrastruktur zerstört. „Wie brauchen diese Infrastruktur aber, um die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe zu erhalten und die Erzeugung qualitativ hochwertiger regionaler Lebensmittel zu ermöglichen“, sagte sie. Der Kreisvorstand sprach sich daher klar dafür aus, die Grüne Gemeinderatsfraktion in Mannheim zu unterstützen, die sich in aller Deutlichkeit gegen die sofortige Schließung des FVZ ausgesprochen hat und bereits eine Verschiebung der Entscheidung bis ins Frühjahr 2017 erreichen konnte.

Auch beim Kreisbesuch der Grünen Staatssekretäre Dr. André Baumann (Umweltministerium) und Dr. Gisela Splett (Finanzministerium) war das FVZ Thema: Bei deren Visite war es kürzlich um den Flächenankauf von naturschutzrelevanten Grundstücken durch das Land und deren Pflege durch heimische Landwirte gegangen. Kreisrätin Simone Heitz brachte bei der Gelegenheit zur Sprache, dass auch die hiesigen Grünen sich um eine eventuelle Schlachthofschließung sorgen.

Thematisiert hat die Vorstandsrunde auch die Neuauflage des Nahverkehrsplans für den Neckar-Odenwald-Kreis, die vergangene Woche auf der Agenda des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr im Landtag stand. Wer den Nahverkehr nutzt, ist weiterhin aufgerufen, Anregungen für Verbesserungen einzubringen.

Positive Nachrichten gab es zur Holzverladung Neckarelz, die bestehen bleibt: Heitz dankte dem verkehrspolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion MdB Matthias Gastel, der über Anfragen und Hintergrundgespräche für den Erhalt gekämpft hat, sowie der Grünen Landtagsfraktion, die ebenfalls für den Erhalt der Güterverkehrsstellen eingetreten war.

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