Mit Inputt Mosbach auf neuen Golfbahnen


(Foto: pm)

Mosbach. (dz) Manche Krisen haben dann ihr Gutes, wenn findige Köpfe neue Ideen kreieren. So grübelte Barbara Klein im Krisenjahr 2009, als die Montage- und Sortieraufträge für die gemeinnützige Firma ISO ausblieben und sie samt ihrer rund 50köpfigen Belegschaft kurzarbeiten musste. Die Geschäftsführerin der ISO gGmbH, der Integrations- und Zuverdienstfirma im Industriepark Mosbach, entwickelte ein Konzept für eine Abenteuer-Golfanlage mit Gastronomie in Mosbach. Mit Erfolg! „inputt“ soll Besucher aus Mosbach und aus der näheren und weiteren Umgebung anziehen, damit den Tourismus fördern und gleichzeitig dem Anliegen dienen, feste Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen zu schaffen. Nach intensiven Vorbereitungen wird der erste Spaten am 22. August auf dem ehemaligen LGS-Gelände zwischen der B27 und dem Mühlkanal gestochen.

Im Vorfeld ließen sich prominente Gäste über die mittlerweile 16 Jahre alte Firma und ihre besonderen MitarbeiterInnen und das neue Projekt „inputt“ unterrichten. MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel aus Eberbach, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, und Christine Denz, Kreisrätin und Kreisvorsitzende der Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis, waren beeindruckt von der Qualität der Industriedienstleistung der ISO gGmbH und begeistert von dem ansprechenden Projekt inputt. „Ich werde alle Möglichkeiten zur Unterstützung des Ländlichen Raumes innerhalb der Landesprogramme ausloten“, sagte die Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel gerne zu. „Die ISO gGmbH ist eine in diesem Sinn ganz normale Firma im Montage- und Verpackungsbereich, die sich auf dem Markt behaupten muss“, so Barbara Klein. 15 sozialversicherte Arbeitsplätze bieten Lohn und Brot für Menschen mit einer Schwerbehinderung. Die rund 35 MitarbeiterInnen im Zuverdienstbereich arbeiten nach ihrem jeweiligen Leistungsvermögen in puncto Schnelligkeit und Arbeitszeitdauer, was ihre seelische Stabilität rettet und die Kosten der Krankenkassen mindert.




Ziel von inputt Mosbach ist nun eine stabile Erweiterung der Belegschaft durch den Bau und den Betrieb der Abenteuer-Golfanlage – bis zu 20 neue Arbeitsplätze visiert Barbara Klein an. Unter Abenteuer-Golf versteht man das Golfspiel auf 18 Miniaturbahnen mit kreativen und abwechslungsreichen Hindernissen. Zu finden sein werden beispielsweise der „Kiwwelschisser“ und die Bürgerbahn der Bürgerstiftung Region Mosbach, eine S-Bahn der Sparkasse und manch andere regionale Überraschungsbahn. Man sei mit vielen Betrieben und Unternehmen im Gespräch um weitere Unterstützer für die Anlage zu finden. Ein Projekt wie „inputt mosbach“ lebt von der breiten Unterstützung und der Kreativität vieler Köpfe.

Es werde auch die Unterstützung der Politik benötigt. Inklusion könne nur gelingen wenn Politik auch die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Dafür will sich die Landtagsabgeordnete Schneidewind Hartnagel nach Kräften einsetzen.

Mitten im Gelände wird eine Gastronomie angesiedelt. Im Sommer bietet der Biergarten rund 150 Menschen Platz; im Winter und bei schlechtem Wetter lädt der ökologische Holzbau PALISADIO– entwickelt und errichtet von „NintegrA, dem gemeinnützigen Unternehmen für Integration“ – mit zünftiger Gaststube die Gäste zum Verweilen ein. Ganzjährig soll das Gelände geöffnet sein und im Winter durch Eisstockbahnen ergänzt werden. Menschen, die bisher eher versteckt gelebt und gearbeitet haben, werden bei „inputt Mosbach“ zu Dienstleistern in der Öffentlichkeit. Barbara Klein berichtete auch von ihrem Vorbild-Projekt, dem „Werkstättle“ in Pfullendorf, das mit seinem Seeparkgolf und seit einigen Wochen auch mit der Fußballgolfanlage seit Jahren Besucher aus der gesamten Region anzieht. Zu hoffen ist, dass inputt mosbach ein ähnlicher Erfolg wird. Die MdL Schneidewind – Hartnagel ist nach dem Besuch in der ISO gGmbH davon überzeugt.

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