Letzter Mundartgottesdienst mit Dekan Keller

Mosbach. (pm) Zum letzten Mal lädt die Mosbacher Stiftsgemeinde am kommenden Sonntag, den 26. August, um 10 Uhr zu ihrem traditionellen Mundartgottesdienst ein. Dieses Mal steht er unter dem Motto „Swunnerd mi nedd“.

Seit gut zehn Jahren interessieren sich zunehmend mehr Leute aus der ganzen Region für diesen besonderen Gottesdienst. Die Mundartdichterin Heidrun Eyermann aus Obrigheim wird in ihrem Dialekt Worte eine Wundererzählung aus der biblischen Apostelgeschichte vortragen. „Es ist fast so, als ob man die Bibel neu übersetzt“, so die Dichterin, „erst wenn man den Sinn der Worte verstanden hat, kann man sie auch in Mundart übertragen“. Dabei sei es einfacher, Geschichten zu übersetzen als Psalmen. „Im Dialekt erzählt man einfach mehr und benutzt weniger so abstrakte Worte wie Güte oder Herrlichkeit“.  




Der aus Schefflenz stammende Pfarrer Dirk Keller sieht in der Mundartpredigt eine ganz besondere Chance, die Herzen der Zuhörer zu erreichen. „Beim Predigen merke ich selbst, dass meine Worte und Gedanken noch viel stärker aus meinem Herzen fließen und mich bewegen als es sonst möglich ist“, so Keller. Und darauf komme es ja an, dass der Glaube Geist und Herz erreiche und bei den Hörern etwas Bewegung bringe.

Allerdings sei das nun der letzte Mundartgottesdienst für ihn, weil er in seiner ab Oktober neuen Gemeinde in Karlsruhe mit seinem Dialekt nur schwer zu verstehen wäre. Der Mundartgottesdienst sei freilich auch in Mosbach verständlicherweise nicht jedermanns Sache, so der Pfarrer der Stiftskirche, aber der auffällig gute Besuch und die Gespräche danach zeigten, dass die Besucher weniger das Spektakel suchten, sondern sich ganz neu und anders mit dem christlichen Glauben befassen würden. „Im Mundartgottesdienst hör ich viel aufmerksamer zu und kann mich besser auf die Gedanken einlassen“, meint ein langjähriger Besucher und freut sich auf den kommenden Sonntagsgottesdienst, zu dem die Stiftsgemeinde Interessierte herzlich einlädt.


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