„Starkes Stück von Minister Hauk“

Amelie Pfeiffer wehrt sich gegen Vorwürfe von Minister Peter Hauk. (Foto: pm)

„Landwirte fordern Ehrlichkeit“ – Nur eine echte Agrarwende beendet Höfesterben

Im Bericht einer Tageszeitung über eine digitale Veranstaltung zum
Thema Landwirtschaft mit MdB Alois Gerig (CDU) und Minister Peter Hauk (CDU) wurde die Landtagskandidatin und Landwirtin Amelie Pfeiffer (Bündnis 90/Grüne) persönlich angegriffen. Einen Leserbrief mit der Schilderung ihrer Sicht wurde von der Tageszeitung nicht veröffentlicht. NOKZEIT lässt die Landwirtin aus Bödigheim zu Wort kommen.

„Wir brauchen keine Agrarwende“ davon ist MdB Alois Gerig (CDU) überzeugt, dann frage ich mich ob er weiter mit ansehen möchte, wie das Hofsterben der vergangenen Jahre weitergeht. Statt der vom EU-Parlament geforderten 30 Prozent wird es nun bei 20 Prozent Eco-Scemes bleiben und damit das alte Greening mehr oder weniger weitergeführt.

Darüber hinaus fehlen wichtige Regelungen zur Entlohnung für den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder Mineraldünger und einer Förderung von kleinteiliger Ackerbewirtschaftung, von der gerade viele Landwirte in unserem Kreis profitieren könnten. Außerdem wird an den Prämien für außerlandwirtschaftliche Investoren festgehalten, was haben unsere Bauern davon.

Das bundeseigene Thüneninstitut hat nachgewiesen, dass die besonders umweltwirksame Gemeinwohlprämie schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann. Ähnliche Modelle fordert die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft e.V (AbL e.V.) mit ihrem Punktesystem, in dem jeder Landwirt die für seinen Betrieb am besten passenden Umweltleistungen wählen kann, für die er dann vergütet wird.

Die Landespolitik kann letztendlich im Rahmen der europäischen GAP nur nachsteuern, Spielräume können und müssen genutzt werden, ersetzen aber keinesfalls den Umbau der Landwirtschaft und zwar EU weit, damit eben keine Käfigeier aus Polen in unseren Lebensmitteln zu finden sind.

Mir Heuchelei vorzuwerfen ist ein starkes Stück von Minister Peter Hauk (CDU), der Direktvermarktung stärken will, die nötige Infrastruktur dabei nicht im Blick hat. Seit Jahren gibt es Probleme mit regionalen Schlachthöfen, sie bei Problemen einfach zu schließen oder schlimmer noch mit Sondergenehmigungen auch bei eklatanten Tierschutzverstößen gegen Landkreisbeschlüsse weiter arbeiten zu lassen statt sich grundlegend mit einer flächendeckenden Schlachtmöglichkeit auseinanderzusetzen hilft weder Landwirten, Tieren noch Verbrauchern.

Erst nachdem es ernst wird und die Opposition den Rücktritt fordert, werden schnell Förderprogramme für Tierschutz an Schlachthöfen und für den Bau von regionalen Schlachtmöglichkeiten auf den Tisch gelegt. Gut so, aber das reicht bei weitem nicht aus. Auch die Landkreise haben über die Fleischbeschaugebühren unausgeschöpfte Potenziale, regionale Schlachtung vielfältig und regional zu gestalten.

Bereits 2019 haben die Grünen im Bundestag die Weideschafprämie von 30 Euro pro Muttertier gefordert.

Amelie Pfeiffer

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